Wir leben in einer Orwellschen Welt

15. Dezember, 2022 Demokrata Interview mit Zsuzsanna Borvendég

Hat wirklich die USA den Kalten Krieg gewonnen? Denn die Ideologie des kommunistischen Totalitarismus lebte erkennbar weiter und infizierte nicht nur die westliche Kultur, sondern auch das öffentliche Leben und die Politik – Zsuzsanna Borvendég, Historikerin geht dieser Frage nach. Wird die Welt durch die Atombombe oder durch die Wirtschaft befriedet? Kommt ein neuer Totalitarismus? Wessen Interessen werden durch die deutsch-russische Zusammenarbeit verletzt? Und was ist die einzige Chance für das Überleben unseres Landes?
  • Europa steht vor einer beispiellosen Krise, ein seit dem Zweiten Weltkrieg nicht gesehener Krieg findet im Osten statt. Was fühlt eine Historikerin, wenn sich die Geschichte vor ihren Augen entfaltet? Analisiert sie oder wartet ab?

Es gibt nichts zu analisieren. Ein Historiker arbeitet mit Quellen, die daraus herausgelesenen Tatsachen und Daten werden analisiert, aber jetzt besitzen wir keine authentischen Quellen. Als Tatsache kann man höchstens nur feststellen, dass es einen Krieg gibt, doch es ist nicht einmal klar, wer Kriegspartei ist. Wir wissen natürlich, dass Russland am 24. Februar die Ukraine überfiel, aber der Krieg begann nicht da, seit 2014 standen die beiden Länder in einem andauernden, mit Waffen ausgetragenen Konflikt. Seit dem Zerfall der Sowjetunion war für die Russen aus sicherheitspolitischen Gründen die Neutralität der Ukraine mit den dazugehörigen Territorien ein wesentlicher Gesichtspunkt. Das zu ignorieren ist entweder politischer Analphabetismus oder eine bewusste Provokation. Es ist zu vermuten, dass im Falle Amerikas eher von der zweiten Möglichkeit zu sprechen ist, aber dann stünde im Hintergrund nicht der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, sondern der zwischen Russland und Amerika.

  • Wird also der Kalte Krieg fortgesetzt?

Man sagt, dass sich die Geschichte wiederholt, und das ist auch so, weil die Geschichte durch Menschen gemacht wird und die Natur der Menschen ändert sich nicht: die höchste Motivation ist Macht und Geld. Als Historikerin und als Mutter erschreckt mich die gegenwärtige Lage. Man erwähnt, dass die Welt seit der Kubakrise nie so nah an der Schwelle eines atomaren Krieges stand. Doch diese Analogie hat einen Fehler. 1962 hatten die Gegner einen Bereich, wohin sie sich zurückziehen und ohne Gesichtsverlust den Rückzug antreten konnten. In der bipolaren Welt waren die Einflusssphären entsprechend verteilt, keine der Supermächte hatte Interesse daran, den Status quo aufzukündigen, die erstandene Weltordnung war für beide akzeptabel.

Jetzt gibt es aber keine ausgeglichene Lage, die Kräfteverhältnisse sind nicht durchschaubar.

Beide Großmächte mussten Positionen räumen, daher sind sie frustriert, sie kämpfen mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die inneren gesellschaftlichen Spannungen wachsen, und bei solchen Gelegenheiten neigen die Großmächte dazu, einen Krieg zur Ablenkung der Aufmerksamkeit, zur Auflösung der Spannungen anzuzetteln. Und die Vernunft wird immer weniger spürbar, nicht nur in der großen Politik, sondern auf allen Gebieten des Lebens. Ideologische Überlegungen und Gefühle bestimmen anstatt der Realität die Statements der Politiker.

  • Doch hat man angenommen, dass die Verbeitung der Atomwaffen die Verhinderung des dritten Weltkrieges bewirkte. Sie aber schreiben in ihrem neuen Buch „Die Leute vom Netzwerk”, dass die erstaunliche Wucherung der Handelsnetzwerke nach 1945 ebenso bei der Aufrechterhaltung der herausgebildeten Kräfteverhältnisse half. Also wäre die Kontinuität des Handels als ein politischer Faktor anzusehen?       

Diesen Zusammenhang habe ich eher als Möglichkeit in meinem Buch erwähnt. In der mit den Netzwerken beschäftigenden internationalen Fachliteratur ist eine akzeptierte Behauptung, dass die Handelsnetzwerke eine friedensstiftende Kraft haben. Es ist eine logische Vorstellung, denn die Wirtschaft der entsprechenen Gegend prosperiert dann, wenn die dort Lebenden unter friedlichen Verhältnissen nach Lust und Laune mit den weiter entfernten Menschen Handel treiben können. Wenn ich schon ein herausgebildetes und funktionierendes Handelsnetz mit meinen Partnern habe, meine Märkte versorge, ist nicht im meinen Interesse die zu verlieren. Deshalb drängen die Teilnehmer des wirtschaftlichen Lebens die Politik in erster Linie zu friedlichen Lösungen.

Bei der Waffenindustrie ist diese Frage natürlich komplexer, die aufstrebenden Wirtschaftsunternehmen, die an einer Neuaufteilung der Märkte interessiert sind, werfen ebenfalls einen Schatten auf die Feststellung der Anfangsthese. Der Kalte Krieg war eine Periode, die auf der Basis der tatsächlichen Machtverhältnisse ruhte, in der der Handel und der Kapitalfluss zwischen den beiden Weltordnungen eine Sicherung durch Ungarn erfuhr, so konnten wir mit breitangelegten Außenhandelsbeziehungen unseren Beitrag zu der friedlichen Koexistenz leisten. Gegenwärtig ist aber die Lage anders, es gibt keine ausgeglichenen Verhältnisse, die Kräfteverhältnisse kamen durcheinander, und es gibt auch keinen Frieden. In die Verteilung der Märkte wollte sich China einmischen, Amerika wurde in allen Kontinenten zurückgedrängt, langsam wird sie nur noch in Europa eine bestimmende Rolle haben, und daran wird sie mit Zähnen und Klauen festhalten.

Die Europäische Union hat nicht die Fähigkeit ihre Interessen durchzusetzen, die Rationalität ist aus den politischen Entscheidungen entschwunden.

Nicht nur dass der Schutz der friedlichen Handelsbeziehungen nichts zählt, sogar grundlegende strategische Überlegungen spielen keine Rolle, gerade jetzt, als die Union ihre eigene Energieversorgung unter Embargo stellt, und damit ihre wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit schwächt, sowie die Qualität der Lebensumstände ihrer Bewohner gefährdet. Das Ganze wirkt wie eine schlechte Komödie.

  • Diese Veränderungen könnten den Beginn einer neuen Ära anzeigen? Viele sprechen von dem immer enger werdenden Kreis der Freiheitsrechte, von der Anziehungskraft des gesellschaftlichen Kreditsystem in China, sie erwarten das Erscheinen eines Totalitarismus mit neuem Gesicht.

Auf jedem Fall, aber die Veränderung begann nicht jetzt, sie wurde nur durch die technische Entwicklung endgültig beschleunigt, und vielleicht kamen wir nun an die finale Schwelle. Manchmal habe ich den Eindruck, dass die abgeschlossene Welt des kommunistischen Systems eine Brutstation war, ein Versuch, um festzustellen, was, wieviel und in welcher Weise man etwas verwirklichen kann. Wenn wir die ideologische Hülle von dem Kommunismus herunterkratzen, dann bleibt ausschließlich die wirtschaftliche Vorstellung, deren zentrale Bausteine die Konzentration des Kapitals und des Vermögens sind.

Genauso wie im globalen Kapitalismus, nur dass im von den Bolschewisten ausgebauten System der Besitz des Kapitals in den Händen von wenigen, oberen Parteifunktionären lag, während im globalen Kapitalismus eine Hand voll Geschäftsleute dieselbe Rolle innehaben.

Die Konzentration des Kapitals aber wirft Fragen in der Organisation der Gesellschaft auf, die ausgebeuteten und rechtlosen Massen muss man irgendwie händeln. Die totale Kontrolle konnte man im 20. Jahrhundert mit Terrorbrigaden und mit einem Netz aus Denunzianten verwirklichen, heutzutage genügen gesichtserkennende Kamerasysteme und auf digitalem Weg erteilte Strafpunkte.

  • Wir leben also bereits in einer Orwellschen Welt?

Es scheint so, ja wirklich, und noch dazu ist es im Vergleich mit dem Orwellschen Roman „1984“ viel schlimmer. In der allgemeinen Kommunikation bis zur Radikalität gesteigerte politische Korrektheit übertrifft die dort dargestellte „doppelt überlegte“ Dystopie. Als Frage kommt bei mir hoch, ob wirklich die USA den Kalten Krieg gewonnen hat, denn

die Ideologie des kommunistischen Totalitarismus hat sichtbar weitergelebt, und sie infizierte nicht nur die westliche Kultur, sondern auch das öffentliche Leben und die Politik.

Die Sowjetunion zerfiel zwar, aber ihre dahinterstehende Weltsicht ist nicht gestorben, sondern erstarkte mehr denn je. Vielleicht deshalb, weil der Westen die Dämonisierung des feindlichen Lagers nicht mehr nötig hatte. Mit dem Abbau des Eisernen Vorhangs wurde die bolschewistische Ideologie freigesetzt, sie entwich wie der Geist aus der Flasche. Dadurch reifte die von den Sowjets jahrzehntelang geführte konspirative Arbeit, womit sie die westlichen Gesellschaften „aufgeweicht“ haben.

  • Bei dieser „Aufweichung“ hat unser Land eine Hauptrolle gespielt, denn das für die illegale Arbeit nötige Geld wurde über uns in den Westen gebracht. In Ihrem Buch „Das Geld des Netzwerkes“ haben Sie dargestellt, dass man den Kalten Krieg nicht durch eine schwarz-weiße Sichtweise interpretieren kann, schließlich haben die ungarischen kommunistischen Wirtschaftsbeteiligte Geschäfte mit Unternehmern und Politikern, die eine nationalsozialistische Vergangenheit aufwiesen, gemacht – und zwar mit dem Segen der Sowjets.

Wir schauen auf den Kalten Krieg in einer vereinfachten Weise: ein Kampf des Guten gegen das Böse, eine Gegenüberstellung des Kapitalismus und des Sozialismus. In Wirklichkeit war der Sozialismus nichts anderes, als die bisher extremste Form des Kapitalismus, der Kampf erfolgte nur auf der Oberfläche. Die Welt wurde zwischen zwei Großmächten aufgeteilt und keine von den beiden wollte das Hochheitsgebiet des anderen verletzen. Das haben wir selbst am eigenen Leib 1956 erfahren. Sie schlossen gegenseitig vorteilhafte Geschäfte miteinander, die Ideologie und die frömmelndenmoralischen Überlegungen waren nur Blendwerk, das „marxistische Opium“ für das Volk.

Es zählte nicht, ob jemand Nazi, Kommunist oder ein „Demokrat“ war, wenn die Zusammenarbeit entsprechende Früchte brachte.

Im Spiegel dieser Geschehnisse betrachte ich auch die gegenwärtige „Energiekrise“mit einem bitteren Lächeln. Während die Medien den Krieg in der Ukraine als einen Kampf zwischen gut und böse darstellen, bekommen wir solche Nachrichten, dass man das russische Öl in baltischen Häfen auf Schiffe, die unter anderen Flaggen fahren, umlädt, auf entsprechenden Transportschiffen das verflüssigte russische Gas Richtung westlicher Städte losschickt. Natürlich für einen viel höheren Preis, und dabei zählt auch die Umweltverschmutzung nicht. Stellt sich diese Situation viel anders gegenüber der in den achtziger Jahren dar, als das unter Embargo fallende, iranische Öl von den Amerikanern über Ungarn bezogen wurde? Noch dazu so, dass sie weniger dafür bezahlen mussten, wie wenn sie das direkt hätten kaufen müssen. Damals zahlte die ungarische Wirtschaft den Preis des Embargos, Millionen von Dollars gingen allein bei einer Lieferung unserem Land verloren, während Iran und Amerika dabei gut wegkamen. Wer wird den Preis für das jetzige Embargo bezahlen?

  • Mit der Sprengung von Nordstream wollte man endgültig die deutsch-russische Zusammenarbeit zerstören. George Friedman sprach 2015 auf einer Konferenz: die Urangst der Amerikaner wäre, wenn das deutsche Kapital und ihre Technik mit den russischen Bodenschatzreserven und den humanen Kraftquellen verschmelzen würde.

Die deutsch-russische wirtschaftliche Zusammenarbeit war schon immer ein Dorn in den Augen der Welt.

Das Zusammengehen der deutschen Industrie mit den russischen Bodenschätzen würde ein Kraftfeld erzeugen, das die weltwirtschaftlichen Verhältnisse grundlegend verändern würde.

Anfangs haben die Briten und die Franzosen alles dafür getan, dass sie die Deutschen unterdrückten, heutzutage übernahm Amerika diese Rolle. Die deutsche und die russische Seite weiß, dass sich Welten bewegen würden, um sie voreinander zu isolieren, sodass sie nicht offen ihre eigenen Interessen vertreten können, ihre Zusammenarbeit mussten sie schon immer tarnen. Meine eigene Forschung kann ich auch in diesem Rahmen interpretieren:

die mit den einstigen Nazi-Offizieren abgeschlossenen wirtschaftlichen Verträge, die auf Weisung der kommunistischen Führung zustande kamen, sollten in Wirklichkeit eine deutsch-russische Zusammenarbeit decken. In diesem Zusammenhang war Ungarn der Strohmann des sowjetischen Imperiums.

Mit anderen Worten in Zeiten der Feindschaft während des Kalten Krieges versuchten beide Länder einander zu unterstützen, selbst der ungebremste Stalinismus konnte diese auf der Hand liegende Realität nicht außer Acht lassen. Der Bau der Nordstream-Leitung ist der Beweis dieser Bestrebungen. Aber es war zu offensichtlich und wurde bis jetzt auch nicht angezweifelt, dass er ernsthaft andere Interessen verletzt. Die gegenwärtige Situation ist meiner Ansicht nach komplizierter, als sie im Kalten Krieg war: die einstigen Hauptrivalen – Frankreich und England – sind in einem wirtschaftlichen Verbund mit Deutschland, selbst wenn wir berücksichtigen, dass die Engländer unlängst aus der EU ausgetreten sind. Doch die geschichtlichen Reflexe und Verletzungen kann man nicht von einem Tag zum anderen ausmerzen, und Amerika nutzt die Taktik „teile und herrsche“ in vorzüglicher Weise, nicht nur gegenüber den führenden Staaten, sondern auch in unserer Region.

  • Den Handel zwischen den Deutschen und den Sowjets wickelte in unserem Land eine vor Ihnen als „außenwirtschaftliche Lobbygruppe“ genannte Gesellschaft ab. Ihre Mitglieder waren oft einflussreicher als die höchsten Würdenträger in der Staatsführung. Durch Ihr Buch kommt es ans Licht, dass sie nicht einmal vor Mord zurückschreckten, wenn sie ihre geschäftlichen Interessen gefährdet sahen. War das kommunistische Ungarn ein „krimineller Staat“?

Der Kommunismus ging mit Entrechtung, Rechtsbeugung, mit Verbrechen gegen die Menschlichkeit einher, und er geht auch heutzutage auf der ganzen Welt so vor, sodass

jeder kommunistische Staat eigentlich ein „krimineller Staat“ ist.

Das in meinem Buch geschilderte System war nichts anderes als eine Folge des Mangels an Moral. Es kam eine neue Generation, die – um den Schriftsteller Sándor Márai zu zitieren – nicht mehr die Ideologie, sondern die Beute verteidigte. Die Menschen waren nicht durch die marxistische Sichtweise verblendet, sie interessierten sich nicht für den „Leninschen Weg”, sie glaubten nicht an fleckfiebrigen Ideologien, aber sie schätzten ab, wie es möglich wäre, die Stärken des Systems zu ihrem Nutzen anzuwenden und wie sie aus seinen schwachen Punkten Vorteile ziehen könnten. Der Handel war ein staatliches Monopol, die Märkte standen unter vollständiger Kontrolle, aber das band ihre Hände nicht, sondern gab ihnen Privilegien. Sie konnten ohne Konkurenz ihr korruptes, auf Verpflichtungen beruhendes Kontaktsystem ausbauen, und wenn jemand das zu hindern versuchte, für den gab es keine Gnade. Schon in den siebziger Jahren orientierten sie sich an den westlichen großen Wirtschaftsunternehmen und nicht an Moskau. Sie haben hier bei uns ein verhältnismäßig riesiges Vermögen angehäuft, aber der richtige Profit landete trotzdem nicht bei ihnen, sondern bei den international tätigen Großbetrieben und Geldinstituten. Je näher der Regimewechsel kam, desto wichtiger wurden die Beziehungsgeflechte und sie beeinflussten auch den Spielraum der Politik.

Die Zielsetzung war eindeutig: die Parteihierarchie so abzubauen, dass die geldpolitischen Netzwerke keinen Schaden erleiden. Das ist gelungen.

  • Wie sehen Sie als Historikerin die Lage für unser Land in diesen stürmischen Zeiten?

Die Wirtschaft in Ungarn ist leicht verwundbar – teils auch wegen der vorhin erwähnten Netzwerke – wir sind von der Union abhängig, in erster Linie von Deutschland. Unsere geschichtliche Erfahrung ist, dass der Karpatenbecken aus geopolitischer Sicht ein strategisch wichtiger Platz ist, und deshalb wir uns aus den Konflikten nicht heraushalten können, noch dazu da unser Land durch Transkarpatien direkt vom Krieg betroffen ist. Ungarn ist viel zu unbedeutend, dass es die globale Politik beeinflussen könnte, wir befinden uns jedoch an einem Ort, wo wir all die Konsequenzen daraus erleiden müssen. Soweit ich sehe,

wäre unsere einzige Chance der Zusammenhalt von Mitteleuropa, der bereits frühere Vorbilder aufweist, aber wir wissen auch, dass die jeweiligen Großmächte die hier lebenden Völker ständig gegeneinander ausspielen.

Der Zusammenschluss ist aus dem Blickwinkel der Großmächte genauso gefährlich, wie die deutsch-russische Zusammenarbeit! Die in meinen Büchern beschriebenen Netzwerke beweisen, dass unsere Heimat in der bipolaren Welt eine vermittelnde Rolle eingenommen hat. In Folge dessen haben sie zwar das Land ausgeplündert, aber was wäre dann, wenn wir diese Methoden zu unserem Nutzen anwenden könnten? Es ist eine Frage der Zukunft, ob man ein solches Netzwerk aufbauen könnte, aber zum Nutzen der Nation.

Das Interview – geführt von Tamás Pataki – erschien zuerst auf Ungarisch: https://demokrata.hu/magyarorszag/orwelli-vilagban-elunk-2-600750

Dr. Zsuzsanna Borvendég ist Historikerin, wissentschaftliche Mitarbeiterin des Hungarologischen Forschungsinstituts, Autorin von zahlreichen, die Vergangenheit aufdeckenden Büchern. Sie bringt diesmal einen neuen Band mit dem Titel „Die Leute vom Netzwerk” heraus.

Deutsche Übersetzung: Dr. Gábor Bayor

2 thoughts on “Wir leben in einer Orwellschen Welt”

  1. leider kuemmert es die hegemonistischen amerikaner ueberhaupt nicht,was um sie rundherum passiert;sie sind wie eine dampfwalze weltweit unterwegs und raeumen unliebsames aus dem weg;dazu kommt noch das die amerikaner mit ihrem wertlosen dollar tausende menschen bestechen um die interessen anderswo unterzubringen;weiters sind die nachkommenden generationen zu sehr mit smartphone beschaeftigt und bemerken daher nicht ,wie sie in eine neue diktatorische falle hineinmanoevriert wurden;denn wir stecken schon wieder mittendrin,das ist fact;

  2. Verlängert man die höchst plausible Argumentationslinie der Frau Borvendég, so könnte man wohl sagen, der von den globalistischen Plutokraten angestrebte Great Reset entspricht recht genau der von den Kommunisten angestrebten Weltrevolution.

    Und wenn sie sagt: „… die höchste Motivation ist Macht und Geld“, so kann ich nur applaudieren und dazu ergänzend auf Kant verweisen. Nach dessen Auffassung wurzelt das Böse in dem, was er Egoismus und an anderer Stelle Selbstsucht nennt. Die spezifiziert er als Herrschsucht (hier mit mit dem Motiv Macht benannt) und Habsucht (hier mit dem Motiv Geld umschrieben). Kant nennt aber vor den beiden Punkten noch die Ehrsucht, also den Willen, sich über andere zu erheben und diese zu demütigen.

    Diesen Punkt darf man nicht auslassen, wenn es um die Frage eines Friedensschlusses geht. Speziell jetzt im Stellvertreterkrieg in Osteuropa fällt auf, daß die Herrschenden in den USA und Europa dies völlig mißachten, indem sie Putin mit dem existentiell Bösen identifizieren und ihn Hitler an die Seite stellen. Das offenbart die Zielsetzung einer Debellatio Rußlands, wie sie spätestens ab 1940 zunächst Churchill und später alle Westmächte gegenüber Deutschland verfolgten. Nur hatten schon Napoleon und Hitler Rußlands Weite, seine Ressourcen und die Leidensfähigkeit seiner Bevölkerung unterschätzt. Dies zusammen begründet eine große Sorge vor einer katastrophalen Eskalation des Konflikts.

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