„Bleiben Sie, wie Sie sind!“

Gespräch mit dem CDU-Spitzenpolitiker Arnold Vaatz

“Friedliche deutsch-ungarische Landschaft und ein Roth-Specht“ Graphik: Theo Mainka

3. März 2021 Budapester Zeitung von JAN MAINKA

Arnold Vaatz ist ein großer Freund und Kenner Ungarns. Regelmäßig ist der ehemalige DDR-Bürgerrechtler für Vorträge oder politische Begegnungen in Ungarn zu Gast. Seit 2002 ist er einer der stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Welche wesentlichen Gründe haben zur Verschlechterung der deutsch-ungarischen Beziehungen geführt?

Die Europäische Union – und als wesentlicher Taktgeber Deutschland – fühlt sich seit Jahrzehnten als moralisch überlegener Vorreiter der Zivilisation und betrachtet die Staaten des ehemaligen Ostblocks als Demokratielehrlinge. Sie reagiert nun mit hilflosem Entsetzen auf ihren Ansehensverlust im ehemaligen Ostblock.

Gesellschaften, die es ablehnen, Feminismus, Gendersternchen, erneuerbare Energien oder Feinstaub für die Kernfragen der Menschheit zu halten, machen die Vertreter unseres Mainstreams wütend. Ungarn ist für sie eine schwere narzisstische Kränkung. Dass sie nicht einmal Wege finden, den Ungarn den Geldhahn zuzudrehen, bringt sie zur Weißglut.

Die schärfsten Angriffe gegen die demokratisch gewählte ungarische Regierung kommen vom CDU-Koalitionspartner SPD. Zurückpfeifen können CDU und CSU diese Angriffe freilich nicht. Es ist schon klar: Die SPD möchte in der großen Koalition – wo es geht – ein eigenes Profil zeigen. Warum aber gibt es von Seiten der CDU/CSU so gut wie keine offene Unterstützung für die ungarischen Positionen?

Die Unionsparteien haben in einem jahrelangen Prozess fast alle Positionen geräumt, die dem medialen Mainstream nicht gefielen. Dazu gehört auch der Meinungswandel in der CDU in Bezug auf Ungarn.

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Jan Mainka ist der Chefredakteur & Herausgeber der Budapester Zeitung

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