Das Zeitalter des kalten Verrats hat begonnen

15. August 2026 Látószög von Mária Schmidt

„Das NER (System der Nationalen Zusammenarbeit) war kein echtes konservatives System. Die 16-jährige Herrschaft des NERs hat das ungarische Volk in wirtschaftliches und moralisches Chaos gestürzt. in anderthalb Jahrzehnten wurde keinerlei konstruktiver Plan zur Entwicklung des Landes ausgearbeitet .“

Gergely Egedy (1953-, Professzor für Internationale Studien an der NKE Budapest (Universität für Nationalen Öffentlichen Dienst) beruft sich in der Sonderausgabe der „Magyar Szemle“ vom Mai–Juni 2026 auf János Asbóth und Roger Scruton, ja, und auch auf Burke, um zu verdeutlichen, dass er auf die Urquellen zurückgreift und natürlich auch gebildet genug ist. Deshalb sollen wir ihm dann wohl diese oberflächliche Hasswelle nachsehen, die er auf das NER (Nemzeti Együttműködési Rendszer) und auf Viktor Orbán selbst losgelassen hat. Offensichtlich deshalb, weil im Frühjahr 2026 die eisige Angst in ihm die Oberhand gewann, dass er von nun an vielleicht nicht mehr so verwöhnt werden würde, wie bisher.

Egedy wirft dem NER vor, kein echtes konservatives System gewesen zu sein. Was auch deshalb interessant ist, weil das NER das nie sein wollte und sich nie als konservativ definiert hat. Diese Kritik ist daher unbegründet und unverständlich.

Egedys übrige schlecht oder gar nicht begründete Behauptungen sind ebenso sinnlos, wie verlogen.

Gleich zu Beginn behauptet er, dass

die 16-jährige Herrschaft des NERs das ungarische Volk in wirtschaftliches und moralisches Chaos gestürzt hat“. Dies untermauert er mit der dreisten Lüge, dass „in anderthalb Jahrzehnten keinerlei konstruktiver Plan zur Entwicklung des Landes ausgearbeitet wurde“.

Bedauerlicherweise ist ihm entgangen, dass Fidesz–KDNP das Land 2010 inmitten einer Wirtschafts- und Systemkrise übernommen hatte. Die Finanzkrise der Jahre 2008–2010, die die transatlantische Welt erschütterte, hat die nach dem Prinzip von Schneeballsystemen organisierten, finanzorientierten, amerikanisierten Volkswirtschaften in ihren Grundfesten erschüttert. Nach dem Abbau der Regulierungen – befürwortet von denjenigen, die unter Berufung auf den freien Markt und liberale Prinzipien die Märkte mit als Finanzdienstleistungen und -produkte getarnten Blasen überschwemmten, – platzten eben diese Blasen, wie es zu erwarten war. Dennoch erhielten die großen Akteure nach der Konsolidierung mit öffentlichen Geldern nicht nur einen Rettungsring, sondern konnten auch ihre Boni in Höhe von Hunderten von Millionen Dollar und Euro lückenlos einkassieren. Sie haben also nichts verloren, mit der Begründung, sie seien zu groß, um zu scheitern, ganz im Gegensatz zu jenen kleinen, die getäuscht und in die Schuldenfalle gelockt wurden. Diese mussten alles vollständig zurückzahlen.

Nur die Orbán-Regierung hat den ungarischen Bürgern geholfen, die sich in ausländischen Währungen, vor allem in Schweizer Franken, verschuldet hatten! Viktor Orbán war der Einzige, der in der Wirtschaftskrise von 2008 auch die Krise des Systems erkannte und bewusst einen anderen Kurs einschlug.
  • Er hat unser Land von einer finanzbasierten Wirtschaft auf eine sog. arbeitsbasierte Wirtschaft umgestellt.
  • Er hat 1 Million neue Arbeitsplätze geschaffen.
  • hat die Langzeitarbeitslosen und diejenigen, die ihren Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten konnten, in Arbeit gebracht und sie durch die Organisation von öffentlichen Arbeitsprogrammen in den Arbeitsmarkt integriert.
  • Er befreite unser Land aus den Fängen des IWF, in die wir aufgrund der Wirtschaftskrise und der schlechten Regierungsführung von Ferenc Gyurcsány geraten waren.
  • NER hat die Wirtschaft bereinigt, ein arbeitsförderndes Steuersystem eingeführt,
  • unsere in ausländischen Besitz übergegangenen öffentlichen Versorgungsunternehmen zurückgekauft und
  • das öffentliche Vermögen um rund 60.000 Milliarden Forint erhöht.
  • Er hat die Löhne und Renten deutlich angehoben,
  • die Dörfer erneuert und modernisiert, die Städte wiederaufgebaut,
  • das Netz der öffentlichen Einrichtungen auf den neuesten Stand gebracht, unsere öffentlichen Gebäude renoviert sowie unsere Schulen, Krankenhäuser, Kindergärten und Krippen erneuert.
  • Selbst die kleinsten Ortschaften wurden an die Digitalisierung angebunden, der Zugang zum Internet wurde für alle ermöglicht und damit wurde unser Land an die Weltspitze gebracht (während beispielsweise Deutschland auf diesem Gebiet zurückgeblieben ist).
  • Straßen, Brücken, Autobahnen, Radwege und Sportanlagen wurden gebaut und verschönert.
Das NER hat den Bürgern unseres Landes ihre nationale Identität und ihren Stolz zurückgegeben. Sie hat unser auf der christlichen Kultur und unseren Traditionen basierendes Wertesystem gestärkt.

Sie hat die Warnung von Imre Kertész ernst genommen, dass „eine Zivilisation, die ihre Werte nicht klar zum Ausdruck bringt oder die ihre verkündeten Werte im Stich lässt, den Weg des Untergangs und des endgültigen Verfalls beschreitet.“ Unter der Führung von Orbán widersetzten sich die ungarischen Bürger dem die christliche Zivilisation aufgebenden „Woke“- und „Trans“-Wahn, ja sogar der transatlantischen Kultur, die dem Todeskult verschrieben ist.

Herr Egedys nächste, völlig unbegründete Anschuldigung lautet, dass „für die Fidesz der Illiberalismus wichtiger war als die Nation“. Fidesz habe nämlich seiner Meinung nach „die Bedeutung der Nation nur in Worten anerkannt“. Er untermauert diesen haarsträubenden Unsinn damit, dass sich die Partei „Putin, der als illiberale Ikone gilt, völlig untergeordnet habe“. Meiner Meinung nach ist Putin nicht illiberal. Er mag für Herrn Egedy eine Ikone sein, für uns jedoch nicht. Soweit ich weiß, gehört der Liberalismus nicht zu den russischen Traditionen, im Gegensatz zu den ungarischen, zu deren erfolgreichsten Epochen auch die liberalen Phasen zählen. Putins russisches System ist eine Mischung aus russisch-sowjetischen Traditionen.

Orbán strebte ein korrektes Verhältnis zum russischen Präsidenten an, zum Teil, weil wir davon gegenseitig profitierten (billiges Öl und Gas, was die Senkung der Lebenshaltungskosten der Bevölkerung ermöglichte!), zum Teil aber auch, weil es besser ist, sich mit einem viel mächtigeren Akteur, der sich hier in unserer Nähe befindet, gut zu stellen.

(Geografie, Herr Egedy! Geografie!). Es lohnt sich auch zu bedenken, dass wir nach den in naher Zukunft zu erwartenden Abkommen zwischen den Großmächten nicht in deren Zange geraten dürfen. Ob Kollege Egedy davon Kenntnis hat oder nicht: Die amerikanisch-russischen Verhandlungen finden sozusagen kontinuierlich statt, während kürzlich auch deutsch-russische Gespräche in Baku stattfanden. Es liegt im Interesse Ungarns, mit allen auf einen Nenner zu kommen, da wir ohnehin keinen Einfluss auf die Machtspiele der Großen nehmen können. Deshalb müssen wir Realpolitik betreiben, so wie es auch Orbán getan hat. Wir müssen mit allen eine Zusammenarbeit anstreben, die auf gegenseitigem Respekt und gegenseitigem Nutzen beruht.

Dem scharfsinnigen Egedy zufolge „wahrt der Westen die Traditionen der Rechtsstaatlichkeit“, gegen die sich Orbán gestellt hat. Wo lebt dieser Mann? Sieht er nicht, dass die Favoritin der französischen Präsidentschaftswahlen, Marine Le Pen, aufgrund eines konstruierten Gerichtsverfahrens mit einem Ortungsgerät am Fuß Wahlkampf betreibt? Dass ihrem Wahlkampf weder französische noch EU-Banken Kredite gewähren? Was natürlich der Chancengleichheit dient. Hat er nicht gehört, mit welchen rechtlichen Verfahren die AfD in Deutschland schikaniert wird? Wie viele Menschen in England, Deutschland und den anderen westlichen Rechtsstaaten wegen eines einzigen Kommentars verhaftet werden?

Welches Recht hat sich in der Europäischen Union durchgesetzt? Das Recht auf Erpressung und Nötigung? Und das auf offenen Diebstahl? (Von der Leyens SMS-Nachrichten? Die Schmiergelder aus Katar für den Parlamentsvizepräsidenten und seine Komplizen? Usw.)

Ich kann mir lebhaft vorstellen, was eine derart uninformierte Person ihren Studenten beibringen kann. Hier ist kein Platz, um die praktischen Ergebnisse der Orbán-Politik aufzuzählen, daher möchte ich den geschätzten Autor nur an einige Fakten erinnern. Unsere Brüder und Schwestern, die seit dem Friedensdiktat von Trianon (1920) außerhalb der Landesgrenzen leben, erhielten die ungarische Staatsbürgerschaft. Das NER sorgte dafür, dass die dort lebenden ungarischen Kinder ungarischsprachige Kindergärten und Schulen besuchen können. Sie konnten in ungarischen Mannschaften Sport treiben. Täglich spielten 5.000 junge Menschen aus den Gebieten jenseits der Grenze in den vom ungarischen Staat geförderten Fußballakademien, wo sie untereinander Ungarisch sprachen, sich zu einer Gemeinschaft und sogar zu einer Mannschaft zusammenschlossen. Die NER trug zum Wiederaufbau von Kirchen, Schulen und kulturellen Einrichtungen bei.

Seit der Gründung der Fidesz existieren zwei bis heute unveränderte Grundpfeiler: das Engagement für den Fortbestand der Nation und der Antikommunismus.

Es tut mir leid, dass diese Information den Autor seit 1988 nicht erreicht hat.

Egedy, der nach der Wahlniederlage des NER seinen Mut zusammengenommen hat und nun versucht, sich vorwärts zu retten, lässt sich zu der absurden Behauptung hinreißen, dass die NER „nicht einmal den Versuch unternommen hat, die ungarische politische Gemeinschaft zu konsolidieren“. Dann fährt er fort: „Selbst Franz Joseph, der unsere Generäle in Arad hinrichten ließ, gelang die Konsolidierung, ebenso wie János Kádár, der 1956 mit russischen Truppen in Budapest einmarschierte.“

Wenn ich den Autor richtig verstehe, besteht Orbáns größter Fehler darin, dass er kein ausgiebiges Blutbad angerichtet hat, woraufhin er etwa zwanzig Jahre später mit der Konsolidierung hätte beginnen können. Bravo!

Nur zum besseren Verständnis des Textes möchte ich die Abkürzung NER erläutern, damit auch der Professor sie versteht: System der Nationalen Zusammenarbeit bedeutet, dass Orbán alle zum gemeinsamen Wirken zum Wohle des Vaterlandes aufgerufen hat.

Gerade angesichts der derzeitigen ungezügelten Wut der Tisza-Partei/Bewegung ist es besonders wichtig zu betonen, dass

Orbán die Arbeit der Opposition nie eingeschränkt hat. Er hat die Rechtsstaatlichkeit und die Pressefreiheit respektiert, die oppositionellen Medien unterstützt und sogar finanziell gefördert, niemanden wegen seiner politischen Aktivitäten verfolgt und weder die Polizei noch die Staatsanwaltschaft gegen seine politischen oder persönlichen Gegner aufgehetzt.

So wie es seit den Wahlen jetzt geschieht. Er ließ keine Verwaltungsangestellten oder Kabinettschefs in Handschellen abführen und sperrte sie nicht monatelang im „Szegedi Csillag“-Gefängnis ein, mit der offensichtlichen Absicht, ihnen belastende Aussagen gegen ihre Vorgesetzten zu entlocken. Jeder, der wollte, bekam Arbeit und eine Chance.

Ebenso falsch ist die Behauptung, Orbán habe „bewusst auf die ungarische Jugend verzichtet und fast eine halbe Million von ihnen ins Ausland gezwungen“. Ich liebe es, wenn ein Autor, der sich selbst für konservativ hält, eine nach der andern die ungeheuerlichen Lügen der Linksliberalen wiederkäut. Unter 25-Jährige mussten unter dem NER keine Steuern zahlen und konnten für ihre erste Wohnung einen Kredit mit einem festen Zinssatz von 3 % in Anspruch nehmen. Die Regierung hat die Familiengründung und die Kinder mit aller Kraft unterstützt. Und dass sie zum Studieren ins Ausland gegangen sind? Um Berufserfahrung zu sammeln? Gott sei Dank, dass sie gehen konnten! Meine Generation hatte nicht so viel Glück, denn wir wurden hinter den Eisernen Vorhang gezwungen und dort eingesperrt. Aber ich verrate dem hochverehrten Professor Egedy, dass die jungen Menschen schon immer gegangen sind, wenn sie die Möglichkeit hatten, Erfahrungen und Wissen zu sammeln, und damit später auch ihr Heimatland bereicherten.

Auch diejenigen, die sich derzeit im Ausland aufhalten, werden alle nach Hause zurückkehren, es sei denn, die derzeitige Regierung ruiniert unser Land, denn überall ist es gut, aber am besten ist es doch zu Hause, und weil der von Ihnen so sehr verehrte Westen inzwischen völlig ungenießbar geworden ist.

Das reicht nun von diesem Ihrem Unsinn. Ich schreibe es der Hitze zu und der Tatsache, dass Sie äußerst uninformiert und unfähig sind, neue Informationen aufzunehmen.

Das Problem an Ihrem Text ist nicht, dass Sie der NER und Orbán gegenüber kritisch sind, denn Kritik hat einen wichtigen Platz und eine wichtige Rolle in unserem öffentlichen Leben. Aber das ist keine Kritik, sondern ein Haufen Unsinn, den Sie beim Einsteigen in den Tisza-Zug zusammengeschustert haben.

Das ist die Stimme der alten, 2010 aufgelösten SZDSZ-Partei. Die Stimme derer, die sich als Intellektuelle betrachteten und betrachten und sich das Recht vorbehalten haben und weiterhin vorbehalten, selbst zu bestimmen, wer in ihren als Elite angesehenen Club aufgenommen werden darf. Ihrer Meinung nach war es im NER „fast schon eine Sünde, gebildet zu sein, und ‚Intellektuelle‘ ein Schimpfwort, während Unwissenheit und Gleichgültigkeit gegenüber öffentlichen Angelegenheiten als Tugend galten.“

Wenn Sie persönlich diese gebildete Intelligenz repräsentieren, dann ist das in der Tat ein großes Problem, dann ist alles klar, wir verstehen alles.

Autor, Dr Schmidt Mária ist Generaldirektorin des Múzeum von „Haus des Terrors.“

MAGYARUL: https://latoszogblog.hu/aktualis/elkezdodott-hideg-arulas-korszaka/

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