16. September 2026
TISZA will die Geschichte neu schreiben: „Haus des Terrors“ geschlossen
„Das Museum „Haus des Terrors“ habe sich in den letzten Jahren zu einer ideologisierten und überpolitisierten Einrichtung entwickelt. Seine Arbeit müsse nun in einen historisch authentischen und fachlich fundierten Rahmen eingebettet werden“ – erklärte Zsolt Sári, Staatssekretär für Öffentliche Sammlungen und Denkmalschutz.
„Die Tisza-Regierung will nun auch die Vergangenheit endgültig auslöschen und selbst neu schreiben
– sagte Mária Schmidt, Generaldirektorin des Museums „Haus des Terrors“. Mária Schmidt hat aus einem Facebook-Beitrag vom Minister für soziale Beziehungen und Kultur, Zoltán Tarr erfahren, dass der Minister sie entlassen hat. Sie hat weder eine Begründung noch eine Erklärung erhalten, und es gab keine frühere Kommunikation oder irgendeinen Kontakt zwischen ihr und dem Ministerium.
Das Museum „Haus des Terrors“ vermittelt einen Einblick in das Wesen der nationalsozialistischen und kommunistischen Diktaturen. Es wurde seit seiner Gründung in 2002 von 8 Millionen Menschen besucht.
Das Museum wird vorübergehend geschlossen; die Einrichtung ist so lange nicht zugänglich bis die inhaltliche Überprüfung der Ausstellung abgeschlossen ist. (neu: Das Museum wird am Diensttag, am 22. September wieder geöffnet und der Eintritt wird eine Woche lang frei. Der Inhalt der Ausstellung wird von Fachleuten geprüft und korrigiert – teilte der Minister mit. ) https://ungarnheute.hu/news/tisza-will-die-geschichte-neu-schreiben-haus-des-terrors-geschlossen-72082/
Verbot der Kulturveranstaltungen der ungarischen Minderheiten in Brüssel
Die Regierung von Péter Magyar hat aus politischen Gründen untersagt, dass das Liszt-Institut in Brüssel die für September dieses Jahres geplanten Kulturveranstaltungen „Tag der Wojwodina” und „Transkarpatien-Tag “ ausrichtet, teilte die Abgeordnetengruppe der Fidesz-KDNP-Fraktion im Europäischen Parlament am Dienstag mit.
In ihrer Pressemitteilung bezeichnete die Abgeordnetengruppe es als
beispiellosen Skandal, dass die ungarische Regierung die Präsentation der Kultur und des Erbes der ungarischen Gemeinschaften jenseits der Grenze in Brüssel verhindert.
Der „Tag der Wojwodina” und der „Transkarpatien-Tag“ sind seit mehr als zehn Jahren Höhepunkte des ungarischen Kulturprogramms in Brüssel. Ziel der Veranstaltungen ist es, das kulturelle Erbe, die Traditionen und Werte der ungarischen Gemeinschaften im Ausland in Brüssel zu präsentieren. Die erste Veranstaltung hätte den Jugendstil in der Wojwodina, die zweite die Stickereien aus Transkarpatien vorgestellt. Die Bewahrung, der Schutz und die Präsentation des kulturellen Erbes der Ungarn jenseits der Grenze sind keine parteipolitische Frage, sondern ein allgemeines nationales Anliegen“, heißt es in der Stellungnahme.
In Einzelheiten wurde mitgeteilt, dass das Liszt-Institut in Brüssel das Programm der beiden kulturellen und fachlichen Veranstaltungen bereits im Juni an das neu besetzte Außenministerium unter der Leitung der TISZA übermittelte, das keinerlei Einwände geäußert hat. Anfang September teilte die politische Führung des Außenministeriums dem Liszt-Institut jedoch mit, dass es keine Kulturveranstaltungen mehr abhalten und sich auch nicht an deren Organisation beteiligen dürfe.
Die Entscheidung wurde mit einer Umstrukturierung der Kulturinstitute begründet, wobei argumentiert wurde, dass Programme zur Präsentation der Kultur der ungarischen Gemeinschaften jenseits der Grenze „ihre Gültigkeit verloren“ hätten.
Baustopp am Budaer Burgpalast
Die neue Tisza-Regierung hat die Rekonstruktionsarbeiten am Flügel „A“ des Budaer Burgpalastes gestoppt. Das beauftragte Bauunternehmen ZÁÉV habe eine Frist von lediglich zwei Wochen erhalten, um das Gelände zu verlassen. ZÁÉV gehört zur Interessensphäre von Viktor Orbáns Jugendfreund, Lőrinc Mészáros.

Der Palastflügel nach der Belagerung
Das Ministerium für Verkehr und Investitionen wies den Vorwurf eines willkürlichen Abbruchs jedoch zurück. Die Vorgängerregierung habe den Werkvertrag einst ohne ausreichende finanzielle Deckung abgeschlossen. Dies habe bereits im vergangenen Jahr dazu geführt, dass der Auftragnehmer eine offizielle Behinderungsanzeige einreichte, die damals auch akzeptiert worden sei. Da die bestehende Beauftragung ohnehin in Kürze auslaufe, setze man lediglich den vertraglichen Rahmen um, heißt es in der Mitteilung. Warum keine Mittel für eine provisorische Sicherung oder den nahtlosen Weiterbau bereitgestellt werden, ließ das Ministerium offen.

Der Palastflügel währen der Wiederaufbauarbeiten
Der Baustopp ist Teil einer umfassenden Überprüfung des „Nationalen Hauszmann-Programms“, das die Wiederherstellung des Palastviertels der ungarischen Hauptstadt im Zustand der Jahrhundertwende vorsieht.
Die TISZA-Regierung hatte Ende Juni angeordnet, sämtliche laufenden Projekte, Verträge, Genehmigungen und künftigen Nutzungskonzepte zu evaluieren. Die Frist für diese Bestandsaufnahme endet am 30. September 2026.
Die Zukunft des Prestigeprojekts ist derzeit offen. Das Ministerium kündigte an, künftige Arbeiten im Rahmen eines neuen institutionellen Modells neu auszuschreiben, über das das ungarische Parlament derzeit berät.