Gemeinsame Stellungnahme der Akademikör Gesellschaft und des Hellebrant Instituts

29. August, 2026 von Johann Reichenberger

Die Akademikör Gesellschaft und das Hellebrant Institut werden künftig ihre Tätigkeit noch deutlicher auf die Erfassung, Erforschung, Dokumentation und Bewahrung des gemeinsamen mitteleuropäischen Kulturerbes konzentrieren. Für die Freiheit von Wissenschaft und Kultur und den Schutz des gemeinsamen mitteleuropäischen Erbes.

Wir, die Mitglieder der Akademikör Gesellschaft sowie die Mitarbeiter, Förderer und Partner des Hellebrant Instituts, sind seit vielen Jahrzehnten in Bayern beheimatete Wissenschaftler und Intellektuelle. Die meisten von uns haben ihre wissenschaftlichen und beruflichen Lebenswege in Deutschland vollendet. Als deutsche Staatsbürger haben wir über Jahrzehnte hinweg in Forschung, Lehre und kulturellem Leben gewirkt und unseren Beitrag zur geistigen Entwicklung des Landes geleistet, das zu unserer Heimat geworden ist.

Viele von uns ließen vor vielen Jahrzehnten, vor einem ganzen Leben, ein Ungarn hinter sich, das für freie wissenschaftliche und geistige Entfaltung keinen Raum ließ. Einige wurden aus politischen Gründen verfolgt oder zur Emigration gezwungen; bei manchen setzte sich die staatliche Beobachtung auch nach der Ausreise fort. Bayern hingegen hat uns aufgenommen. Der Freistaat wurde für uns nicht lediglich zu einem Aufenthaltsort, sondern zu einer neuen Heimat, zu einem Ort der Sicherheit, der persönlichen Freiheit, der wissenschaftlichen Selbstbestimmung und einer neuen Zukunft. Diese Erfahrung verpflichtet uns.

Unsere ungarische Muttersprache, unsere kulturelle Erinnerung und unsere geistigen Wurzeln sind uns dennoch über all die Jahrzehnte hinweg wichtig geblieben. Aus dieser Verantwortung heraus entstanden die Akademikör Gesellschaft und das Hellebrant Institut.

Ihr Anliegen war und ist es, wissenschaftliche, literarische und historische Zeugnisse ungarischer Herkunft zu bewahren, zu erschließen und der Forschung zugänglich zu machen sowie die wissenschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen Ungarn, Deutschland und Mitteleuropa zu fördern. Diese Arbeit verstehen wir als Teil unserer persönlichen und wissenschaftlichen Biografie, nicht als politische Tätigkeit.

Die Entwicklungen der vergangenen zehn bis zwölf Jahre haben uns jedoch veranlasst, das Verhältnis zwischen unserer Arbeit und den staatlichen Institutionen Ungarns grundlegend neu zu bewerten.

Was zunächst als wünschenswerte Pflege kultureller und wissenschaftlicher Verbindungen erschien, hat sich aus unserer Sicht zunehmend in Richtung einer stärkeren staatlichen Präsenz innerhalb der ungarischen Diaspora entwickelt. Dabei geht es längst nicht mehr ausschließlich um Förderung, Austausch und Zusammenarbeit.

Vielmehr entsteht der Eindruck eines wachsenden Anspruchs auf Einflussnahme und Kontrolle über kulturelle und wissenschaftliche Aktivitäten außerhalb Ungarns. Diese Entwicklung erfüllt uns mit Sorge.

Auch die jüngsten Äußerungen des ungarischen Staatspräsidenten beim IX. Internationalen Hungarologischen Kongress in Miskolc und Sárospatak, wonach er es als wichtig erachte, alle Initiativen, die der Bewahrung und Mehrung der gemeinsamen nationalen Werte dienen, mit diplomatischen Mitteln zu unterstützen, sind vor diesem Hintergrund zu betrachten.

Wir erkennen selbstverständlich das legitime Interesse eines Staates an der Pflege seiner kulturellen Beziehungen im Ausland an. Ebenso begrüßen wir wissenschaftlichen Austausch und jede Form einer freien, partnerschaftlichen Zusammenarbeit.

Eine andere Grenze ist jedoch dort erreicht, wo aus kultureller Verbundenheit ein Anspruch auf institutionellen Einfluss und aus Unterstützung ein Instrument politischer Einflussnahme wird.Diese Grenze ist für uns eindeutig.

Wir sind deutsche Staatsbürger. Wir leben und arbeiten in Bayern. Unsere wissenschaftlichen und kulturellen Einrichtungen sind Teil des freien wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens Deutschlands. Ihre Arbeit orientiert sich an wissenschaftlichen Standards, an institutioneller Selbstbestimmung und an den Grundsätzen einer offenen, pluralistischen Gesellschaft.

Daher stellen wir klar: Wir lehnen nicht Ungarn ab. Wir lehnen die politische Vereinnahmung unserer wissenschaftlichen und kulturellen Arbeit ab.

Wir wenden uns nicht gegen die ungarische Sprache, die ungarische Kultur oder gegen die Pflege unserer historischen und persönlichen Beziehungen zu Ungarn. Im Gegenteil: Wir sehen es als unsere Aufgabe an, diese Beziehungen auf einer freien, wissenschaftlichen und unpolitischen Grundlage zu bewahren.

Was wir ablehnen, ist der Versuch, kulturelle Zugehörigkeit in politische Loyalität zu übersetzen und wissenschaftliche oder kulturelle Einrichtungen der ungarischen Diaspora als Instrumente staatlicher Interessen zu verstehen.

Unsere Loyalität als deutsche Staatsbürger gilt dem freiheitlichen und rechtsstaatlichen Gemeinwesen, in dem wir leben. Unsere wissenschaftliche Loyalität gilt der Wahrheit, der Unabhängigkeit der Forschung und der Freiheit des geistigen Austauschs.

Aus diesen Gründen werden wir die inhaltliche Ausrichtung unserer Arbeit neu bestimmen.

Die Akademikör Gesellschaft und das Hellebrant Institut werden künftig ihre Tätigkeit noch deutlicher auf die Erfassung, Erforschung, Dokumentation und Bewahrung des gemeinsamen mitteleuropäischen Kulturerbes konzentrieren.

Im Mittelpunkt stehen dabei jene Bibliotheken, Archive, Nachlässe, wissenschaftlichen Sammlungen und kulturellen Zeugnisse, die die Geschichte Mitteleuropas über nationale Grenzen hinweg dokumentieren. Sie sind Zeugnisse einer Region, deren Geschichte über Jahrhunderte durch das Zusammenleben verschiedener Sprachen, Kulturen, Konfessionen und Nationen geprägt wurde.

Wir sind überzeugt: Kulturelles Erbe verliert seinen Wert nicht dadurch, dass es mehreren historischen Traditionen zugleich angehört. Im Gegenteil. Gerade seine Mehrdeutigkeit und seine grenzüberschreitende Geschichte machen seinen besonderen wissenschaftlichen und kulturellen Wert aus. Deshalb wollen wir den Blick weiten.

Die ungarische Geschichte und Kultur bleiben ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit. Sie sollen jedoch künftig stärker als Teil der gemeinsamen europäischen und insbesondere mitteleuropäischen Geschichte betrachtet und erforscht werden.

Wir bewahren unsere Wurzeln, ohne uns politisch vereinnahmen zu lassen. Wir pflegen unsere Herkunft, ohne unsere wissenschaftliche Autonomie preiszugeben.

Und wir schützen kulturelles Erbe, ohne es einer politischen Agenda unterzuordnen.

Damit bekräftigen wir zugleich unsere Verbundenheit mit Bayern, mit Deutschland und mit dem freien europäischen Wissenschafts- und Kulturraum, der für uns seit Jahrzehnten Heimat, Schutz und geistige Freiheit bedeutet.

Unsere Arbeit soll auch künftig Brücken bauen, aber keine politischen Abhängigkeiten schaffen. Sie soll erinnern, aber nicht instrumentalisieren. Sie soll erforschen, aber nicht vereinnahmen. Und sie soll das gemeinsame kulturelle Erbe Mitteleuropas bewahren, unabhängig von politischen Interessen, staatlichen Einflussversuchen und nationalen Vereinnahmungsansprüchen.

Die Vergangenheit bewahren. Die Freiheit der Wissenschaft verteidigen. Das gemeinsame Erbe Mitteleuropas für die Zukunft sichern.

Autor, Dr. Johann Reichenberger, ist Forschungsprofessor, Gründer des Hellebrant-Instituts und Vorstandsmitglied der Akademikör Gesellschaft

Prien am Chiemsee, den 29. August 2026

MAGYARUL:

AZ AKADEMIKÖR TÁRSASÁG ÉS A HELLEBRANT INTÉZET KÖZÖS NYILATKOZATA

A tudomány és a kultúra szabadságáért, valamint közös közép-európai örökségünk védelméért.

Mi, az Akademikör Társaság tagjai, valamint a Hellebrant Intézet munkatársai, támogatói és partnerei évtizedek óta Bajorországban élő tudósok és értelmiségiek vagyunk. Többségünk tudományos és szakmai életútja Németországban teljesedett be. Német állampolgárként évtizedeken keresztül vettünk részt a kutatásban, az oktatásban és a kulturális életben, és hozzájárultunk ennek az országnak a szellemi fejlődéséhez, amely otthonunkká vált.

Sokan közülünk sok évtizeddel ezelőtt, egy egész emberöltőnyi idővel ezelőtt hagytuk magunk mögött azt a Magyarországot, amely nem biztosított teret a tudomány és a szellemi élet szabad kibontakozásának.

Néhányunkat politikai okokból üldöztek vagy emigrációra kényszerítettek; egyesek esetében az állami megfigyelés a kivándorlás után is folytatódott. Bajorország ezzel szemben befogadott bennünket. A Szabadállam számunkra nem egyszerűen tartózkodási hellyé vált, hanem új hazává, a biztonság, a személyes szabadság, a tudományos önrendelkezés és egy új jövő helyszínévé.

Ez a tapasztalat kötelez bennünket.

Magyar anyanyelvünk, kulturális emlékezetünk és szellemi gyökereink mindazonáltal az évtizedek során végig fontosak maradtak számunkra. E felelősségvállalásból jött létre az Akademikör Társaság és a Hellebrant Intézet. Célunk az volt és ma is az, hogy

megőrizzük, feltárjuk és a kutatás számára hozzáférhetővé tegyük a magyar származású tudományos, irodalmi és történeti emlékeket, továbbá előmozdítsuk a tudományos és kulturális kapcsolatokat Magyarország, Németország és Közép-Európa között.

Ezt a munkát személyes és tudományos életrajzunk részének tekintjük, nem pedig politikai tevékenységnek.

Az elmúlt 10-12 év fejleményei azonban arra késztettek bennünket, hogy alapvetően újraértékeljük munkánk és a magyar állami intézmények közötti kapcsolatot. Ami kezdetben a kulturális és tudományos kapcsolatok kívánatos ápolásának tűnt, az megítélésünk szerint egyre inkább a magyar diaszpórán belüli erőteljesebb állami jelenlét irányába fejlődött. Immár nem kizárólag támogatásról, kapcsolattartásról és együttműködésről van szó. Sokkal inkább az a benyomásunk alakult ki, hogy

egyre erősebb igény mutatkozik a Magyarországon kívüli kulturális és tudományos tevékenységek befolyásolására és ellenőrzésére.

Ez a fejlemény aggodalommal tölt el bennünket.

Ebben az összefüggésben kell értékelnünk a magyar államfő a IX. Nemzetközi Hungarológiai Kongresszuson, Miskolcon és Sárospatakon tett legutóbbi kijelentéseit is, amelyek szerint fontosnak tartja, hogy

minden olyan kezdeményezést, amely a közös nemzeti értékek megőrzését és gyarapítását szolgálja, diplomáciai eszközökkel támogassanak.

Természetesen elismerjük egy állam legitim érdekét kulturális kapcsolatai külföldi ápolására. Ugyanígy üdvözöljük a tudományos eszmecserét és a szabad, partneri együttműködés minden formáját.

Más határ húzódik azonban ott, ahol a kulturális összetartozás intézményi befolyásra irányuló igénnyé, a támogatás pedig politikai befolyásgyakorlás eszközévé válik.

Számunkra ez a határ egyértelmű. Német állampolgárok vagyunk. Bajorországban élünk és dolgozunk. Tudományos és kulturális intézményeink a németországi szabad tudományos és társadalmi élet részét képezik. Munkánkat a tudományos normák, az intézményi önállóság, valamint a nyitott és pluralista társadalom alapelvei határozzák meg.

Ezért egyértelműen kijelentjük:

Nem Magyarországot utasítjuk el. Tudományos és kulturális munkánk politikai kisajátítását utasítjuk el.

Nem fordulunk szembe a magyar nyelvvel, a magyar kultúrával, és nem ellenzünk a Magyarországhoz fűződő történelmi és személyes kapcsolataink ápolását. Ellenkezőleg: feladatunknak tekintjük, hogy ezeket a kapcsolatokat szabad, tudományos és politikamentes alapon őrizzük meg.

Amit elutasítunk, az a kulturális összetartozás politikai lojalitássá való átértelmezésére irányuló kísérlet, valamint annak felfogása, hogy a magyar diaszpóra tudományos vagy kulturális intézményei állami érdekek eszközeiként szolgáljanak.

Német állampolgárként lojalitásunk annak a szabadságon és jogállamiságon alapuló társadalmi rendnek szól, amelyben élünk. Tudományos lojalitásunk az igazsághoz, a kutatás függetlenségéhez és a szellemi eszmecsere szabadságához köt bennünket.

Ezekből az okokból munkánk tartalmi irányultságát újra fogjuk fogalmazni.

Az Akademikör Társaság és a Hellebrant Intézet a jövőben még egyértelműbben a közös közép-európai kulturális örökség feltárására, kutatására, dokumentálására és megőrzésére összpontosítja tevékenységét.

Ennek középpontjában azok a könyvtárak, archívumok, hagyatékok, tudományos gyűjtemények és kulturális emlékek állnak, amelyek nemzeti határokon átívelően dokumentálják Közép-Európa történetét. Ezek egy olyan régió tanúbizonyságai, amelynek történelmét évszázadokon keresztül különböző nyelvek, kultúrák, felekezetek és nemzetek együttélése formálta.

Meggyőződésünk, hogy egy kulturális örökség nem veszít értékéből attól, hogy egyszerre több történeti hagyományhoz is tartozik. Ellenkezőleg. Éppen sokrétűsége és határokon átívelő története adja meg különleges tudományos és kulturális értékét.

Ezért szélesíteni kívánjuk látókörünket.

A magyar történelem és kultúra továbbra is munkánk fontos részét képezi. A jövőben azonban még inkább a közös európai, különösen pedig a közös közép-európai történelem részeként kívánjuk szemlélni és kutatni.

Megőrizzük gyökereinket anélkül, hogy hagynánk magunkat politikailag kisajátítani. Ápoljuk származásunkat anélkül, hogy feladnánk tudományos autonómiánkat. És védjük a kulturális örökséget anélkül, hogy azt politikai céloknak rendelnénk alá. Ezzel egyidejűleg megerősítjük kötődésünket Bajorországhoz, Németországhoz és a szabad európai tudományos és kulturális térhez, amely számunkra évtizedek óta otthont, védelmet és szellemi szabadságot jelent.

Munkánk a jövőben is hidakat kíván építeni, de nem politikai függőségeket létrehozni.

Emlékezni kíván, de nem eszközként felhasználni. Kutatni kíván, de nem kisajátítani. És meg kívánja őrizni Közép-Európa közös kulturális örökségét, függetlenül a politikai érdekektől, az állami befolyásgyakorlásra irányuló kísérletektől és a nemzeti kisajátítás igényétől.

Megőrizni a múltat. Megvédeni a tudomány szabadságát. Biztosítani Közép-Európa közös örökségét a jövő számára.

Prien am Chiemsee, 2026. augusztus 29.

A magyar fordítás Dr. Lea-Katharina Steller kutatóprofesszor munkája

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