„Wer Antisemit ist, bestimmen wir!“

22. Januar 2021 A.UNTERBERGERS TAGEBUCH, von Elmar Forster

…“Die heuchlerische Doppelmoral entartet nun aber zu einem Amoklauf gegen jeden, der es auch nur wagt, den heiligen Tabernakel des links okkupierten Faschismus-Verdikts außerhalb linker Deutungshoheit auch nur auszusprechen.

   So geschehen durch den Direktor des Budapester Literaturmuseums, Szilárd Demeter: „US-Milliardär Soros hat Europa zu seiner Gaskammer gemacht… Aus den Fässern der multikulturellen offenen Gesellschaft entströmt das Giftgas, das für die europäische Lebensform tödlich ist.“ (Demeter, UngarnHeute)

   Linke Antifa-Nazi-Diffamierungen hingegen werden als vorgeschobene Zivilcourage abgefeiert: „Ungarn und Polen sind Parasiten der EU“ (ZDF in  DW). – Sie „müssen finanziell ausgehungert werden.“ (SPD-Vize-EU-Parlaments-Präsidentin, Katharina Barley, in BZ) – Oder: Der „Krebstumor (!) Ungarn muss neutralisiert werden.“ (der luxemburgische Außenminister Asselborn, UngarnHeute) –  Diesbezüglich liegt freilich die nationalsozialistische Vernichtungs-Rhetorik auf der Hand: „Wenn es ums Aushungern geht, Frau Barley? Stalingrad, Leningrad oder Warschau?“ (ungarischer Regierungssprecher Zoltán Kovács, cicero) – (Doch selbst für antichristliche Hetze, etwa für eine blasphemische  Corona-Jesus- Karikatur erhielt ein ungarischer Journalist vor kurzem einen Journalistenpreis.)

   Westliche Journalisten verkehren dann sogar logische Schlussfolgerungen ins Gegenteil: Denn obwohl „in Ungarn Juden sicherer als in Deutschland leben“, würde dann „doch die Orbán-Regierung Antisemiten“ hofieren „und sich antisemitischer (!) Rhetorik“ bedienen. („Orbáns Antisemitismusproblem“, DeutscheWelle) – Und zwar trotz Orbáns Beteuerung: „Die jüdische Gemeinschaft steht unter dem Schutz der Regierung.“ (Paul Lendvai über Orban, ebda)

   Seit Orbans demokratischer Machtübernahme (2010) dreht auch der linke Standard-Journalist Paul Lendvai unermüdlich an dieser Antisemitismus-Gebetsmühle: „Jahrelang hat die Fidesz-Partei dem Judenhass freien Lauf gelassen.“ (DieWelt,  Februar 2011) – „Nach außen ´Null Toleranz für Antisemitismus´. Nach innen brandgefährliche Rhetorik´“ („Orban und die Juden“, DerStandard, Dezember 2020)

   Wieder greift eine semitisch konnotierte Opfer-Helden-Sakrosanktion: Als Exil-Ungar, Überlebender der Naziverfolgung und (selbst-inszenierter) antikommunistischer 1956-Revolutionär-Flüchtling (vieles in Ledvai´s Biographie erscheint allerdings unstimmig). Unter dem Drachenpanzer ihrer jüdischen Biographie stoßen (sowohl Lendvai als auch Soros) beliebige Antisemitismus-Verhetzungen aus.

   Obwohl nämlich laut Lendvai, „Orbán kein Antisemit ist (und) es von ihm keine offenen judenfeindlichen Aussagen gibt“, – bleibt er trotzdem ein Antisemit. Und zwar wegen seiner „antisemitischen“ Blasphemie: Orban thematisierte u.a. den fragwürdigen Soros-Flüchtlingsplan, einer Person mit semitischem Hintergrund: „Soros wird wegen seiner Flüchtlingspolitik kritisiert. Völlig egal, ob er jüdisch sei oder nicht.“ – Lendvai zitiert Orban, ebda)

   Während (kulturgeschichtlich gesehen) auf die Untat Blasphemie schwere Folter (etwa der antike Prometheus am Felsen) oder im biblischen Jerusalem Kreuzigung stand („Er lästert Gott!“ – die Pharisäer über Jesus), verrichtet das heutzutage eine links-mediale Vernichtungskampagne.

    In folgendem Satz desavouiert Lendvai mehr als ein Dutzend Mal mittels des Antisemitismus-Diffamierungs-Codes: Orban hätte nämlich, „den in Budapest geborenen Holocaust-Überlebenden (!) Soros, den New Yorker Finanzinvestor (!) und Philanthropen (!) zu einem internationalen (!) Feindbild (!) aufgebaut.“ Und zwar: „Als den in der Maske (!) des Menschenfreundes auftretenden heimatlosen (!) Feind (!) der ungarischen (!) Nation und des christlichen Europa“ (Lendvai, ebda)…

   Als „Holocaust-Überlebender“ verfügt Soros somit über eine sakrosankte semitische Opfer-Immunität. Als ein in „Budapest Geborener“ appelliert er zudem an die jüdische Kollektivschuld-These. Dessen Zwiespältigkeit als „ewiger“ Finanz-„Spekulant“ (faz – welcher „die Bank von England in die Knie zwang, den Euro unter Druck setzte und seine Hände bei Kursrutschen in Asien mit im Spiel hatte.“ focus) euphemisiert Lendvai zu einem „Philanthrop-Investor“.

   Mit dem Begriff jüdischer (!) „Finanzinvestor“ unterstellt Lendvai zwangsläufig Orban ein (von Hitler verwendetes) antisemitisches Stereotyp, womit Hitler „dem internationalen Finanzjudentum … die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa“ angedroht hatte. (Reichstagsrede 30.1.1939, DieZeit)

   Also: „Wer Antisemit ist, bestimmen die linken Anti-Fa-Journalisten.“ – Selbst dann noch, wenn sogar der israelische Ministerpräsident Netanjahu, „Orban als ´einen wahren Freund Israels´ lobte.“ (Lendvai) – Denn in Wirklichkeit ist „Ungarn der sicherste Ort für Juden in Europa.“ (der ungarische Oberrabbiner, Köves, UngarnHeute): 2019 gab es in Ungarn „nur“ 35 antisemitische Vorfälle (also 3,5 Fälle pro Million Einwohner), in Deutschland waren es 824 Fälle (UngarnHeute), in Österreich haben sich diese seit der Flüchtlingskrise 2015 auf 550 verdoppelt.

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