Kaum lachen, eher weinen

22. Juni 2026 Facebook-Seite von Gyula Thürmer

Der neue ungarische Ministerpräsident Péter Magyar stellte sich ohne ein Wort zu verlieren hinter die deutschen Machtambitionen. Im Gegenzug lassen die Deutschen die ungarische Regierung wieder in den europäischen Club zurück.

Auf den persönlichen Internetseiten des deutschen Bundeskanzlers fand sich kein Hinweis auf den Berlin-Besuch des ungarischen Ministerpräsidenten. Alles wurde erledigt, wir haben es hinter uns, besser gar nicht daran denken! So etwas konnte Friedrich Merz durch den Kopf gehen.

Der Sieg von Tisza ist eine gute Nachricht für Europa, eine gute Nachricht für Deutschland, eine gute Nachricht für die Ukraine – sprach der Kanzler bei der gemeinsamen Pressekonferenz die Wahrheit aus.

Keine Sorge, dem Gezeter der Patrioten in der EU kann ein Ende gesetzt werden. Den Deutschen kann man sagen, dass sie keine Hoffnungen mehr in die AfD setzen sollen. Und die Ukrainer können sich auf weitere Goldlieferungen freuen, denn die werden kommen, und jetzt werden sie auch von den Ungarn nicht mehr aufgehalten.

Die Anwesenheit des ungarischen Ministerpräsidenten verlieh Merz’ Worten Nachdruck. Alles klar!

Dann folgte jedoch die äusserst private Theatervorstellung des ungarischen Ministerpräsidenten. Er griff Tamás Sulyok – den ungarischen Staatspräsidenten – an, von dem die meisten Deutschen vermutlich nichts wussten, aber sie fanden es seltsam, dass ausgerechnet Berlin für kleinkarierte ungarische Angelegenheiten herhalten musste. Merz regte sich bereits darüber auf, dass der ungarische Ministerpräsident seine Rede mit den Worten des amerikanischen Präsidenten Kennedy beendete und sagte: „Ich bin ein Berliner.“ Nur dass damals jeder Kennedy verstand, denn mitten im Kalten Krieg trat er für den Schutz des vom Westen besetzten West-Berlins gegenüber der Sowjetunion ein. Nun aber, so etwas heute zu verlautbaren, ist ein ziemlich billiges Klischee.

Das „Freizeitprogramm“ des ungarischen Ministerpräsidenten hat endgültig den Bogen überspannt. Er hat in der Gegend von „Unter den Linden“ eine Currywurst gegessen und sich auf das Motorrad eines begleitenden Polizisten gesetzt. Auf Berlins historischer Hauptstraße gäbe es einige Denkmäler, die man hätte mit einem Kranz schmücken können. Da wäre zum Beispiel Friedrich der Große, wenn er dem deutschen Machtbewusstsein schmeicheln wollte, oder etwa die Statue von Alexander von Humboldt an der nach ihm benannten Universität.

Über die Verhandlungen haben wir so gut wie nichts erfahren. Der ungarische Ministerpräsident soll angeblich seine großartige Idee vorgestellt haben, dass Deutschland und Österreich der V4 beitreten sollten.

Es wäre sinnvoll, wenn ihn jemand aufklären würde, dass das Visegrád-Gipfeltreffen der Könige von Böhmen Polen und Ungarn bereits zu Zeiten König Karl-Roberts im Jahr 1335 bedeutete, dass sich die Ungarn, Tschechen und Polen zusammenschlossen, um den deutschen Einfluss zurückzudrängen.

Die Deutschen brauchen auch heute keine irgendwie geartete Zusammenarbeit mit der Visegrád-Gruppe. Sie wollen ganz Europa unter ihre Kontrolle bringen, und der ungarische Ministerpräsident hat diesem Streben leider seinen Namen gegeben. Man sollte wissen: Die Deutschen vergessen nichts. Sie mögen lächerliche Außenminister haben – Annalena Baerbocks Name wird für alle Zeiten ein Symbol für Unwissenheit und Dummheit bleiben –, aber ihr außenpolitischer Apparat ist professionell. Zum Teil deswegen, weil sie bei einem Regierungswechsel nicht entlassen werden.

Unter den ungarischen Politikern nach dem Systemwechsel war József Antall der Liebling der Deutschen. Er gehörte zur gleichen Generation wie Bundeskanzler Helmut Kohl. Er verfügte über eine klassische Bildung, beherrschte und liebte die deutsche Sprache. Kohls Generation wusste es noch zu schätzen, wenn jemand nicht nur vom Nibelungenlied gehört, sondern es auch gelesen hatte.

Gyula Horn konnte nichts ähnliches bieten, aber er ließ die Welt – fälschlicherweise – glauben, dass das Öffnen der Westgrenze für die ostdeutschen Touristen im Jahr 1989 allein sein Verdienst gewesen sei. Die Deutschen waren dankbar, denn dies beschleunigte den Zusammenbruch der sozialistischen DDR und die Eingliederung der ostdeutschen Gebiete. Und natürlich konnte das deutsche Kapital in Horns Ungarn alles kaufen, worauf es nur Lust hatte.

Der nächste Ministerpräsident, Ferenc Gyurcsány setzte diesen Trend fort: gemeinsam mit den Deutschen alles zu erfüllen, was sie verlangten. Der Lissabonner Vertrag, der die deutsche Vorherrschaft sanktionierte, wurde zuerst vom ungarischen Parlament ratifiziert. Angela Merkel sah in dem fast zehn Jahre jüngeren Gyurcsány die neue Generation.

Entgegen allen gegenteiligen Gerüchten wurde Viktor Orbán von den Deutschen respektiert. Er bot ein klares Geschäft an: Lasst deutsches Kapital kommen, wir helfen dabei, im Gegenzug solltet ihr Ungarn auf politischer Ebene mehr Handlungsspielraum einräumen. Ungarn soll Partner sein, kein Diener! Das funktionierte auch, bis Merkel sich auf einmal von den Russen trennen und der Migration nicht widersetzen wollte.

Die Deutschen brachen mit den Russen und ließen die Migranten herein. Dies verletzte die ungarischen Interessen in einem solchen Maße, dass Orbán dies nicht unterstützen konnte.

Die großen deutschen Unternehmen in Ungarn haben jedoch in kritischen Phasen stets dazu beigetragen, die Beziehungen zwischen den beiden Regierungen zu stützen.

Nach einem eher zurückhaltenden Zwischenspiel durch Kanzler Scholz brachte Merz’ Auftritt die entscheidende Wende. Merz sah die Lösung der deutschen Krise darin, dass Deutschland zum Hauptunterstützer der Ukraine und zu einem der Hauptorganisatoren des Krieges gegen Russland wird. Orbán stand Merz im Weg, man forderte seinen Kopf. Und sie bekamen ihn!

Der neue ungarische Ministerpräsident Péter Magyar stellte sich ohne ein Wort zu verlieren hinter die deutschen Machtambitionen. Im Gegenzug lassen die Deutschen die ungarische Regierung wieder in den europäischen Club zurück.

Was soll ich sagen: kein besonders gutes Geschäft!

Kanzler Merz lief ein Schauer über den Rücken, als der ungarische Ministerpräsident den ungarischen Staatspräsidenten von der Berliner Kanzel aus attackierte. Die Welt wird zwar von Schurken beherrscht, aber in Deutschland ist es noch nicht üblich, auf die eigenen aktuellen Führer zu spucken. Die Theorie des ungarischen Ministerpräsidenten vom Systemwechsel reichte nicht aus, um dies akzeptieren zu lassen.

Umso mehr, als die Deutschen wissen, dass es in Ungarn einen einzigen Systemwechsel gab, und zwar im Jahr 1989. Sie wissen es, weil sie ihn größtenteils selbst herbeigeführt haben. Viele haben die extravaganten Allüren des ungarischen Ministerpräsidenten vielleicht sogar genossen. Von Trump sind sie es ja gewohnt. Nur ist das, was bei Trump komisch ist, beim ungarischen Ministerpräsidenten tragisch.

Wir können allerdings kaum lachen, wir möchten eher weinen.

Quelle: Facebook-Seite von Gyula Thürmer, 11. Juni 2026

Autor, Gyula Thürmer ist Politiker, Vorsitzender der Ungarischen Arbeiterpartei

Deutsche Übersetzung von Dr. Andrea Martin

Nem tudunk nevetni, sírni szeretnénk A német kancellár személyes internetes oldalain nem szerepel a magyar miniszterelnök berlini látogatása. Megvolt, túl vagyunk rajta, jobb nem gondolni rá! Valami ilyesmi járhat Friedrich Merz fejében.

A Tisza győzelme jó hír Európának, jó hír Németországnak, jó hír Ukrajnának – mondta ki az igazságot a kancellár a közös sajtótájékoztatón. Nyugi, a patrióták akadékoskodásának véget lehet vetni az EU-ban. A németeknek meg lehet mondani, hogy ne reménykedjenek az AfD-ben. Az ukránok pedig várhatják az újabb aranykonvojokat, mert menni fognak, és most már a magyarok se fogják megállítani. A magyar miniszterelnök ottléte hitelesítette Merz szavait. Minden ok!

Ekkor azonban a magyar miniszterelnök magánszáma következett. Neki támadt Sulyok Tamásnak, akiről vélhetően a németek többsége semmit se tud, de furcsállották, hogy pont Berlint kell pitiáner magyar ügyekre felhasználni. Merz már azon felkapta a vizet, hogy a magyar miniszterelnök Kennedy amerikai elnök szavaival zárta mondókáját, mondván, hogy „én egy berlini vagyok.” Csakhogy Kennedyt mindenki értette, mert a hidegháború kellős közepén a Szovjetunióval szemben kiállt a nyugat által megszállt Nyugat-Berlin védelméért. Na, de most ilyet mondani, elég olcsó közhely.

A magyar miniszterelnök „szabadidős programja” végleg betette a kaput. Currywurstot evett az Unter den Linden környékén, ráült a kísérő rendőr motorjára. Berlin történelmi főutcáján van néhány szobor, amit meg lehetett volna koszorúzni. Mindjárt ott van Nagy Frigyes, ha hízelegni akarna a német hatalmi tudatnak, vagy mondjuk Alexander von Humboldt szobra a róla elnevezett egyetemen.

A tárgyalásokról nem tudtunk meg szinte semmit. A magyar miniszterelnök állítólag előadta nagy ötletét, hogy Németország és Ausztria csatlakozzon a V4-ekhez. Jó lenne, ha valaki felvilágosítaná, hogy már Károly Róbert idején, 1335-ben is azt jelentette a visegrádi együttműködés, hogy a magyarok, a csehek és a lengyelek összefognak a német befolyás visszaszorítására.

A németeknek ma sem kell a visegrádi együttműködés. Ők egész Európát akarják maguk alá gyűrni, és a magyar miniszterelnök ehhez sajnálatosan a nevét adta. Jobb, ha tőlem tudják, a németek nem felejtenek el semmit. Lehetnek nevetséges külügyminisztereik, Annalena Baerbock neve örök időkre a tudatlanság és a hülyeség szimbóluma, de a külügyi apparátus profi. Részben azért, mert kormányváltás idején nem rúgják őket ki.

A rendszerváltás utáni magyar vezetők közül Antall József volt a németek kedvence. Egy nemzedékhez tartozott Helmut Kohl kancellárral. Klasszikus műveltsége volt, tudta és szerette a német nyelvet. Kohl generációja még tudta értékelni, ha valaki nem csak hallott a Nibelung-énekről, hanem olvasta is.

Horn Gyula semmi ilyet nem tudott, de elhitette a világgal, hogy a keletnémet turisták kiengedése 1989-ben egyes-egyedül az ő érdeme. A németek hálásak voltak, mert ez felgyorsította a szocialista NDK szétverését és a keletnémet területek bekebelezését. És persze a német tőke mindent megvehetett a horni Magyarországon, amihez csak kedve volt.

Gyurcsány ezt a trendet folytatta: együtt a németekkel, teljesíteni mindent, amit kérnek. A német uralmat szentesítő lisszaboni szerződést elsőként hagyta jóvá a magyar parlament. Angela Merkel az új nemzedéket látta a nála majdnem tíz évvel fiatalabb Gyurcsányban.

Orbán Viktort minden ellenkező híresztelés ellenére tisztelték a németek. Világos üzletet ajánlott: jöjjön a német tőke, segítünk is, cserébe politikai téren engedjenek nagyobb mozgásteret Magyarországnak. Magyarország partner legyen, ne szolga! Ment is a dolog egészen addig, amíg Merkel nem akart szakítani az oroszokkal és ellenállt a migrációnak. A németek azonban szakítottak az oroszokkal és beengedték a migránsokat. Ez már olyan mértékben sértette a magyar érdekeket, hogy Orbán nem támogatta. A magyarországi német nagyvállalatok azonban mindig átsegítették a két kormány viszonyát a kritikus időszakokon.

Merz megjelenése hozott döntő fordulatot. Merz a német válság megoldását abban látta, ha
Németország lesz Ukrajna fő támogatója és az Oroszország elleni háború egyik fő szervezője. Orbán útjában volt Merznek, a fejét követelték. Megkapták! Az új magyar miniszterelnök szó nélkül a német hatalmi ambíciók mellé állt. A németek cserébe visszaengedik a magyar kormányt az európai klubba. Mit ne mondjak: nem túl jó üzlet!

Merz kancellárt kirázta a hideg, amikor a magyar miniszterelnök Sulyok Tamást támadta a berlini szószékről. Csibészek uralják el a világot, de Németországban még nem szokás a saját vezetőikre köpködni. A magyar miniszterelnök rendszerváltási teóriája kevés volt ennek elfogadtatásához.
Annál is inkább, mivel a németek tudják, hogy Budán egyszer volt kutyavásár, azaz rendszerváltás, az pedig 1989-ben volt. Tudják, mert javarészt ők csinálták.

Sokan talán még élvezték is a magyar miniszterelnök extravagáns allűrjeit. Trumptól már megszokták. Csakhogy, ami Trumpnál komikus, a magyar miniszterelnöknél tragikus.
Nem tudunk nevetni, sírni szeretnénk.

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