Gedanken zum Referendum über den Schutz der Kinder

9. April 2022 Magyar Hírlap von IRÉN RAB

Es war einmal ein Prinz, der heiraten wollte. Er bereiste viele Länder, konnte aber keine passende Braut für sich finden. Auf seinem Weg kam er in ein Land, das von einem bösen siebenköpfigen Drachen beherrscht wurde. Der junge Prinz stellte sich ihm tapfer entgegen, doch der Drache spuckte Feuer und versuchte, ihn zu vernichten. Ein Ritter in glänzender Rüstung eilte ihm zu Hilfe und gemeinsam gelang es ihnen, den bösen Drachen zu besiegen. Als sie sich gegenseitig in die Augen blickten, spürte der Prinz, dass er in dem tapferen Ritter seine wahre Liebe gefunden hatte. Sie hatten eine Homo-Hochzeit mit Gästen aus allen Ländern und sie leben noch bis heute... denn jetzt ist ihre Zeit gekommen.

Dem Autor dieses Märchens ist es gelungen, den Ton zu finden, der dem klassischen Märchen fehlte: Toleranz und Vielfalt.

Er hat eine echte LGBTQI-Geschichte geschrieben, die Kinder für Regenbogenfamilien und die homosexuelle Ehe sensibilisiert, so die Empfehlung des Buches.

Die Geschichte wird für Kinder ab vier Jahren den Eltern, Kindergärten und untere Schulklassen empfohlen.

Diese Geschichte stammt nicht aus dem ungarischen Märchenbuch „Märchenland gehört allen„, obwohl das auch sehr wohl sein könnte, denn Mitte März veröffentlichte das Stern Magazin das Märchenbuch auf Deutsch, das aus ungarischen Buchhandlungen verbannt wurde und den rückständigen ungarischen Geschmack provozierte. Der Zeitpunkt war bewusst gewählt, zwei Wochen vor der Volksabstimmung über den Schutz der Kinder, und es war eine Möglichkeit, an die öffentliche Meinung in Deutschland zu appellieren. Über die Veröffentlichung des Buches berichteten alle seriösen deutschen Zeitungen und Medien und die Rezension wurde durch Berichte über die homophobe ungarische Regierung und die rechtspopulistische Politik der Intoleranz ergänzt.

Sie weiteten die anti-ungarische Thematik aus.

Als ich nach dem Buch gegoogelt habe, fand ich auf Amazon einen großen Haufen sensibilisierender Kinderbücher, von dem kleinen Jungen im rosa Tüllrock, der sich vor seinen Klassenkameraden outet, über die beiden Pinguin-Jungen, die ein Pinguinbaby adoptieren, bis hin zu der Geschichte der kleinen Anna, die von allen, einschließlich ihrer Eltern, Paul genannt wird, weil niemand außer ihr weiß, dass sie eigentlich ein Mädchen ist. Sie ist ein Mädchen, weil sie sich wie eines fühlt. Letzteres, mit dem Titel

„Das schönste Kleid der Welt“, wurde vom Deutschen Verlag ins Ungarische übersetzt und für ungarische LGBTQI-Kinder online zur Verfügung gestellt.

Wenn der böse Orbán und die homophobe ungarische Legislative ihnen schon moderne Märchen verweigern! Die Übersetzung bedurfte keine große Anstrengung, denn das Buch erzählt durch Zeichnungen die Geschichte eines Kindes, das als Junge geboren wird und als Junge aufwächst, aber schließlich zu einem Mädchen wird.

Das Referendum

Im Vorfeld des allgemeinen Wahlkampfes lenkte der Krieg in der Nachbarschaft vom Referendum über den Kinderschutz ab und es wurde nur wenig darüber gesprochen, abgesehen von den Plakaten, die aufgehängt wurden. Die Regierung, die den Vorschlag unterbreitet hat, war sich sicher, dass auf die vier gestellten Fragen bei normaler Betrachtung kein „Ja“ als Antwort möglich ist. Die Fragen selbst waren surreal, wenn man die Hintergründe nicht kannte. Denn

wer käme schon auf die Idee, Kindergartenkindern oder Schulkindern einen Vortrag mit sexuellem Inhalt oder bezüglich sexueller Orientierung zu halten oder Kinder zu ermutigen, ihr Geschlecht zu ändern? Wie kann man solche Fragen überhaupt stellen, und wer würde eine solche Frage mit Ja beantworten?

Dies ist in unserem Land eine realitätsfremde Situation.

Die Regierung hat den Vorbereitungen für das Referendum nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt und die Kampagne „Stimme ungültig“ von Amnesty International nicht ernst genommen. Die NGO, die zur Open Society Foundation gehört und sich um die ungarische Demokratie sorgt, forderte ihre Anhänger auf, die Demokratie mit Füßen zu treten.

„Stimmen Sie ungültig, denn dies ist ein Propagandareferendum, eine direkte Fortsetzung der homo- und transphobischen Politik der Regierung, die die Sicherheit und das Wohlergehen der Menschen ihren eigenen politischen Zielen opfert. Lasst uns das Propaganda-Gesetz löschen!“

Amnesty-Aktivisten haben auch Anweisungen gegeben, wie dies am besten zu tun ist.

Es bestand keine Verpflichtung zur Teilnahme an dem Referendum und jeder, der mit der öffentlichen Darstellung des Themas nicht einverstanden war, konnte von seinem demokratischen Recht Gebrauch machen, fernzubleiben. Ein Drittel der Wähler hat von diesem Recht Gebrauch gemacht. Damit hätte das Referendum immer noch gültig sein können, da eine „Ja“ Antwort (also die Stimme gegen die gestellten Fragen) immer noch als gültige Antwort gilt. 7,6 % der Wähler, d. h. zweihundertsiebzigtausend Menschen, stimmten mit „Ja“, d. h. für die institutionelle sexuelle Beeinflussung von Kleinkindern. Entweder aus Einverständnis, Unwissenheit oder Provokation. Obwohl für die Provokation keine Ja-Stimme erforderlich war, wurde sie auf der Grundlage der Amnesty-Richtlinien durch ungültige Stimmen entschieden.

Zwanzig Prozent der Befragten, d. h. mehr als anderthalb Millionen Menschen, haben die Wahlzettel absichtlich beschädigt oder verunstaltet.

Meine Bekannten in den Wahllokalen haben mir von den obszönen, ekelerregenden Zeichnungen auf den Stimmzetteln erzählt, die von erwachsenen Wählern, die sich für kultivierte Menschen halten, erstellt wurden. Viele Leute machten ein Foto davon und teilten es stolz in sozialen Netzwerken, um der Welt zu zeigen, dass sie keine homophoben Ungarn sind!

Die Zahl der ungültigen Stimmen entspricht in etwa der Zahl der für die Oppositionskoalition abgegebenen Stimmen. Es war eine Protestwahl, bei der sie servil den Positionen ihrer Parteien folgten.

Zumindest in dieser Frage konnten sie Sand ins Getriebe schütten. Wem? Der Fidesz? Der Politik der Regierung? Die Damen*Herren haben sich geirrt, sie haben dem Land und sich selbst geschadet. Denn, ob Sie es glauben oder nicht, das Problem ist nicht nur vorgetäuscht, die Genderdiktatur kennt keine Grenzen und wir merken nicht einmal, wie sie schleichend in unseren Alltag eindringt.

Das ungarische Kinderschutzgesetz, das in der EU nur als homophobes Gesetz bezeichnet wird, schließt nicht aus, sondern schützt. Es schützt das Recht der Kinder, ihr Geburtsgeschlecht zu behalten und schützt sie vor pornografischen Inhalten, die Sexualität um ihrer selbst willen darstellen und vor Inhalten, die eine Geschlechtsumwandlung fördern.

Was, seien wir ehrlich, wirklich nichts für Kinder ist. Die Kinder der ungültig stimmenden Wähler werden auch geschützt werden. Erwachsene sind anders, es ist ihr gutes Recht, so zu leben, wie sie wollen. Es wäre so schön, wenn die Leute den Wortlaut des Gesetzes kennen würden und nicht die Anweisungen von Hetzern nachplappern würden!

Welche Werte sollten wir unseren Kindern weitergeben?

Vor nicht allzu langer Zeit fand im Mathias-Corvinus-Kollegium eine internationale Veranstaltung über die Werte statt, nach denen wir unsere Kinder erziehen sollten. Es war schockierend, den Psychiatern und Universitätsprofessoren zuzuhören, die Vorträge hielten, denn alles, was wir nicht für möglich halten, was wir hierzulande nur als gezielte Propaganda gegen das Anderssein hören, ist dort bereits Realität. Die Gender-Ideologie, die Verwirklichung der Geschlechtervielfalt, ist dort bereits Teil des täglichen Lebens. Diese Ideologie, gepaart mit dem Woke-Sein, stellt alle traditionellen Werte in Frage.

Die Wertevernichter üben mit ihren wissenschaftsfremden Theorien eine Kulturdiktatur aus. Wir sollten uns bewusst machen, dass Gender, LGBTQ eine politische Bewegung ist, deren eigentliches Ziel es ist, die Gesellschaft zu verändern.

Wir hier in Osteuropa hatten schon unseren Anteil an sozialen Experimenten gehabt, deshalb sind wir eher misstrauisch.

Meine Bekannten in Deutschland waren bestürzt, als sie erfuhren, dass das Referendum ungültig war. Denn nur in Ungarn können die Menschen entscheiden, wie sie ihre Kinder erziehen wollen. Nirgendwo, in keinem anderen Land, sind sie, die europäischen Bürger, gefragt worden, wie sie ihre Kinder erziehen wollen und welche Werte sie befolgen möchten. Dort kann die Gender-Ideologie ungehindert durchsickern, und die Koryphäen in Brüssel, Berlin, wo auch immer in Europa, entscheiden über ihre Köpfe hinweg und ändern sogar ihr Grundgesetz, wenn das progressive Interesse es erfordert.

Dem Bundestag liegt bereits ein Gesetzentwurf vor, mit dem Artikel 6 (Familie) des Grundgesetzes um die verfassungsmäßigen Rechte von Kindern ergänzt werden soll, einschließlich ihres Rechts auf Selbständigkeit und sogar auf ein Gerichtsverfahren.

Lassen wir es uns mal auf der Zunge zergehen, was das bedeutet! Das Recht eines minderjährigen Kindes, in Angelegenheiten, die es betreffen, eigene Entscheidungen zu treffen und sogar seine Eltern anzuzeigen, wenn diese ihrem eigenwilligen Kind nicht erlauben, etwas zu tun.

Mit dem Referendum über den Kinderschutz in Ungarn haben wir, die wir in der europäischen Tradition leben, ein europäisches Anliegen gesehen! Einen Präzedenzfall, um dem LGBTQI-Wahnsinn Einhalt zu gebieten. Trotz ihrer Ungültigkeit wurde ein Präzedenzfall geschaffen: Dreieinhalb Millionen Menschen stellten sich in dieser Frage hinter die Regierung, siebenhunderttausend mehr als Stimmen für den Fidesz.

Autorin, Dr. phil. Irén Rab ist Kulturhistorikerin

MAGYARUL: https://www.magyarhirlap.hu/velemeny/20220408-nem-kirekeszt-hanem-ved

2 thoughts on “Gedanken zum Referendum über den Schutz der Kinder”

  1. In der Kindersendung „mit der Maus“, die3 vor allem 3-6-Jährige ansehen, trat kürzlich ein Menschenkind auf und heischte Mitleid. Es war nämlich als gebürtiger Mann Landstreicher. Jetzt gibt es sich als Katja zu erkennen und sagt, seither gehe es ihm gut. Schlimm sei, daß ihm die Behörden so viel Schwierigkeiten bei dieser Umwandlung gemacht hätten. Aber das werde ja mit dem neuen Gesetz, das im Koalitionsvertrag vereinbart sei, endlich viel besser.

    Dagegen habe ich folgende Programmbeschwerde an den WDR geschickt:

    „Die Sendung informierte in werbender Weise über die Transgender-Problematik. Damit zielte sie wissentlich darauf, die naturgegebene Unsicherheit von Kindern und Jugendlichen hinsichtlich der Akzeptanz ihres biologisch bekanntlich durch das Geschlechtschromosom eindeutig in binärer Weise festgelegten Geschlechts zu hinterfragen. Kinder haben vor der Latenzphase regelhaft polymorph perverse Phantasien, die in der Pubertät erneut virulent werden. In diesen vulnerablen Entwicklungsphasen schuldet man den Menschen ganz besonders Orientierung entlang den Vorgaben der Natur. Sendungen wie die benannte verstärken indes die Unsicherheit. Kommen weitere labilisierende Faktoren hinzu, erhöhen sie die Wahrscheinlichkeit, daß die Betroffenen in tiefe Selbstzweifel geraten und in der irrigen Annahme, dadurch eine Beruhigung zu erfahren, eine „Geschlechtsanpassung“ begehren. Seit diese gehäuft realisiert wird, mehren sich die Fälle von jungen Menschen, die den entsprechenden Schritt gegangen sind und über der späten Einsicht, daß sie einer (Selbst-)Täuschung aufgesessen sind, unglücklicher sind als zuvor und schwerste narzißtische Krisen bis hin zum Suizid erleiden. Das Argument, daß durch derartige irreversible Eingriffe seelisches Leid verhindert werde, ist durch derartige Verläufe haltlos geworden. Das weitere Argument, daß Menschen mit schweren Perversionen (euphemistisch als queer persons o.ä. bezeichnet) durch proaktive Förderung der Toleranz ihrer Besonderheit vor Diskriminierung geschützt würden, wiegt dagegen weitaus geringer. Denn in einer freien Gesellschaft mag jeder so frei sein, seine Vorlieben im intimen Bereich nach seinem Geschmack zu leben. Hingegen sollte von jedem Mitglied verlangt werden, daß es sie, seien sie nun „heteronormativ“ oder „queer“ ausgerichtet, vor den Augen der Öffentlichkeit verborgen hält.“

    Ungarn kann heilfroh sein, daß es das neue Kinderschutzgesetz gibt!

    1. Sehr geehrter Herr Dr Gubitz,
      wir Ungarn sind wirklich heilfroh im Bezug auf das Kinderschutzgesetz (zumindest die 3 Millionen, die dafür gestimmt haben), aber wir sind heilfroh (und dankbar) noch aus dem Grunde, dass es noch solche deutschen Bürger, wie Sie im Irrenland gibt, die sich gegen diese alles, insbesonders die menschliche Zukunft vernichtende Strömung wenden und ihre Stimmen (sogar fachmännisch fundiert) erheben.
      Es ist bekannt, dass Menschen, die Ihren (und unseren) Standpunkt in Deutschland offen kundgeben, ausgegränzt/diskriminiert werden und mit Repressalien rechnen müssen. Haben Sie vielen Dank für Ihre Tapferkeit!

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