Demokratie statt Diktatur!

13. Juli 2026 von Gyula Thürmer

Die Tisza-Regierung baut eine Diktatur auf, keine Demokratie. Anstelle von Respekt erniedrigt sie das Volk und macht es zu ihrem Spielball. Anstelle von Vertrauen schafft sie Angst, anstelle von Hilfe Schutzlosigkeit. Die Öffentlichkeit, das Volk – all das ist nur Schein. Die Realität ist Rache, der Wunsch nach Abrechnung.

Erinnern Sie sich an Madáchs Worte in „Die Tragödie des Menschen“? In dem Drama sagt eine „Menschenmenge“, dass es praktisch keine Gesetze und Regeln brauche, da die Revolution zu allem berechtige. „Denn wer verdächtig ist, ist bereits schuldig, gebrandmarkt vom Volksgefühl.“

Ist Ihnen die äußerst hinterhältige und unmenschliche Vorgehensweise von der Tisza-Regierung aufgefallen? Sie klagen Führungskräfte aus dem staatlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben öffentlich an und ermutigen die Menschen, dem Staat über eine eigens zu diesem Zweck eingerichtete Hotline alles zu melden, was sie über diese Personen wissen. In anderen Fällen werden Spitzenpolitiker abgesetzt und die Gewerkschaften sowie Betriebsräte dazu ermutigt, ihre tatsächlichen oder vorgetäuschten Missstände vorzubringen. Es herrscht eine Revolution – pardon, ein Systemwechsel –, das „Volksgefühl“ soll sich durchsetzen!

Die Methode ist wirkungsvoll. Jeder möchte vorankommen, aber zumindest seinen eigenen Misthaufen behalten.

Los, schütten wir die Missstände von 16 Jahren über die Welt aus.

Ende könnte sogar eine schöne kleine Anklageschrift dabei herauskommen, aber selbst wenn nicht, kann man jeden vor Gericht zerren, kann man jedem das Leben zerstören.

Die Menschen lassen sich oft von den niederträchtigsten Gefühlen leiten:

Schadenfreude, Rache, das „Vergnügen“, andere zu diskreditieren, leiden zu sehen, zu quälen oder gar hinzurichten. Und die Methode ist gar nicht kompliziert:

eine kleine Denunziation, eine winzige Anzeige oder, wie wir aus dem legendären Film „Der Zeuge“ wissen, „eine ernsthafte, anonyme Anzeige, mit der Schreibmaschine getippt“. Und schon nimmt die Demokratie ihren Lauf.

Noch 1976, mitten im Sozialismus erklang im Radio das erschreckend ehrliche Gedicht von György Szilágyi: „Wann bist Du geboren?“ „Hier hat einmal im Leben jeder seine politische Glückszahl gezogen. Hier hat einmal im Leben jeder mit seinem Feind abrechnen können. Hier wurde sogar mit dem Abrechner selbst abgerechnet. Das ist ein kleines Land. Es ist wie eine große Familie. In dieser Stadt gingen mehr Denunziationen bei der Gestapo ein als in allen anderen europäischen Großstädten zusammen!“

Es handelt von uns, den Ungarn, den Menschen.

Man muss dem Volk weismachen, dass es „die Öffentlichkeit“ sei. „Echte und unabhängige öffentliche Medien sind eine gemeinsame Angelegenheit aller Ungarn“, heißt es. Ist das nicht wunderschön? Von nun an wirst Du, das Volk, also „die Öffentlichkeit“, entscheiden, welche Filme es geben soll. Du entscheidest darüber, ob die Nachrichten die Russen oder die Ukrainer unterstützen sollen, ob sie die Liebe zwischen Jungen und Mädchen fördern sollen oder die zwischen Jungen und Jungen, Mädchen und Mädchen oder vielleicht sogar andere, ausgefeiltere Beziehungsformen. Da die „Öffentlichkeit“ aus mehreren Mitgliedern besteht, werden wir natürlich abstimmen, und das Ganze wird verdammt durchsichtig sein. Nun, wie man in meiner Kindheit sagte: In diesem Moment wachst Du auf, weil deine Hand ins Nachttöpfchen hängt.

Das furchterregendste Instrument einer Diktatur ist nicht die Polizei, nicht einmal der Verfassungsschutz, wie man heutzutage die interne politische Sicherheitsbehörde nennt. Diese funktionieren nur, wenn die Menschen Angst vor ihnen haben bzw. zur Zusammenarbeit bereit sind.

Die Gestapo funktionierte deswegen so gut, weil sie die Massen zu Spitzeln machen konnte. Sie konnte den Massen einreden, dass sie damit den Interessen des Reiches und der Nation dienten. Und weil die Massen das wussten, hatten sie auch Angst vor ihr.

Die Tisza-Regierung führt eine totale Säuberung in Ungarn durch. Sie baut ihre Diktatur auf den niederträchtigsten Eigenschaften der Menschen auf.

Sie kündigt institutionelle Untersuchungen und strenge Überprüfungen an, zum Beispiel bei der Stiftung für ungarische Kultur. Für die Überprüfung braucht es Partner und Zeugen. Menschen, die genauso wütend und gekränkt sind wie der Regierungschef selbst. Doch schon bald wird auch der Köder ausgelegt: „Die Einkommensverhältnisse der Mitarbeiter öffentlicher Sammlungen werden neu geregelt.“ Die Schauspieler und andere Kulturschaffende gehen sich bereits gegenseitig an die Gurgel. Und die Regierung hält alle für dumm, indem sie behauptet: „Künftig wird die Kulturpolitik nicht mehr auf politischer Loyalität, sondern auf fachlichen Gesichtspunkten, Transparenz und einem echten Dialog mit den Akteuren des Sektors basieren.“

Oder da ist die Affäre um die Akten der Agenten des Geheimdienstes im Sozialismus. Sagen Sie mal, wen wollen Sie da entlarven? Den Staat des sozialistischen Systems? Darüber weiß doch schon jeder alles. Dann müssen also diejenigen entlarvt werden, die jemanden denunziert haben. Wen hat der Staatssicherheitsdienst zu rekrutieren versucht? Sicherlich nicht die Näherin der Bekleidungsfabrik „1. Mai“ oder den Schlosser bei Ganz-MÁVAG. Sie haben versucht, Schriftsteller, Juristen, Intellektuelle und die gutverdienenden Mitarbeiter der Außenhandelsunternehmen dazu zu bewegen.

Ein Teil von ihnen lebt auch heute noch hier. Andere sind bereits verstorben, doch ihre Kinder und Enkelkinder leben sehr wohl und können sogar hohe Ämter bekleiden. Die Veröffentlichung der Geheimdienstakten ist kein Instrument der Demokratie, sondern ein widerwärtiger Kampf der intellektuellen Elite untereinander.

Die Tisza-Regierung baut eine Diktatur auf, keine Demokratie. Anstelle von Respekt erniedrigt sie das Volk und macht es zu ihrem Spielball. Anstelle von Vertrauen schafft sie Angst, anstelle von Hilfe Schutzlosigkeit. Die Öffentlichkeit, das Volk – all das ist nur Schein. Die Realität ist Rache, der Wunsch nach Abrechnung.

Eine Diktatur beginnt damit, dass die Menschen Angst bekommen. Demokratie bedeutet nicht, dass alles erlaubt ist. Sie bedeutet, dass ich keine Angst haben muss, wenn ich mich an bestimmte Spielregeln halte. Ich habe keine Angst vor der Polizei, vor den Gerichten, vor der Kommunalverwaltung, vor der Presse oder vor den sozialen Netzwerken. Ich habe keine Angst, weil ich weiß, dass auch sie sich an die Spielregeln halten. Demokratie bedeutet auch, dass ich, wenn mir von Seiten der oben Genannten Unrecht widerfährt, auf den wirksamen Schutz und die Hilfe von jemandem zählen kann.

Lasst uns keine Angst haben, lasst uns Menschen bleiben! Keine Diktatur währt ewig!

Quelle: Facebook-Seite von Gyula Thürmer

Autor, Gyula Thürmer ist Politiker, Vorsitzender der Ungarischen Arbeiterpartei

Deutsche Übersetzung von Dr. Andrea Martin

MAGYARUL

Demokráciát diktatúra helyett!

Emlékeznek Madách szavaira Az Ember tragédiájában? A drámában a „néptömeg” gyakorlatilag azt mondja, hogy nem kellenek törvények, szabályok, a forradalom mindenre feljogosít. „Hisz aki gyanús, Már bűnös is, megbélyegezte a Népérzület”.

Észrevették a Tisza rendkívül agyafúrt és embertelen módszerét? Nyilvánosan megvádolnak vezetőket az állami, a kulturális, a gazdasági életben és biztatják az embereket, hogy direkt erre a célra létesített vonalon jelentsék az államnak, amit tudnak róluk. Más esetben leváltanak első embereket és biztatják a szakszervezeteket, az üzemi tanácsokat, hogy adják elő valós vagy nem valós sérelmeiket. Forradalom, illetve, pardon, rendszerváltás van, érvényesüljön a „népérzület”!

A módszer hatásos. Mindenki szeretne előbbre lépni, de legalább megőrizni a saját szemétdombját. Gyerünk, öntsük rá a világra 16 év sérelmeit. A végére akár egy jó kis vádirat is kikerekedhet belőle, de ha nem, akkor is meg lehet hurcolni bárkit, bárki életét ketté lehet törni.

Az embereket gyakran a legalantasabb érzések vezérlik: a káröröm, a bosszúállás, a „gyönyörködés” mások lejáratásában, szenvedésében, kínzásában, sőt kivégzésében. És a módszer se bonyolult: egy kis besúgás, egy feljelentés, vagy ahogy „A tanúból” tudjuk „egy komoly, névtelen feljelentés. géppel írva”. S már is megy a demokrácia a maga útján.

Még 1976-ban hangzott el a rádióban Szilágyi György félelmetesen őszinte verse: „Hanyas vagy?” „Itt egyszer az életben mindenkinek kihúzták a politikai nyerőszámát. Itt egyszer az életben mindenki leszámolhatott az ellenségével. Itt a leszámolóval is leszámoltak. Ez egy kis ország. Olyan, mint egy nagy család. Ebben a városban több feljelentés futott be a Gestapóhoz, mint a többi európai nagyvárosban együttvéve!” Rólunk szól, magyarokról, emberekről.

A néppel el kell hitetni, hogy ő „köz.” „A valódi és független közmédia minden magyar közös ügye” – mondják. Hát nem gyönyörű? Ezentúl te, a nép, azaz a „köz” fogod eldönteni, hogy milyen filmek legyenek. Te döntesz arról, hogy a híradó az oroszokat támogassa vagy az ukránokat, a fiú-lány szerelmet népszerűsítse, vagy a fiú-fiú, lány-lány vagy netán más cizelláltabb párkapcsolatokat. Mivel a „köznek” több tagja van, nyilván szavazni fogunk, és az egész rohadtul átlátható lesz. Na, most, ahogy gyerekkoromban mondták, ennél a pillanatnál ébredsz fel, mert a bilibe lóg a kezed.

A diktatúra legfélelmetesebb eszköze nem a rendőrség, Még csak nem is az alkotmányvédelem, ahogyan manapság a belső politikai elhárítást nevezik. Ezek csak akkor működnek, ha az emberek félnek tőlük, illetve van bennük készség az együttműködésre.

A Gestapo azért működött jól, mert tömegeket tudott besúgóvá tenni. Tömegekkel tudta elhitetni, hogy ezzel a birodalom, a nemzet érdekeit szolgálják. És mivel ezt tömegek tudták, tömegek féltek is tőle.

A Tisza-kormány totális tisztogatást hajt végre. Az emberek legaljasabb tulajdonságaira építik a diktatúrát.

Intézményi vizsgálatokat, szigorú átvilágításokat hirdetnek, például a Magyar Kultúráért Alapítványnál. Az átvilágításhoz partnerek, tanúk kellenek. Olyan dühös és sértett emberek, mint maga a kormány feje. De mindjárt meglengetik a mézes madzagot is: „rendezik a közgyűjteményi dolgozók jövedelmi viszonyait.” A színészek, a kultúra más munkásai máris egymás torkának estek. A kormány pedig hülyít mindenkit, mondván „a jövőben politikai lojalitás helyett szakmai szempontokra, átláthatóságra és a szektor szereplőivel folytatott valódi párbeszédre építik a kulturális kormányzást.”

Vagy itt van az ügynökakta-ügy. Tessék mondani, kit fognak leleplezni? A szocialista rendszer államát? Arról már mindenki mindent tud. Akkor tehát azokat kell leleplezni, akik besúgtak valakiket. Kiket igyekezett beszervezni az állambiztonság? Nyilván nem a Május 1 Ruhagyár varrónőjét vagy a Ganz-MÁVAG lakatosát. Írókat, jogászokat, értelmiségieket, a külkervállalatok jól kereső embereit próbálták rábírni.

Ezek egy része ma is itt él. Mások már nem élnek, de gyermekeik, unokáik nagyon is jól élnek, sőt magas tisztséget is betöltethetnek. Az ügynökakták közlése nem a demokrácia eszköze, hanem az értelmiségi elit egymás közötti undorító harca.

A Tisza-kormány diktatúrát épít, nem demokráciát. Tisztelet helyett megalázza a népet, saját játékszerévé teszi. Bizalom helyett félelmet, segítség helyett kiszolgáltatottságot teremt. A köz, a nép mind-mind csak látszat. A valóság a bosszú, a leszámolás vágya.

A diktatúra ott kezdődik, hogy az emberek félni kezdenek. A demokrácia nem azt jelenti, hogy mindent szabad. Azt jelenti, hogy ha betartok bizonyos játékszabályokat, nem kell félnem. Nem félek a rendőrtől, a bíróságtól, az önkormányzattól, a sajtótól, a közösségi oldaloktól. Nem félek, mert tudom, hogy a játékszabályokat ők is betartják. A demokrácia jelenti azt is, hogy ha sérelem ér a fentiek részéről, számíthatok valaki érdemi védelmére és segítségére.

Ne féljünk, maradjunk emberek! Egyetlen diktatúra sem örök!

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