Gibt es noch ein christliches Europa?

23. Februar 2022 ANDREA FÖLDI-KOVÁCS für „Mandiner“

Wodurch könnte Europa christlich sein, wenn nicht durch Jesus? Und wieweit kann dieses Europa, das Christus verlassen hat, christlich sein? Die Vergangenheit, die Wurzeln, die kulturellen Schätze und die Rechtsauffassung Europas nähren sich aus christlichen Grundlagen.

Wenn wir es möchten, dass die Zukunft Europas auch christlich bleiben soll, dann müssen sich die europäischen Menschen notwendigerweise bekehren. Nur die aus dem Glauben hervorgehenden Taten können zum christlichen Alltag zurückführen. Es lohnt sich nicht, die Gegenwart zu idealisieren, gleichzeitig möchte ich jedoch vor diejenigen nachdrücklich warnen, die der Meinung sind, es würde sich dabei von einem Mythos die Rede sein.

Sie sind die Verräter unserer Zeit, wie Judas es war, sie sind diejenigen, die den göttlichen Koeffizienten in der Gleichung gegen die Unbekannte tauschen,

die aus der erschaffenen Welt den Schöpfer verbannen wollen. Ihr Verrat beraubt die Menschen ihrer Hoffnungen, und damit stoßen sie diese in die Aussichtslosigkeit und Verzweiflung.

Es könnte schicksalhaft sein, dass die „Stiftung geschützte Gesellschaft in Ungarn als Gegenstück zu der „Stiftung offene Gesellschaft entstanden ist. Diese wurde von George Soros 1984 in Budapest als „ungarischer Stützpunkt“ gegründet, von hier aus begann er seine Tätigkeit auf den Weg zu bringen und dirigierte später von hier ausgehend die Aktionen für die in diesem geographischen Raum stattfindenden operativen Einflussnahmen.

Wir organisieren ein Netzwerk gegen das Netzwerk.

Wir besitzen keine Milliarden, und unser Netz wurde nicht während eines jahrzehntelangen Zeitraums aufgebaut, aber wir haben es auch nicht nötig, die Menschen zu beeinflussen. Es reicht, wenn wir die Möglichkeit zum Zusammenschließen herstellen. Wenn das wirklich zustande kommt, dann haben wir eine unglaubliche Kraft und Potential auf unserer Seite. Der Versuch mit der offenen Gesellschaft ist gescheitert, unserer Meinung nach schon in ihrer theoretischen Phase. Es ist Zeit, mit ihr abzurechnen, bevor sie noch weitere verhängnisvolle Schäden verursacht.

Gerade wegen des Schutzes der Einzelnen und der Gesellschaften ist es notwendig, diesem zerstörerischen globalen Versuch den Garaus zu machen.

Man muss Schritte in Richtung des Rückbaus unternehmen.      

Aber warum greifen wir etwas an, was wir vielleicht nicht besiegen, sondern höchstens stoppen können? Warum beharren wir auf solche Ideale, die nach Meinung vieler unerreichbar sind? Weil wir Vertrauen in die Menschen haben, und weil wir glauben, dass die Mehrheit der Gesellschaft an dem erprobten Guten festhalten möchte, und wenn sie in dieser Hinsicht auch Kraftanstrengungen unternimmt, dann besteht die Möglichkeit zur Bewahrung von diesem. Andererseits aber, obwohl wir eine gegnerische Organisation sind, haben wir eigentlich nichts mit George Soros zu tun. George Soros betreibt ein politisches Spiel, er macht kein besonderes Geheimnis daraus, dass er geschäftliche und politische Ziele verfolgt. Die wahren Spieler des Geldes verdienen an der Krise das meiste, deshalb betrachten sie die ausgeglichenen Verhältnisse als einen unnatürlichen Zustand, und sie versuchen mit allem Einfluss oder Manipulation die Unausgeglichenheit, den Chaos zu erreichen.

Die Vision der offenen Gesellschaft hat in der Wirklichkeit das Ideal des Umsturzes, das Ziel der immer aggressiver werdenden Schritte zur Verwirklichung von diesem ist nicht, die Welt besser machen zu wollen, sondern ein vollständiges Durcheinander zu erreichen.

Die laut verkündete Idee ist also nicht die tatsächliche Absicht, sie ist nur ein Paravent, eine Maske, eine Lüge. Es ist nur ein ideologischer Anstrich. Letztlich kann George Soros nicht sagen, meine Absicht ist Chaos zu verursachen, ich möchte mich an der Krise bereichern, deshalb erschüttere ich, der Reihe nach, die stabilen politischen und finanziellen Systeme.

Die Stiftung geschützte Gesellschaft hat keine verborgenen spekulativen machtpolitischen oder finanziellen Ziele. Wir sind eine moralische Bewegung.

Wir bekennen, dass die Verwirklichung einer vernünftigen Gesellschaft nicht ohne besonnene Menschen durchgesetzt werden kann. Darin unterscheiden wir uns auch von den durch die „philanthropischen“ Dollarmilliardäre gegründeten Netzwerke.

Hinter der Idealisierung der offenen Gesellschaft, hinter dem Neomarxismus, hinter den heute so modischen progressiven Ideologien und sonstigen Erscheinungen steht nämlich nicht allein der Zweifel an der Existenz Gottes, sondern gleichzeitig ein Zweifel an den Menschen. Und sogar noch mehr,

nämlich die Verachtung der Massen und die Beraubung des Menschen seines freien Willens.

Vor einigen Jahrzehnten war es noch nicht fraglich, ob die Eltern das Recht hätten, über die Gesundheit der eigenen Kinder zu entscheiden. Mit anderen Worten, niemand hat ihnen das Recht abgesprochen, dass sie ihre Nachkommen in einem gesicherten, zur Unterstützung geeigneten familiären Kreis erziehen können, damit sie zu moralisch einwandfreien, gerechten und talentierten Menschen werden. Heute führt der allgemeine Skeptizismus gegenüber dem durchschnittlichen Menschen dazu – zum Beispiel auf dem Gebiet der sexuellen Erziehung -, dass die Aufklärung der Kinder solchen Lehranstalten, die ein Programm zur sexuellen Erziehung nach verpflichtenden, international einzuführenden, übergreifenden Maßstäben übernehmen, und den die Empfindsamkeit trainierenden NGO-Mitarbeitern übertragen werden sollte.

Was für eine Philanthropie ist etwas, die die Menschen manipulieren möchte, statt ihrer Freiheit Respekt zu zollen? Wir wussten, dass das Erscheinen unseres Netzwerkes, das Netzwerk der wahren Menschenfreundlichkeit, die sogenannten „Menschenfreunde“ überraschen wird. Gefährlich werden wir gerade deswegen für sie, weil sie in uns einen Konkurrenten sehen, wodurch ihr falsches Gehabe entlarvt wird.

Im Hintergrund der heutigen Diskussion über unseren grundlegenden Werten steht die Tatsache, dass bestimmte Kreise die Existenz des absolut Guten bestreiten, eine allgemein gültige Wahrheit in Frage stellen.

Und wie kann man Gerechtigkeit schaffen? Ein schlechter Baum bringt schlechte Früchte. Wenn wir die wahre Natur einer gegebenen Sache kennenlernen möchten, dann lohnt es sich, die beiden extremen Punkte unter die Lupe zu nehmen. Die Quelle der Idee, den Ursprung, das Ergebnis und das Endprodukt. Wie eine offene Gesellschaft ausschaut, dafür gibt es leider heute traurige Beispiele genug. Das Netzwerk von Soros hat durch die forcierte Progression endgültige regressive Abläufe in jenen Gemeinschaften hervorgerufen, in denen es Wurzeln schlagen konnte. Es unterstützt mit Dollarmilliarden die Liberalisierung vom Abortus, die Verbreitung von der Ausübung der Euthanasie, die vollständige Freigabe der Drogen, die Unterrichtung in der Genderideologie, die massenhafte illegale Einwanderung, damit ich nur einige Beispiele erwähne. Das Ergebnis spricht für sich.

Die (radikale) Offenheit ist kein europäischer Wert. Die Offenheit ist ausschließlich ein Zustand, eine Bezeichnung. Per se kann man sie nicht als richtiges oder falsches Verhalten interpretieren. Genauso wie man etwas Geschlossenes nicht als grundlegend Schlechtes oder als Verurteilungswürdiges einordnen kann. Manchmal ist das Offene schlecht und das Geschlossene richtig. In seinem Buch Wie wurde ich eine Stiftung? schreibt George Soros, sich auf Karl Popper als ideologische Quelle berufend, dass wir offen für die Annahme einer neuen Geisteshaltung sein sollten, dass wir die Gedanken anderer aufnehmen, beurteilen und wir immer glauben sollten, dass unsere Gedanken nicht vollständig genug wären. Also wir sollten nicht glauben, dass wir ein richtiges Bild von der Welt haben, sondern wir sollen die Vorstellung der anderen übernehmen. Wovon ist die Rede?

Das ist ein Marketingtrick: ich verkaufe jene Gedanken, mit denen ich die Menschen überzeugen kann, damit sie meinen Bestrebungen und Willen keinen Widerstand leisten. Das ist ein typisches Beispiel für ein messianisches Verhalten.

Nach Soros muss man gar nicht erklären, was eine offene Gesellschaft sei, letztlich wüsste jeder, dass eine geschlossene nicht gut wäre.

Mit einem ganz profanen Beispiel darlegend: nehmen wir an, ich lebe in einer verlassenen Gegend mit meiner Familie und aus den Nachrichten erfahre ich, dass Räuberbanden seit Wochen in der Gegend ihr Unwesen treiben. Nun, verhalte ich mich richtig, wenn ich nach all dem „meine Tür radikal offenlasse“ – denn eine geschlossene ist nicht gut, kein europäischer Wert, auch keine progressive Lebensauffassung, sondern Blödsinn? Als Christ bin ich nur für bestimmte Sachen offen, für solche, die mit meinem Glauben einhergehen, die nicht mit Christi Lehre kollidieren und die das Leben und die Sicherheit anderer nicht gefährden. Für alles andere bleibt die Tür geschlossen. Und das ist gut so.

Unter der Obhut der Stiftung geschützte Gesellschaft haben wir uns zusammen mit unseren Partnern dazu verpflichtet, dass wir mit unserer Rede und überhaupt mit unserer Arbeit für die herkömmlichen Werte empfindsam machen.

Wir haben fünf Themengebiete.

  • Wir schützen das Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod;
  • wir schützen das Recht zu einer gesunden körperlichen und seelischen Entwicklung der Familien und der Kinder;
  • Wir schützen die Freiheit der Religionsausübung und des Gewissens;
  • Wir schützen die traditionelle Kultur, die ungarische Bildung und unsere nationalen Werte;
  • Wir halten es auch für richtig, die territoriale Integrität zu schützen.     

Auf unserer Webseite kann sich jedermann uns anschließen, der mit unseren Zielen einverstanden ist. Über unsere Informationsseite vdtablog.hu berichten wir regelmäßig über unsere Arbeit, wir geben frische Informationen über dem In- und Ausland. Wir organisieren Expertenworkshops und Diskussionen über die unterschiedlichsten Themen, gegenwärtig ist gerade der Schul- und Lehrbetrieb an der Tagesordnung.  

Das Grundwort der Stiftung geschützte Gesellschaft, das als Grundlage zu betrachten ist, ist die „Normalität“.

Denn es existiert eine Norm, egal was manche den Massen Glauben machen möchten. Die Norm ist die Regel, das Maß, der Beziehungspunkt. Die Norm ist das Beispiel, die Ordnung, der Durchschnitt. Sie ist die in Schrift und Wort niedergelegte Regel für die allgemeine Erwartung des Verhaltens, wie unsere Traditionen, wie die Benimmregeln, das Recht oder sogar das Gewohnheitsrecht. Die Normen bedeuten zugleich den Rahmen, die Grundlagen für das geregelte Verhalten und die Freiheit, denn im durch die Mehrheit definierten und akzeptierten Rahmen ist alles erlaubt, nichts ist normverletzend. Dadurch, dass der sprachliche Relativismus, eine wichtige Stufe der totalen Diktatur des Relativismus auch den Begriff „Normalität“ erreichte – ihn „zum Problem“ machte, genauer gesagt durcheinanderbrachte –, verursachte er den totalen Chaos für die Sprachanwender, für die Menschen. Heute ist der Chaos in den Köpfen vollkommen, weil die Beziehungspunkte, die Axiome aus der allgemeinen Denkweise eliminiert wurden.

Die Normen existieren nicht nur, sondern sie bedeuten eine bestimmte Sicherheit.

Im Übrigen bekam im Wörterbuch der Stiftung nicht allein der Begriff „Normalität“ eine Hauptrolle, sondern jeder verbannte, in seinem Sinn verdrehte oder gar entstellte Begriff auch.

Es ist Zeit, dass wir endgültig mit der Kultur der Lüge abrechnen, die nichts anderes ist, als die PC-Diktatur mit Verweis auf die Empfindlichkeit einiger gesellschaftlicher Gruppen. Damit nämlich, dass wir die Dinge nicht bei Namen nennen oder die Bedeutung der Worte verändern, geben wir nicht mehr Liebe … Wir werden nicht toleranter, ja sogar …Während unseren Sprachgebrauch immer mehr der Euphemismus charakterisiert, wird unser Geisteszustand parallel dazu eher unempfindsam. Gerade diejenigen, die unsere Wörterbücher pazifizierten, verbreiten in der Seele und im Herzen die Kultur des Hasses, der Ausgrenzung und der Abstempelung! Am liebsten würden sie alles und jeden unmöglich machen, der nicht in der „neuen Sprache“ denkt und schreibt.

Das Kuratorium der Stiftung László Földi, Anett Szabó, Zoltán Moys, Zsolt Kovács und Kristóf Trombitás – bzw. die Mitglieder der Stiftung sind bezüglich der langfristigen Planungen Maximalisten. Vorerst streben wir aber nicht den Sieg an, wir ziehen nur in den Kampf; wenn es uns gelingt, den Prozess zur Liquidierung der physikalischen, moralischen und biologischen Grenzen in unserem Land aufzuhalten, dann würden wir alle damit zufrieden sein.  

Andrea Földi Kovács ist Journalistin, Gründungsmitglied der Stiftung geschützte Gesellschaft

Das originale Interview hat Tamás Kemenes für das online Magazin Mandiner gemacht

Deutsche Übersetzung von Dr. Gábor Bayor

MAGYARUL: https://mandiner.hu/cikk/20220213_foldi_kovacs_andrea_keresztenyseg_vedett_tarsadalom_alapitvany_ngo_soros_gyorgy

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