„Ich habe keine Angst“

27. Oktober 2026 Ungarn Heute + Balázs Bús‘ Brief aus dem Gefängnis

Seit vier Monaten wird Balázs Bús im Szegediner Csillag-Gefängnis festgehalten; nun hat er sich in einem offenen Brief an die Öffentlichkeit gewandt. Der ehemalige FIDESZ-Bürgermeister von Óbuda (Altofen, 3. Bezirk von Budapest) und ehemalige Vizepräsident des Nationalen Kulturfonds bezeichnet das gegen ihn eingeleitete Strafverfahren als politisch motiviert und wirft Ministerpräsident Magyar vor, die Justiz zu beeinflussen.

Der Politiker behauptet, man wolle ihn zu einer falschen Aussage zwingen, doch dazu sei er nicht bereit. Er verfasste seinen Brief, nachdem das Gericht seine Untersuchungshaft bis Weihnachten verlängert hatte. „Ich habe keine Angst!“ – mit diesen Worten beginnt der Brief von Balázs Bús, der am 22. Oktober im Szegediner Hochsicherheitsgefängnis verfasst wurde. Der ehemalige Bürgermeister kritisiert scharf die Staatsanwaltschaft, das Gericht und Ministerpräsident Magyar, wobei

er seine eigene Inhaftierung mit den politischen Repressalien nach der Niederschlagung der Revolution von 1956 vergleicht.

Laut Bús wird er seit vier Monaten unrechtmäßig und rechtswidrig festgehalten. Er behauptet, die Staatsanwaltschaft stehe unter politischem Druck und erwarte von ihm ein Geständnis, das weder der Wahrheit noch seinem Gewissen entspreche.

„Obwohl ich bisher in jeder Hinsicht mit der Staatsanwaltschaft kooperiert und alle Fragen beantwortet habe, wollen die Drahtzieher dieses politisch motivierten Verfahrens von mir ein Geständnis hören, das nicht nur mit der Wahrheit und der Realität, sondern auch mit meinem Glauben unvereinbar ist. Non possum! (lat.: Ich kann es nicht tun), erklärte er. In seinem Brief behauptet der Politiker zudem, dass

seit Beginn des Verfahrens sein Kontakt zu Familienangehörigen und Angehörigen eingeschränkt werde, was er als Teil des auf ihn ausgeübten Drucks betrachte.

Der Veröffentlichung des Briefes kommt besondere Bedeutung zu, da das Bezirksgericht Kecskemét am 22. Oktober die Untersuchungshaft des Politikers um weitere zwei Monate bis zum 25. Dezember verlängert hat. Laut einem Bericht über die gerichtliche Entscheidung hatte die Oberstaatsanwaltschaft des Komitats Bács-Kiskun (Batsch-Kleinkumanien) am 19. Oktober die Aufrechterhaltung der Zwangsmaßnahme beantragt. Der Ermittlungsrichter stellte fest, dass der begründete Verdacht und mehrere besondere Gründe für die Haft weiterhin bestehen. Die Entscheidung ist nicht rechtskräftig. Bús ist hingegen der Ansicht, dass weder die Fluchtgefahr noch die Gefahr der Wiederholung der Straftat seine Inhaftierung rechtfertigen. Er beruft sich darauf, dass er den Behörden bereits vor seiner Festnahme gemeinsam mit seinem Anwalt signalisiert habe, dass er bereit sei, bei den Ermittlungen zu kooperieren.Auch die richterliche Kontrolle unterzieht er heftiger Kritik. Er behauptet, dass

die Richter in Kecskemét jeden Antrag der Staatsanwaltschaft genehmigen, was zu einer unkontrollierten Übermacht der Staatsanwaltschaft geführt habe.

Bús hatte bereits zuvor seine Freilassung sowie die Anwendung milderer Zwangsmaßnahmen beantragt, doch sein Antrag wurde abgelehnt.

Sein Verteidiger, Gábor Papp, berichtete Anfang Oktober, dass der Politiker eine ausführliche Aussage gemacht und alle Fragen der Staatsanwaltschaft beantwortet habe.

Bús wurde im Zusammenhang mit der Verwendung von Fördermitteln des Nationalen Kulturfonds (NKA) der Untreue mit besonders schwerwiegendem Vermögensschaden beschuldigt.

Die Ermittlungen haben sich inzwischen auch auf mehrere ehemalige hochrangige Regierungsvertreter ausgeweitet. Zu den in das Verfahren verwickelten Personen gehört auch der ehemalige Minister für Kultur und Innovation, Balázs Hankó, der Ende September in Untersuchungshaft genommen wurde. Der ehemalige Minister sprach ebenfalls von einem politisch motivierten Verfahren und behauptete, die Betroffenen würden ungerechtfertigt festgehalten.

Balázs Bús vertritt in seinem aktuellen Schreiben im Wesentlichen denselben Standpunkt, allerdings in einer weitaus persönlicheren und schärferen Formulierung als zuvor. Der ehemalige Bürgermeister wurde neben der NKA-Affäre auch im Korruptionsfall von Óbuda unter Verdacht gestellt. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft soll er als Bürgermeister Bestechungsgelder entgegengenommen haben. Bús bestreitet, die Straftaten begangen zu haben.

Eine der schwerwiegendsten Behauptungen in seinem Brief betrifft direkt Ministerpräsident Magyar:

„Péter Magyar hat in seinen Reden im Parlament und in Kisvárda den Behörden unmissverständlich klargemacht, welches Urteil er von ihnen erwartet. Es ist völlig klar, dass ich Opfer eines politisch motivierten Verfahrens bin“,

schrieb er.

Der vollständige Brief von Balázs Bús:

„Ich habe keine Angst!

Seit vier Monaten werde ich unrechtmäßig und rechtswidrig im Csillag-Gefängnis in Szeged festgehalten – auf Anweisung der Staatsanwaltschaft des Komitats Bács-Kiskun, die von Péter Magyar eingeschüchtert (missbraucht) und von ihm manipuliert wird.

Obwohl ich bisher in jeder Hinsicht mit der Staatsanwaltschaft kooperiert und alle Fragen beantwortet habe, wollen die politischen Drahtzieher dieses inszenierten Verfahrens von mir ein Geständnis hören, das nicht nur mit der Wahrheit und der Realität, sondern auch mit meinem Glauben unvereinbar ist. Non possum!

Zu diesem Zweck schränken sie seit Beginn des Verfahrens kontinuierlich meine Kontaktmöglichkeiten ein und versuchen, meine Beziehungen zu meinen Familienangehörigen und meinen Liebsten unmöglich zu machen und zu zerstören.

Ich bin allen dankbar, die in diesen bösen Zeiten an unserer Seite stehen und uns mit ihren Gebeten helfen. Besonders dankbar bin ich für die Solidarität unserer polnischen Freunde!

Die Gründe für meine Inhaftierung sind nicht gegeben. Es besteht keine Fluchtgefahr, da wir – gemeinsam mit meinem Anwalt – bereits vor meiner Festnahme den Ermittlungsbehörden mitgeteilt haben, dass ich zur Verfügung stehe. Die Gefahr einer Wiederholung der Straftat ist ebenso ein unbegründeter und lächerlicher Grund wie die Beeinflussung des Verfahrens, was dem zuständigen Staatsanwalt jedoch sehr wohl bewusst ist.

Der Untersuchungsrichter am Amtsgericht Kecskemét leistet keine substanzielle Arbeit, denn es ist allgemein bekannt, dass die Richter in Kecskemét die Anträge der Staatsanwaltschaft zu 100 % genehmigen (was natürlich die Frage aufwirft, wozu man sie überhaupt braucht), aber noch bedauerlicher ist, dass dadurch eine unkontrollierte Übermacht der Staatsanwaltschaft entstanden ist, die – wie auch in meinem Fall zu sehen ist – Raum für Missbrauch bietet.

Aber „macht es überhaupt Sinn, in Zeiten gesetzlich verankerter Rechtswidrigkeiten nach Rechtmäßigkeit zu fragen?“, könnten wir mit den Worten von András Visky fragen.

Péter Magyar hat in seiner Rede im Parlament und in Kisvárda den Behörden unmissverständlich klargemacht, welches Urteil er von ihnen erwartet. Es ist völlig klar, dass

ich Opfer eines politisch motivierten Verfahrens bin.

1956 stand mein Vater im Alter von 22 Jahren als Soldat in Esztergom auf der Seite der Revolution. Er ist nie der (kommunistischen – der Übersetzer) Partei beigetreten. 1956 überlebte meine Mutter im Alter von 20 Jahren den Massaker der AVO auf dem Kossuth-Platz. Sie ist nie der Partei beigetreten.

1986, vor 40 Jahren, wollten der politische Offizier der Kaserne in Cegléd und der militärische Geheimdienst mich zu einem falschen Geständnis zwingen, doch auch ihnen gelang es nicht. 1988, im Alter von 22 Jahren, trat ich der Fidesz bei, um dem Einparteiensystem, der Willkür, die die Freiheit einschränkte, und dem Parteistaat, der die Generation meiner Eltern unterdrückte, ein Ende zu setzen.

Im Jahr 2026, im Alter von 60 Jahren, wurde ich zum politischen Gefangenen des wiederauflebenden bolschewistischen Hasses und der wiederkehrenden Macht.

Nach 1956 wurde im Csillag-Gefängnis in Szeged der geistige Vorläufer von Péter Magyar, der Märtyrer József Kováts, hingerichtet. Unter diesen Mauern bete ich für sie und auch für jene Revolutionäre, die ebenfalls als Vergeltung für den Freiheitskampf von 1956 verurteilt und im „Csillag“ eingesperrt wurden. Gesegnet sei ihr Andenken.

„Von allen Seiten werden wir in die Enge getrieben und finden doch noch Raum; wir wissen weder aus noch ein und verzweifeln dennoch nicht; wir werden gehetzt und sind doch nicht verlassen; wir werden niedergestreckt und doch nicht vernichtet. „(2 Kor 4,9)

„Ich bin für alles dankbar, sogar für meine Deportation, denn dadurch bin ich Gott näher gekommen.“ (János Esterházy)

Csillag-Gefängnis, 22. Oktober 2026, Gedenktag für Papst Johannes Paul II.

Bús Balázs levele a börtönből

“Nem félek!

4 hónapja tett fogva a szegedi Csillag börtönben jogtalanul és törvénytelenül a Magyar Péter által megfélemlített (abuzált) és kézi vezérelt Bács-Kiskun Megyei Ügyészség. Bár idáig mindenben együttműködtem az ügyészséggel, minden kérdésre válaszoltam, a koncepciós eljárás politikai megrendelői, olyan vallomást akarnak tőlem hallani, amely nemcsak az igazsággal és a valósággal, de a hitemmel sem egyeztethető össze. Non possum!

Ennek érdekében már az eljárás kezdete óta folyamatosan korlátozzák a kapcsolattartásomat, családtagjaimmal, szeretteimmel való kapcsolataim ellehetetlenítésére és tönkretételére törekednek. Hálás vagyok mindenkinek, akik ezekben a gonosz időkben melléjük állnak, akik imáikkal minket segítenek. Különösképp hálás vagyok lengyel barátaink szolidaritásáért!

A fogvatatásom indokai nem állnak fenn. Nincs szökésveszély, hisz már letartóztatásom előtt – ügyvédemmel együtt- jeleztük a nyomozóhatóságok felé, hogy rendelkezésre állok. A bűnismétlés veszélye szintén valótlan és nevetséges indok, ahogy az eljárás befolyásolása is, de ezt az eljáró ügyész pontosan tudja is.

A Kecskeméti Járásbíróság vizsgálati bírója érdemi munkát nem végez, hisz köztudomású, hogy a kecskeméti bírók 100%-ban jóváhagyják az ügyészi indítványokat (ami persze felveti, hogy mi szükség rájuk egyáltalán), de ami elszomorítóbb, hogy ezáltal olyan kontrollálatlan ügyész túlhatalom jött létre, mely – mint esetemben is látható- visszaélésekre ad lehetőséget. De “egyáltalán értelme van törvényességet firtatni, a törvénybe iktatott törvénytelenségek idején?” – kérdezhetjük Visky András szavaival.

Magyar Péter parlamenti és kisvárdai beszédében egyértelműen meghatározta a hatóságoknak, hogy milyen ítéletet vár el tőlük. Teljesen egyértelmű, hogy politikai koncepciós eljárás áldozata vagyok.

1956-ban édesapám 22 évesen, esztergomi katonaként a forradalom oldalán állt. A pártba soha nem lépett be. 1956-ban édesanyám 20 évesen túlélte a Kossuth téri AVO-s sortüzet. A pártba soha nem lépett be.

1988-ban 22 évesen beléptem a Fideszbe, hogy véget vessünk az egypártrendszernek, a szabadságot korlátozó önkénynek, a szüleim generációját megnyomorító pártállamnak. 1986-ban, 40 évvel ezelőtt a ceglédi laktanya politikai tisztje és a katonai elhárítás szeretett volna hamis vallomásra rákényszeríteni, nekik sem sikerült.

2026-ban 60 évesen pedig politikai foglya lettem a visszatérő bolsevik gyűlöletnek és hatalomnak.

1956 után a szegedi Csillag börtönben kivégezték Magyar Péter szellemi elődei, Kováts József vértanút. Ezek között a falak között imádkozom értük, és azokért a forradalmárokért is, akiket szintén az ’56-os szabadságharc megtorlásaként elítéltek és a Csillagba zártak. Áldott legyen emlékük.

“Mindenfelől szorongatnak minket, de agyon nem nyomnak; bizonytalanságban vagyunk, de nem esünk kétségbe; üldözést szenvedünk, de elhagyatottak nem vagyunk; földre terítenek, de el nem veszünk.“ (2Kor 4.9)

“Mindenért hálát adok, még az elhurcolásomért is, mert általa kerültem közelebb Istenhez.” (Esterházy János)

Csillag börtön, 2026. október 22, Szent II. János Pál pápa emléknap

Bús Balázs Nem félek! (Levelem csak teljes egészében osztható meg, idézhető, abból részletek kiemeléséhez nem járulok hozzá.”)

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