Die Wurzeln bewahren: Neujahrsgruss der Ungarndeutschen

2. Januar 2025 von Ibolya Hock-Englender

Gemeinschaft leben – Geschichte ehren – Zukunft gestalten

Liebe Landsleute!

Als Motto zu meinem Neujahrsgruß für das Jahr 2026 habe ich die obenstehenden drei Begriffe gewählt, weil sie für mich die Ecksteine unseres Daseins darstellen.

Für die Gegenwart ist es wichtig, dass wir unsere Gemeinschaft leben, dass wir Meinungsverschiedenheiten klug bekämpfen, dass wir immer vor Augen halten, dass wir nur durch Zusammenhalt vorwärtskommen.

All die Maßnahmen, die wir in den letzten Jahren auf Grund der Strategie der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen durchgeführt haben, richten sich nach den eben formulierten Prinzipien: die Wurzeln bewahren, sie mit zeitgemäßen Mitteln in die Gegenwart einbeziehen und sie dadurch für die Zukunft retten.

Durch die kontinuierliche Online-Kommunikation und die regelmäßige Pressearbeit erreichen wir Sie, liebe Landsleute mit Informationen und Berichten, die uns alle angehen.

Unsere Podcast-Serie zu den verschiedensten Themen ermöglicht nicht nur unseren Angehörigen, sondern auch der Mehrheitsnation Einblicke in unser Dasein, wobei wir auch auf strittige Fragen eingehen und damit zeigen, wie vielseitig und tiefgreifend unser Tätigkeitsbereich ist.

Manche unserer Projekte, wie die Mitgestaltung der Ausstellung „Schwerer Stoff“, „ungarndeutsche Lehrpfade“, die Inszenierungen der Deutschen Bühne Ungarn oder die wissenschaftliche Tagung zur Vertreibung und Verschleppung dienen zum einen der Vergangenheitsbewältigung, zum anderen bieten sie aber auch Möglichkeiten zum Nachdenken darüber, was wir aus ihnen lernen können.

Der Landesrat der Ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen ist neben seiner traditionsbewahrenden Aufgabe auf der Suche nach neuen Möglichkeiten und Erscheinungsformen traditioneller Volkskunst.

Wir wollen zeitgemäßen Anforderungen gerecht werden und dabei auf unsere Jugend zählen. Die Jugendkonferenzen erfreuen sich großer Beliebtheit, auch das Alumni-Netzwerk für die Valeria-Koch-Preisträger ist gestartet worden. Die Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher und der Verein für Ungarndeutsche Kinder sind die Basis für die Zukunft der LdU, die durch ihre Programme identitätsstiftend und -tragend sind. Es wäre durchaus in unserem Interesse, wenn sie mit mehr aktiven Mitgliedern rechnen könnten!

Bei den Galaprogrammen der Komitate und der Landesselbstverwaltung, bei den Rezitations- und Gesangswettbewerben, Kulturprogrammen der Gemeinden und Bildungseinrichtungen sehen wir so viele Kinder und Jugendliche auf der Bühne; denken wir daran, dass wir nicht nur Lieder und Geschichten hören, sondern, dass wir unsere Zukunft sprechen hören.

Das Jahr 2026 und auch die darauffolgenden Jahre stehen im Zeichen des Gedenkens: Verschleppte, Heimatvertriebene und Heimatverbliebene erinnern sich der Ungerechtigkeiten, die uns vor 80 Jahren widerfahren sind. Wir erinnern aber nicht, um stehenzubleiben, sondern um weiterzugehen. Die Gegenwart mag herausfordern, doch die Zukunft gehört denen, die nicht aufhören, sie zu gestalten.

An diesem Gedanken müssen wir festhalten, auch dann, wenn die Zahlen der Volkszählung und der Registration für die Wahlen zurückgegangen sind. Gerade in diesem Jahr, in dem Jahr der Parlamentswahlen sind wir verpflichtet, uns zu unserer Herkunft ausgeprägter zu bekennen und für unsere Interessen einzustehen.

Tragen wir die Kraft eines Neuanfangs mit uns – hinein in das neue Jahr, hinein in unsere Gemeinschaften! In dieser Zuversicht wünsche ich uns allen ein erfolgreiches Jahr 2026!

Ibolya Hock-Englender ist die Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen

Bild: Das Wappen der Ungarndeutschen. Oben iist die Ofner Burg. Oben links die Sonne, oben rechts der türkische Halbmond, Symbol für die Befreiung von der Türkenherrschaft. In der Mitte die Donau. Unten das christliche Kreuz, dahinter der Pflug, Symbol der deutschen Siedler.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert