3. Februar 2026 NIUS von Frank W. Haubold
Die Wahl am 12. April 2026 ist eine Schicksalswahl für Ungarn, und die Umfragen sind knapp und widersprüchlich. Falls TISZA und die EU tatsächlich obsiegen sollten, dürfte dies auch das Ende der Souveränität Ungarns bedeuten. Wenn die EU in ein Land hineinregiert, ist es mit der Souveränität und inneren Sicherheit vorbei und früher oder später auch mit dem Wohlstand …
Ein neuer Kontrahent tritt in den Ring
Anders als in vorangegangenen Wahlperioden, in denen die zersplitterte linke Opposition auch durch eigenes Unvermögen keine Chance gegen Orbán und Fidesz hatte, steht der Regierung heute mit der TISZA-Partei(Tisztelet és Szabadság Párt – Partei für Respekt und Freiheit) ein ernstzunehmender Kontrahent gegenüber. Angeführt wird die Partei von Péter Magyar, einem früheren Fidesz-Funktionär, an dessen moralischer Integrität allerdings erhebliche Zweifel bestehen. Ihm wird nicht nur häusliche Gewalt gegen seine Ex-Frau, die ehemalige Justizministerin Judit Varga, vorgeworfen. Auch ging in Ungarn ein Video mit seinem Rauswurf aus einem Budapester Nachtclub viral, wobei ihm vorgeworfen wird, das Smartphone eines Beobachters an sich genommen zu haben, was er selbst zugibt, und es anschließend in die Donau geworfen zu haben, was er wiederum bestreitet. Zudem wird ihm auch Insiderhandel an der Börse vorgeworfen.
Unabhängig von diesen Eskapaden hat Magyar es geschafft, relevante Teile der Bevölkerung mit seiner Polemik gegen Orbán und Fidesz anzusprechen, indem er den Schwerpunkt auf angebliche Korruption und Vetternwirtschaft der Regierenden setzt, die für die Missstände im Land verantwortlich wären.
Offene Ohren finden Magyar und TISZA vor allem bei jungen Menschen, die die Misswirtschaft der Sozialisten bis 2010 nicht bewusst miterlebt haben, sowie bei Altsozialisten und wirtschaftlich Benachteiligten.
Die europaweit drastisch gestiegenen Lebensmittelpreise haben in erster Linie die sozial Schwachen getroffen, auch wenn die Regierung durch Preisregulierungen bei Grundnahrungsmitteln gegengesteuert hat. Die niedrigen Steuern in Ungarn kommen zwar den aktiv Beschäftigten und Unternehmen zugute, aber wenn der Staat weniger einnimmt, bleibt auch weniger Spielraum für soziale Wohltaten. Anders als in der Bundesrepublik gilt in Ungarn der Grundsatz: Wer nichts leistet, bekommt auch nichts, was insbesondere jenen sauer aufstößt, die meinen, der Staat sei für ihr Wohlergehen zuständig. Wer zudem wie Teile der akademischen Jugend die Selbstverwirklichung wertschöpfender Arbeit und der Familiengründung vorzieht, hat nichts von den Steuer- und Familienerleichterungen der Orbán-Regierung und findet in Péter Magyar einen vermeintlichen Heilsbringer.
In Ungarn kursieren geleakte interne Entwürfe der TISZA-Partei
Unterstützt wird die TISZA-Kampagne von der EU-Nomenklatura, angeführt von Orbáns Intimfeinden Ursula von der Leyen und Manfred Weber (der auch dafür gesorgt hat, dass TISZA in die Europäische Volkspartei EVP integriert wurde), denen vor allem Ungarns Außenpolitik ein Dorn im Auge ist. Das wurde von Viktor Orbán im Vorwahlkampf auch deutlich gemacht („Ich streite mich nicht mit Péter Magyar oder der TISZA-Partei, sondern mit ihren Herren“).
Im Gegenzug hat Péter Magyar öffentlich erklärt, die eingefrorenen EU‑Fonds (rund 22 Milliarden Euro) wieder freigeben zu wollen, falls seine Partei TISZA die Wahl 2026 gewinnt! Einen bemerkenswerten Fauxpas leistete sich in diesem Zusammenhang die TISZA-Abgeordnete Kinga Kollár im EU-Parlament, als sie öffentlich erklärte, der durch die EU-Sanktionen sinkende Lebensstandard in Ungarn stärke die Opposition, und dabei explizit erwähnte, dass die geplante Renovierung von 50 Kliniken deswegen nicht stattfinden könne!
Zudem kursieren in Ungarn geleakte interne Entwürfe der TISZA-Partei, die eine progressive Einkommensteuer mit höheren Sätzen für obere Einkommensgruppen sowie Kürzungen von Steuererleichterungen vorsahen.
Diese Vorschläge lösten breite Empörung aus, wurden von der Partei jedoch öffentlich als nicht offiziell bezeichnet. Offiziell kommuniziert hat die TISZA-Partei lediglich steuerliche Entlastungen für Niedrig- und Durchschnittsverdiener, die Teil ihres Wahlprogramms sind. Wie glaubwürdig dieses Dementi ist, müssen die ungarischen Wähler entscheiden.
Auch andere Positionen der TISZA-Partei stoßen in der Bevölkerung auf wenig Gegenliebe. So ist die Partei offen für den Verzicht auf russisches Gas und Öl, der die derzeit konkurrenzlos niedrigen Energiepreise (die Kilowattstunde kostet umgerechnet 11 Cent!) weit in die Höhe treiben würde. Der von TISZA unterstützte EU-Beitritt der Ukraine dürfte zudem nicht nur Ungarn, sondern allen bisherigen Nehmerländern wirtschaftlich enorm schaden. Aber all diese fragwürdigen Aktivitäten
all diese fragwürdigen Aktivitäten werden den harten Kern der Frustrierten und Orbán-Gegner nicht beeinflussen, denn differenzierte wirtschaftspolitische Betrachtungen verfangen beim einfachen Wähler weniger als Erzählungen über eine korrupte Regierung, die sich Schlösser baut, während das einfache Volk darbt.
Das ist der Kern von Péter Magyars Botschaft, den seine Jünger wie warme Honigmilch aufsaugen.
Schicksalswahl für Ungarn im April
Die Wahl am 12. April 2026 ist eine Schicksalswahl für Ungarn, und die Umfragen sind knapp und widersprüchlich. Falls TISZA und die EU tatsächlich obsiegen sollten, dürfte dies auch das Ende der Souveränität Ungarns bedeuten. Schon heute machen viele Ungarn, aber auch in Ungarn lebende Deutsche ihren Verbleib im Land vom Wahlergebnis abhängig. In einem souveränen und sicheren Land kann man sich etwas aufbauen, auch wenn es weniger wohlhabend ist als Deutschland oder Österreich.
Wenn die EU in ein Land hineinregiert, ist es mit der Souveränität und inneren Sicherheit vorbei und früher oder später auch mit dem Wohlstand …
Noch ein Wort zu dem hierzulande vermittelten Zerrbild von Ungarn: Dass bundesdeutsche Politiker und Medienschaffende insbesondere der Grünen bei der Diffamierung Ungarns und seiner Regierung eine besonders aktive Rolle spielen, hat auch historische Gründe, denn kein anderes Land hat die deutsche Wiedervereinigung so nachhaltig befördert wie das kleine, tapfere und freiheitsliebende Ungarn. Diese Wiedervereinigung wird vom westdeutschen „progressiven“ Milieu nach wie vor als entscheidende Niederlage empfunden, daher der Hass auf Ungarn und dessen an den Interessen der eigenen Bevölkerung ausgerichteten Politik.
Quelle dieses Beitrags: https://nius.de/ausland/news/die-situation-in-ungarn-vor-den-wahlen-das-sind-die-fakten-das-ist-propaganda?
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