Neujahrsgrüße aus dem deutschen Absurdistan

20. Januar 2022 Magyar Nemzet von GUNTER WEISSGERBER

Ich hoffe, dass das Jahr 2022 meinen lieben ungarischen Lesern gute Gesundheit und Glück bringt. Im April werden Sie ein neues Parlament und eine neue Regierung wählen. Werden Sie den richtigen Weg weitergehen, oder werden Sie sich für einen grün-kommunistischen Umerziehungsweg entscheiden? Diese Entscheidung liegt bei Ihnen.

Ich hoffe, dass Ihre Regierung eine andere Haltung gegenüber der Bevölkerung einnehmen wird als die deutsche Regierung heute. Letztere wird dort weitermachen, wo die vorherige Regierung Merkel aufgehört hat: beim  wirtschaftlichen, technologischen und zivilisatorischen Niedergang Deutschlands. Die neue deutsche Regierung hat sogar einen Namen dafür gefunden: die Umwandlung in eine „ökosoziale Marktwirtschaft“. Ich habe in diesen Kolumnen schon einmal das alte deutsche Sprichwort verwendet: wenn es dem Esel zu gut geht, geht er aufs Eis tanzen. Und seit dem Fukushima-Tsunami begibt sich der Esel der deutschen Politik immer weiter auf dünnes Eis. Realität und Sprache werden entsprechend angepasst.

Seit Jahren habe ich als Deutscher das Gefühl, dass ich es mit infantilen Menschen zu tun habe, die keine Ahnung von Mathematik, Physik oder Chemie haben.

Liebe Ungarn, schauen Sie Deutschland genau an! Es wird Ihnen zeigen, was Sie bei den Wahlen im April vermeiden sollten.

Es sei denn, Sie wollen die eigene Energieversorgung und wirtschaftliche Sicherheit und Lebensweise genauso zerstören, wie es die rot-grüne deutsche Linke in ihrer Arroganz mit Hilfe der Freien Demokraten und eines Teils der Konservativen tun will. In der Silvesternacht wurden in Deutschland drei Kernkraftwerke und acht Kohlekraftwerke abgeschaltet. Sie sind ein für alle Mal erledigt. Gleichzeitig wird nicht einmal die Hälfte der Stromversorgung des Landes – 46 Prozent im Jahr 2020 – durch euphemistisch proklamierte „erneuerbare“, aber unsichere, wetterabhängige Energiequellen wie Sonne und Wind bereitgestellt. Davon können sich die Ungarn ein Bild machen, auch diejenigen, die glauben, dass der Strom immer und zu einem günstigen Preis aus dem Netz kommt.

Was passiert bei uns? Ein Staat gibt seine riesigen Energiereserven auf, kann aber den Fehlbetrag nicht selbst ausgleichen.

Wenn die Nachbarländer ihr nicht zu Hilfe kommen, würde die Bundesrepublik innerhalb weniger Tage zusammenbrechen,

was wiederum den Energiekollaps der gesamten Europäischen Union zur Folge hätte. Hinter einem Energiekollaps dieses Ausmaßes verbirgt sich die Gefahr eines zivilisatorischen Zusammenbruchs. Wo es keinen Strom gibt, kann man weder telefonieren noch die Toilette spülen. Man kann nicht die Polizei rufen, jeder muss sich selbst verteidigen. Und wenn man bedenkt, dass die neue Regierung Deutschland komplett auf Strom umstellen will, dafür aber mindestens 50 % mehr Strom benötigt, dann kann das nur damit erklärt werden, dass die Regierungskoalition beschlossen hat, das Kiffen zu erlauben. Vielleicht sind sie auch bekifft? Der Landwirtschaftsminister der Grünen will die Lebensmittelpreise erhöhen, unsere Ernährung streng nach grünen Gesichtspunkten reglementieren und gleichzeitig die Drogen legalisieren.

Deutschland ist zu einem politischen Irrenhaus geworden.

Gleichzeitig steht die neue EU-Politik kurz davor, Strom aus Kernenergie aus Gründen des Klimaschutzes zu fördern. Deutschland ist raus und die EU ist wieder drin. Das jüngste Opfer der weltweiten Verschlimmbesserung der grünen Linken ist die deutsche Glasindustrie: die ersten Glashersteller müssen inzwischen ihre Produktion wegen der Strompreise drosseln. Die links-grünen Deutschen setzen das Schicksal aller Europäer in der Energiefrage ebenso aufs Spiel wie die unkontrollierte Masseneinwanderung und die damit einhergehende unumkehrbare Umgestaltung der Gesellschaft. Wenn wir die gleiche Situation haben wie die Herkunftsländer der Einwanderer, wird es für uns schlimmer, aber für sie nicht besser.

Für Lenin bestand der Kommunismus aus der Sowjetmacht und der Elektrifizierung des gesamten Landes. Mao setzte mit seinem „Großen Sprung nach vorn“ noch eins drauf, als er 1958 erklärte: „Kämpfe drei Jahre lang einen unerbittlichen Kampf, und der größte Teil des Landes wird anders aussehen. Die lokale Industrieproduktion wird in fünf bis zehn Jahren die lokale landwirtschaftliche Produktion übersteigen.“ Die neue deutsche Regierung ist ebenso ehrlich: sie spricht von Transformation und meint es auch so.

„Ökosoziale Transformation“ klingt wie eine Kreuzung aus Lenin und Mao.

Noch hat sie nicht Millionen von Opfern gefordert, aber wird das auch so bleiben? Bislang war der Weg zum Paradies auf Erden immer mit Umerziehungsmaßnahmen, Lagern und Millionen von Opfern verbunden. Ich habe für meinen Teil kein Vertrauen in die neue deutsche politische Klasse. Jakobiner, Leninisten, Maoisten, grüne Ideologen – sie alle verkünden die einzige und unumstößliche Wahrheit und trotzen jeder Kritik.

Auf jeden Fall ist die Zensur in Deutschland sehr umfassend. Die vernünftigen, auf demokratischen und rechtsstaatlichen Standards basierenden Teile der Medien, wie die „Achse des Guten“, „Tichys Einblick“ oder „Reitschuster.de“, müssen nun regelmäßig vor Gericht um ihre Artikel und Videos kämpfen.

Mit ihrer unerhörten Unverfrorenheit tut die grün-linke Community im eigenen Land das, was sie Putin, Erdogan und China vorwirft: die Verweigerung der Meinungsfreiheit.

Nur sie verschleiern das sehr raffiniert. Die Medienplattformen werden zur Zensur gezwungen, der Staat macht sich nicht die Hände schmutzig. Es ist, als ob ein Gastwirt darauf achten müsste, was seine Gäste sagen. Deutschland ist derzeit ziemlich dreckig, wenn es um die Meinungs- und Kommunikationsfreiheit geht. Selbst im Zustand der völligen geistigen Umnachtung ist es nicht möglich, das Irrenhaus zu begreifen, das Deutschland derzeit ist, indem es sich gegen die vier Grundrechenarten sowie gegen Mathematik, Physik, Chemie und den ersten Hauptsatz der Thermodynamik stellt.

Ist Ungarn vor all dem gefeit?

Der Autor, Gunter Weissgerber war von 1990 bis 2005 Vorsitzender der SPD in Sachsen und trat 2019 aus der Partei aus.

MAGYARUL: https://magyarnemzet.hu/velemeny/2022/01/ujevi-udvozlet-a-nemet-abszurdisztanbol

2 thoughts on “Neujahrsgrüße aus dem deutschen Absurdistan”

  1. Sehr geehrter Herr Weißgerber,
    danke für Ihren Beitrag.
    Genauso ist das. Es regiert jetzt eine Lobby von naturwissenschaftlichen und technologischen Tieffliegern. Bei der hohen Zahl von Ausbildungs- und Studienabbrechern in einer gewissen Partei ist ja auch nichts anderes zu erwarten.

    Grüße von einem Gymnasiallehrer
    für Physik und Mathematik
    kurz vorm Renteneintritt

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