30. Mai 2026 Civilek.info von IRÉN RAB
Haben Sie schon einmal ein geschlechtsumwandeltes Kindergartenkind gesehen? – fragte die Ministerin für Bildung und Kinderangelegenheiten der Tisza-Partei während ihrer parlamentarischen Anhörung zurück. Diejenigen, die ihn befragten, starrten mit offenem Mund verwirrt vor sich hin, direkt auf ihren Bauchnabel, denn so etwas hatten sie tatsächlich noch nie gesehen.
Sie konnten es gar nicht sehen, denn die operative Geschlechtsangleichung findet erst später statt, im Jugend- oder Erwachsenenalter; bei den Kindergartenkindern läuft derzeit lediglich die Sensibilisierung. Nachdem ich zahlreiche deutsche Kindergartenlehrpläne und pädagogische Leitfäden durchgelesen habe, bin ich zu folgenden Erkenntnissen gelangt: die Umerziehung beginnt unbemerkt mit einem geschlechtssensibilisierenden pädagogischen Programm.
Nach den traditionellen gesellschaftlichen Geschlechterrollen spielten Mädchen früher mit Puppen, während Jungen sich mit Autos beschäftigten. Laut Bildungsforschern hat sich dies in den letzten zwanzig Jahren unter dem Einfluss gesellschaftlicher Modelle verändert.
Der neue Ansatz ist eine freie, unabhängige Erziehung, welche die Grenzen der Geschlechterrollen durchbricht, eine moderne Sichtweise in die Entwicklung der Kinder einbringt und die Gleichstellung der Geschlechter sowie die soziale Gleichberechtigung fördert.
Damit könnten wir sogar einverstanden sein.
Der nächste Schritt ist das Sexualerziehungsprogramm im Kindergarten, das den Kindern die Freiheit geben will, sich von den durch ihr biologisches Geschlecht vorgegebenen Rollen zu lösen, ihren Körper zu entdecken und ihre eigene Identität zu finden. Zum Beispiel können Doktorspiele dabei helfen. „Jedes Kind entscheidet selbst, ob es körperliche und sexuelle Spiele spielen möchte und wenn ja, mit wem“, schrieb ein Kindergarten in Hannover an die Eltern und eröffnete einen „Raum zur Körperentdeckung“ für „sexuelle Spiele“. Dies ist nicht die einzige solche moderne Kinderbetreuungseinrichtung in Deutschland; wöchentlich kann man von ähnlichen Fällen lesen.
Mit der dritten Stufe, also dem pädagogischen Programm für den Kindergarten, erreichen wir das Endziel, nämlich die LGBTIQ*-Erziehung. Dabei handelt es sich um einen
geschlechtssensiblen pädagogischen Ansatz, der Vielfalt fördert, traditionelle Geschlechterrollen hinterfragt und die Neugier der Kinder auf das Anderssein stärkt, beispielsweise durch die Thematisierung des Regenbogen-Familienmodells.
Für uninformierte oder unerfahrene Erzieherinnen wurde zudem ein Aktionsplan erstellt. Die Sensibilisierung für Andersartigkeit ist die wichtigste Aufgabe, daher müssen sie die Erziehung zu einem traditionellen heterosexuellen Leben vermeiden. Die Kindergärten erhalten Märchenbücher und Bilderbücher, welche Regenbogenfamilien popularisieren. Märchenland für alle!
All dies wird durch Drag-Queen-Märchennachmittage im Kindergarten ergänzt, die Vielfalt und Akzeptanz vermitteln. Geschminkte Männer in knappen bunten Kostümen erzählen den Kindern Geschichten, die durch interaktive Spiele bereichert werden. Das Kind staunt, bewundert, taucht in die Märchenwelt ein und möchte so werden, wie deren Helden. Es merkt gar nicht, und auch die Eltern bemerken erst viel später, dass sich etwas an seiner Identität verändert hat.
Der Jugendliche wird emotional labil, reizbar, geheimnisvoll, ängstlich und fühlt sich in seinem eigenen biologischen Geschlecht nicht wohl.
Wenn die Sensibilisierung ihn stark genug berührt hat, fordert er trotzig Kleidung, die für das andere Geschlecht typisch ist, und lässt sich anders nennen.
Er wird transsexuell.
Im Internet kann man unzählige solcher Geschichten lesen.
In den Schulen finden „Toleranztage“ statt, bei denen Trans-Queer-Aktivisten die verunsicherten Jugendlichen weiter sensibilisieren. Die deutsche Bildungspolitik ermöglicht es, dass Freiwillige Sexualaufklärungsworkshops in Schulen durchführen. Aus den sogenannten „SCHLAU“-Workshops hat sich ein landesübergreifendes Netzwerk gebildet, das Transjugendlichen in offenen Gesprächen Ratschläge gibt.
Alle Jugendlichen sind willkommen, egal ob „queer, schwul, lesbisch „cis-, trans-, inter-, bisexuell oder heterosexuell“. Fachliteratur, Freiwillige und Fachleute helfen ihnen dabei, die für sie am besten passende Geschlechtsidentität zu finden.
Früher hielt man diesen Zustand für eine altersbedingte, pubertäre Verwirrung und wartete darauf, dass er vorüberginge. Heute hingegen muss das Kind in jeder Hinsicht unterstützt werden, damit es sich selbst verwirklichen kann. Deshalb wird das Kind in die „Ambulanz für Geschlechtsidentität“ gebracht, um die Hilfe eines Fachmanns in Anspruch zu nehmen. Der Fachmann empfiehlt Pubertätsblocker, um die mit der Geschlechtsreife einhergehenden Probleme zu lösen. Hat der Blocker die gewünschte Wirkung erzielt, folgt die Hormonbehandlung, Testosteron oder überdosiertes Östrogen, wodurch die für das gewünschte Geschlecht typischen sekundären Geschlechtsmerkmale ausgebildet werden. Dem Mädchen wächst Bart, seine Stimme wird tiefer. Über die Geschlechtsangleichungsoperation kann schließlich das Kind selbst entscheiden – mit Zustimmung der Eltern oder der Vormundschaftsbehörde.
Was ist das, wenn nicht ein Menschenversuch?
Ministerin Judit Lannert hatte Recht: Im Kindergartenalter werden keine Geschlechtsumwandlungsoperationen durchgeführt. Dafür kommt die Zeit später. Bis dahin geht der Elternteil jeden möglichen Weg, um sein Kind zu retten, doch die Vormundschaftsbehörde ist mächtiger und setzt im Namen des Schutzes der Kinderrechte durch, dass auch ihr Wille erfüllt wird.
Später helfen sie auf dieselbe Weise den weiterhin verzweifelten, der Geschlechtsumwandlung bereuenden Jugendlichen, die erkannt haben, dass die Operation sie nicht glücklicher gemacht hat. Sie verklagen den Psychiater, der sie beraten hat, den Chirurgen, der den Eingriff durchgeführt hat, und manchmal auch die Eltern, weil sie es zugelassen haben, auf Schadenersatz in Millionenhöhe. Das hilft den Geschlechtsdysphorie-Betroffenen jedoch nicht weiter.
Hängen wir uns nicht an der fachlichen Hilfe auf!
Im Rahmen einer europäischen Bürgerinitiative wurden bis zum vergangenen Herbst 1.128.000 Unterschriften gesammelt, um die „Konversionstherapie“ für Transgender unter Strafe zu stellen.
Ich helfe beim Verständnis: Es ist verboten, jemanden von seiner Absicht zur Geschlechtsangleichung abzubringen. Die Absicht, jemanden zu „retten“, gilt als ebenso schwerwiegendes Verbrechen wie beispielsweise Terrorismus. Bei dieser Initiative handelte die EU zügig, anders als beim 2020 eingereichten Minority SafePack,(für den Schutz der autochtonen Minderheiten) das mehrfach abgelehnt wurde, zuletzt im vergangenen Sommer.
Der Kampf gegen Konversionstherapien fand innerhalb eines halben Jahres in Brüssel Gehör: Es wurde ein Verbot der Konversionstherapie ausgesprochen, sowie die Strafbarkeit von Ärzten und Psychologen, die solche Therapien durchführen; vielleicht hat die EU, davon beflügelt, die LGBTIQ+-Gleichstellungsstrategie für den Zeitraum 2026–2030 ausgearbeitet. Wie bei allen ideologischen Fragen hat man auch hier die passende Rhetorik gefunden: Die Gleichstellungsstrategie ist ein Kampf gegen Hass und Gewalt, damit der europäische Alltag frei von Diskriminierung verläuft.
Auch Geld wurde dafür bereitgestellt: Fünf europäische Dachorganisationen erhalten insgesamt 3,6 Milliarden Euro für die Umsetzung der Strategie.
Es ist kein Zufall, dass der ungarische Gesetzgeber diesem Druck zuvorkommen wollte und das frühere Kinderschutzgesetz im Jahr 2021 in aller Eile, überstürzt ergänzt hat.
In Bildungs- und Erziehungseinrichtungen darf keine als Sexualaufklärung oder unter irgendeinem anderen Namen getarnte Gender-Propaganda betrieben werden, solche Inhalte dürfen Minderjährigen nicht gezeigt werden, und Pädophile müssen registriert werden, damit sie sich nicht in der Nähe von Schulen aufhalten können.
Seitdem ist das als „homophob“ bezeichnete Gesetz ein Dorn im Auge der Gender-Lobby, und nun, fünf Jahre später, ist es gelungen, dass der Europäische Gerichtshof das vom ungarischen Parlament verabschiedete Gesetz für nichtig erklärt hat. Die Umsetzung wartet nun auf die neue Regierung, dies wird ihre erste Bewährungsprobe sein.
Auf jeden Fall bereitet das Bildungsministerium bereits eine Erklärung vor, weicht Fragen aus und redet um den heißen Brei herum. „Sexualerziehung ist sehr wichtig und nicht nur Aufgabe der Eltern. Gerade deshalb, weil es zu Ungleichheit führen würde. Sexualerziehung in der Schule bedeutet nicht LGBTQ-Propaganda“, sagte die Ministerin. Ach, wo denn. Im Rahmen des auch hierzulande mit Spannung erwarteten Projektunterrichts hat beispielsweise in Görlitz in Sachsen eine linke Organisation kürzlich eine Projektstunde für Neuntklässler abgehalten. „Misstrauen, Mut und Wagemut“ lautete der Titel des theaterpädagogischen Projekts. Die Kinder wurden mit pornografischen Bildern von Männern sensibilisiert und anschließend in Form eines Rollenspiels zu sexuellen Spielen mit verbundenen Augen angeregt. Es handelt sich um eine Eliteschule, an der mit anspruchsvollen Lehrplänen und Methoden unterrichtet wird.
Bleiben wir dabei, dass es gut ist, wenn ausschließlich die Eltern über die sexuelle Erziehung ihrer Kinder entscheiden dürfen. Wer etwas anderes sagt, macht in kurzer Zeit Platz für LGBTQ-Propaganda. So etwas haben wir bereits in westlichen Ländern gesehen, hierzulande wollen wir das nicht.
Dr. Irén Rab ist Kulturhistorikerin
Deutsche Übersetzung von Dr. Andrea Martin
MAGYARUL: https://civilek.info/latott-e-mar-atoperalt-nemu-ovodast