Wer da wem in den ungarischen Wahlkampf hineinredet?

29. Januar 2026

Für die Ukrainer ist der Ausgang der Parlamentswahlen in Ungarn eine Schlüsselfrage. Zwischen diesen Fronten bleibt der Kern des Konflikts deutlich: Ungarn pocht darauf, selbst zu entscheiden, ob und wie weit es sich an einer gemeinsamen Ukraine-Strategie beteiligt. Kiew und weite Teile der EU sehen genau dieses Beharren als Störung, ja als Sabotage.

Beim Weltwirtschaftsforum in Davos beschwerte sich der ukrainische Präsident, dass zu wenig Geld und Unterstützung in sein Land fließt. Er machte den Vorschlag, Europa solle endlich militärisch hart eingreifen in der Ukraine oder wo auch immer man Russland angreifen könne !

Selensky beschimpfte den ungarischen Regierungschef Viktor Orbán.

„Wir sehen, dass die Kräfte, die Europa zerstören wollen, keinen Tag verschwenden. Sie können frei agieren, sogar innerhalb der Europäischen Union. Jeder Viktor, der von europäischen Geldern lebt und gleichzeitig europäische Interessen veräußert, verdient eine Kopfnuss. Und auch wenn er sich in Moskau wohlfühlt, sollten wir nicht zulassen, dass die europäischen Hauptstädte zu kleinen Moskaus werden“ – ätzte der ukrainische Staatschef.

Dass ein Regierungschef eines Drittstaates so über einen EU-Partner spricht, ist alles andere als Alltagsrhetorik. Selensky versuchte offenbar, sich in den ungarischen Wahlkampf einzumischen, und beschuldigte die ungarische Regierung der Russlandfreundlichkeit.

Orbán wertete dies als persönliche Beleidigung und veröffentlichte seinen Kommentar in dem sozialen Netzwerk X.

„Ich glaube nicht, dass wir zu einer Einigung kommen können. Ich bin ein freier Mensch, der den Ungarn dient. Du bist ein Mensch in einer schwierigen Lage, der seit vier Jahren einen Krieg nicht beenden kann oder will. Und das, obwohl der Präsident der Vereinigten Staaten dir dabei jede Hilfe zukommen lässt. Deshalb kannst du mir noch so sehr schmeicheln, wir können deine Kriegsbemühungen nach wie vor nicht unterstützen. Die Ukrainer können natürlich trotz deiner gezielten Beleidigungen darauf zählen, dass wir dein Land weiterhin mit Strom und Treibstoff versorgen und den Flüchtlingen aus der Ukraine helfen werden. Der Rest wird sich im Laufe der Zeit regeln, und jeder wird bekommen, was ihm zusteht.“

Der Konflikt mit der Ukraine ist nicht neu. Seit Beginn der russischen Großoffensive im Februar 2022 stellt sich Budapest quer, wenn es um Milliardenpakete oder militärische Unterstützung geht. Ungarn hat wiederholt EU-Initiativen zugunsten Kiews blockiert, bis hin zu einem Finanzierungsvorschlag über 90 Milliarden Euro, und droht, den EU-Beitritt der Ukraine zu verhindern – mit Verweis auf eigene Interessen in Landwirtschaft und auf massive Korruptionsprobleme in der Ukraine.

Parallel dazu setzt Orbáns Regierung innenpolitische Marker: Mit einer „nationalen Petition“ sollen die Bürger bekunden, dass sie weiteres EU-Geld für Kiew ablehnen. Orbán erklärte,

die Ukraine werde „in den nächsten 100 Jahren“ nicht unter ungarischem Plazet Mitglied der EU – aus seiner Sicht wäre das ein Schaden für Ungarn, nicht ein Gewinn.

„In den Augen von Präsident Selenskyj sind wir das Sandkorn im Getriebe“ – sagte der ungarische Regierungschef Journalisten gegenüber. „Ungarn ist das Hindernis dafür, dass er alle seine Forderungen von Brüssel erfüllt bekommt. Daher ist seine Frustration verständlich, und er unternimmt alles, um einen Regierungswechsel in Ungarn zu erreichen.“

Für die Ukrainer ist der Ausgang der Parlamentswahlen in Ungarn eine Schlüsselfrage. wenn die souveräne nationale Regierung im Amt bleibe, werde die Ukraine nicht Mitglied der Europäischen Union werden, sie könnte Ungarn nicht in den Krieg hineinziehen und sie könnte auch nicht an das Geld der Ungarn gelangen, um das korrupte Regime aufrechtzuerhalten.

Wenn jedoch die TISZA-Partei als Partei Brüssels die Parlamentswahlen in Ungarn gewinnen würde, hätten die Ukrainer freie Bahn in die Europäische Union.

Die Ukrainer wissen, dass die Führer der TISZA-Partei, wenn diese an die Macht kommt, zu allem, was Brüssel verlangt, Ja sagen und auch das Geld der Ungarn für den Betrieb der Ukraine zur Verfügung stellen werden.

Der neue ukrainische Außenminister Andrii Sybiha weist alle Vorwürfe der Einmischung zurück und ging frontal zum Gegenangriff über:

Er bezeichnete Orbán als „Handlanger Adolf Hitlers“ und nannte das Blockieren des EU-Wegs der Ukraine ein „Verbrechen am ungarischen Volk und an Ungarn selbst“. Härter lässt sich ein Partnerland kaum angreifen. Damit verteidigt Kiew seine Linie, die ungarische Blockade als Gefahr für die Ukraine – und gleich für Europa – darzustellen. Dass man dafür bis in NS-Vergleiche greift, zeigt, wie sehr die Ukraine inzwischen versucht, die ungarische Innenpolitik zu brandmarken. Denn eine so brutale, diplomatische Gepflogenheiten derart missachtende Äußerung eines Außenministers, die Ungarn mit Nazis, Geldwäsche, Szálasi (kurzzeitiger Pfeilkreuzer-Diktator, u. Anm.), Hitler in Verbindung setzt, haben wir in der zivilisierten europäischen Politik noch nie gehört.

Der ungarische Außenminister Péter Szijjártó hat den ukrainischen Botschafter einbestellt:

„Das dürfen wir nicht zulassen, denn wenn eine externe Macht über das Wahlergebnis in Ungarn entscheidet, dann setzt sich von diesem Moment an der Wille dieser externen Macht durch, nicht der Wille des ungarischen Volkes.

Wir müssen sehr vorsichtig sein, denn bei dieser Wahl könnten wir unsere Souveränität verlieren.

Wenn wir die Entscheidung den Ukrainern überlassen, verlieren wir unsere Souveränität, und dann muss das Land in den Krieg ziehen, dann kommen die Ukrainer in die Europäische Union, bringen die ukrainische Mafia mit und nehmen unser Geld mit, um ihr eigenes korruptes Regime in der Ukraine zu finanzieren. Wir können niemandem erlauben, die Souveränität Ungarns oder die Integrität ungarischer Wahlen zu gefährden.“ – sagte er.

Für die Ukrainer ist der Ausgang der Parlamentswahlen in Ungarn eine Schlüsselfrage. Zwischen diesen Fronten bleibt der Kern des Konflikts deutlich: Ungarn pocht darauf, selbst zu entscheiden, ob und wie weit es sich an einer gemeinsamen Ukraine-Strategie beteiligt. Kiew und weite Teile der EU sehen genau dieses Beharren als Störung, ja als Sabotage. Wenn dann ein Präsident in Davos gegen eine Regierung eines EU-Landes austeilt, ist es nicht völlig überraschend, dass dieses Land die rote Linie bei der eigenen Wahl zieht.

Die Ukraine hat begonnen, sich offen und schamlos in die ungarischen Wahlen einzumischen, da deren Ausgang für sie entscheidend ist.
, lautet sein Satz dazu.

Quellen: Tichys Einblick, Ungarn Heute, miniszterelnok.hu

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