Kultureller Terrorismus. Ein zu böses Wort?

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20. März 2023 Achgut.com von ADORJÁN KOVÁCS

Der kulturelle Terrorismus der Sozialisten von heute zielt zunehmend darauf ab, Körper und Sexualität, in Konsequenz Ehe und Familie umzumodeln. Die bürgerlichen Familienbande sollen in Patchwork- und Regenbogen-„Familien“ aufgelöst werden, um die bindungslosen Menschen im staatlichen Kollektivismus einzufangen.

Was wir heute von Seiten des politmedialen Komplexes in den westlichen Ländern an top-down verordneter radikaler Veränderung der Kultur (und der Sprache) erleben, mit einem deutlichen Schwerpunkt auf dem Körper, dem Geschlecht und der Sexualität – Stichworte wie „Gender“, „Ableismus“, „Sexismus“, „Homophobie“, „Transphobie“, „Bodyshaming“, „critical race theory“, wokeism“ mögen genügen –, ist die Umsetzung eines alten kommunistischen Programms. Man muss das unentwegt wiederholen, weil es meistens nicht geglaubt wird. Dieses Programm war aber schon von Anfang an unverzichtbare Ergänzung des gewaltsamen Umsturzes, um auf diese Weise die totale Überwältigung des bürgerlichen Untermenschen auf sozialer, physischer und auch geistiger Ebene zu vollziehen, sofern man ihn nicht gleich umbrachte. Insofern sind

Begriffe wie „Kulturkampf“ oder auch „Kulturmarxismus“ zu schwach und daher nicht in der Lage, die reale Intention und Gewalt dieses Programms zu fassen.

Gewöhnlich wird der italienische Kommunist Antonio Gramsci mit seinem Konzept der kulturellen Hegemonie als Entdecker dieser Variante der kommunistischen Machtergreifung gesehen, die später den von Sozialisten verräterisch-wütend bekämpften, aber sachlich korrekten Namen „Kulturmarxismus“ erhalten hat. Historisch kann diese Alternative zu einem gewaltsamen Umsturz aus der Defensive verstanden werden, in die die kommunistische Bewegung durch das Erstarken der nichtmarxistischen (faschistischen und nationalsozialistischen) Gegenbewegungen in den 20er- und 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts geraten war.

Auch war damals schon absehbar, dass mit den Arbeitern keine Revolution zu machen sein würde, da ihre Lebensbedingungen im Kapitalismus entgegen der angeblich wissenschaftlich begründeten kommunistischen Prognose immer besser wurden. Daher sollte erst die Kultur innerhalb des zu beseitigenden Systems radikal verändert werden, die Menschen gleichsam von innen sturmreif geschossen werden. Es ist zwar richtig, dass heute im Westen diese „sanfte“ Variante bevorzugt wird, um die Menschen zu täuschen und Widerstand gar nicht erst aufkommen zu lassen (freilich nicht ganz unter Verzicht auf Gewalt, wie die Existenz der Antifa und die gezielte Repression Einzelner beweisen), aber auch bei nackter Gewaltanwendung wäre neben der politisch-gesellschaftlichen die kulturelle Umwälzung immer dabei.

Verdrehung von Begriffen zu Täuschungszwecken

Die Sozialisten – seien sie nun heute in ihrer rein taktisch bedingten Scheindiversität dunkelrot, hellrot oder grün angestrichen – haben die Schulen und Universitäten als Mittel ihrer kulturellen Umwälzung erkannt, da dort die künftigen Generationen ausgebildet werden, die möglichst in ihrem Sinne ideologisiert werden und das Gelernte in einer Art Schneeballeffekt multiplizierend weitergeben sollen. Besonders sind Körper und Sexualität, in Konsequenz Ehe und Familie als Kerne einer funktionierenden Gesellschaft ins Fadenkreuz ihrer Bemühungen geraten, weil dort noch nicht der sozialistische Staat, sondern die Eltern die Hoheit über die Erziehung und damit Prägung der Kinder haben. Familienbande sollen in Patchwork- und Regenbogen-„Familien“ aufgelöst werden, um die bindungslosen Menschen im staatlichen Kollektivismus einfangen und letztlich versklaven zu können.

Es geht also um die Unterwanderung und systematische Veränderung des Denkens über Körper, Geschlecht, Ehe und Familie, bis die derart gehirngewaschenen Menschen gar nicht mehr anders als im sozialistischen Sinne denken können.

Dieses Ziel ist im Westen heute schon insofern erreicht, als jüngst die Erzählfigur eines Romans, die auf jeder seiner Seiten eine klinisch eindeutig pathologische Körperempfindung hat, von einer konzertiert jubelnden medialen Berichterstattung als „wissenschaftlich“ fundierte, erstrebenswerte menschliche Zukunft interpretiert und eben auch vom breiten Publikum – das ist das Entscheidende – teils schulterzuckend akzeptiert und teils als vorbildlich beklatscht wird. Sie sind sturmreif geschossen.

Die fanatische Ausdauer und Konsequenz der Sozialisten, mit der zunächst der Marsch durch die Institutionen vollzogen und dann die kulturelle Hoheit errungen wurde, verdient Bewunderung: etwa so, wie man einen lange perfekt geplanten und dann sauber durchgeführten Banküberfall bewundert. Das Ausmaß an geschickten Lügen, das dafür erforderlich war, ist gewaltig. Ein Hauptmittel dabei ist die Verdrehung von Begriffen, die nicht ihrer eigentlichen Bedeutung entsprechend verwendet werden, sondern taktisch eine neue, passende Bedeutung zugesprochen bekommen haben, um die Betroffenen zu täuschen. Es sei nur an die Begriffe „Toleranz“, „Freiheit“, „Demokratie“, im den Körper betreffenden Kontext an „Geschlecht“, „Ehe“, „Familie“ und „Homosexualität“, aber auch an „Pandemie“ und „Impfung“ erinnert.

Radikales Programm der Sexualerziehung

Viele Menschen denken, das sei gar nicht so wichtig, dabei ist korrekte Sprache genau das. Und die Sozialisten haben erkannt, dass sie, selbst gegen jede Vernunft, also auch wenn es ihrem unmittelbaren Erfolg schadet, an der sprachlich-inhaltlichen Gleichschaltung der Lehranstalten und der Zerstörung der Familie festhalten müssen. (Am besten natürlich an der Zerstörung von allem, was funktioniert, um das „ganz Neue“ zu errichten.)

So befand sich Ungarn – um ein weniger bekanntes, aber instruktives Beispiel anzuführen – im Jahre 1919 am Rande des Zusammenbruchs. Der Große Krieg, heute Erster Weltkrieg genannt, war soeben mit einer katastrophalen Niederlage und dem Zerfall der Österreichisch-Ungarischen Doppelmonarchie zu Ende gegangen, die neuen Nachfolgestaaten wollten Rest-Ungarn noch mehr Land rauben als die Zweidrittel, die die Siegermächte ohnehin aus dem historischen Ungarn herausgeschnitten hatten, und führten Krieg gegen das soeben durch eine Revolution erschütterte und kommunistisch gewordene Land. Nach Russland war Ungarn nämlich der zweite Sowjetstaat der Welt.

Die kommunistische Räterepublik verteidigte sich, ging aber zugleich unverzüglich auf allen Ebenen die Umgestaltung der Gesellschaft an. Egal, ob die Kinder hungerten, der stellvertretende Volkskommissar für Unterrichtswesen Georg Lukács (genau: der später berühmte marxistische Philosoph!) hatte nichts Besseres zu tun, als einen Prozess in Gang zu setzen, den man treffend nur „kulturellen Terrorismus“ nennen kann – per definitionem eine Verbreitung von Schrecken zur Umsetzung politischer Ziele, durch aggressive Handlungen, gegen die Widerstand zu leisten strafbewehrt ist und denen die Opfer ausgesetzt werden, um sie und die Gesellschaft wehrlos und gefügig zu machen.

Als Teil dieses Terrors führte Georg Lukács top-down ein radikales Programm der Sexualerziehung in die Schulen ein. Die ungarischen Kinder sollten die freie Liebe, das sexbetonte Leben, den archaischen Charakter der sittlichen Werte der zur Mittelklasse gehörenden Familien, die Überholtheit der Monogamie gelehrt bekommen, und natürlich ein religionsloses Leben, weil eine Religion den Menschen jeden Genusses beraube. 

Die Frauen wurden aufgerufen, gegen die Sexualmoral ihrer Zeit zu rebellieren. Die Sozialisten wussten nämlich (und wissen es auch heute): Kinder, die früh sexualisiert wurden, können als Erwachsene keine dauerhafte Beziehung aufbauen, selbst wenn sie die Propaganda nicht gänzlich verinnerlicht haben sollten.

Ziel ist die Zerstörung der bestehenden Gesellschaft

Wo Mann und Frau gegeneinander aufgehetzt werden und Promiskuität erwünscht ist, kann keine Ehe halten. Wo die Sexualität auf den Markt gezerrt wird, treten Gewöhnung und Langeweile ein. Wo es keine Differenzierung entsprechend einer höheren Moral mehr geben darf, gibt es auch keine Perversion mehr – also nur noch Perversion. Und so weiter. Wohlgemerkt: Dies alles war den Kommunisten wichtig zu einer Zeit, als alles andere hätte wichtiger erscheinen können, ja, müssen. 

Nicht aber den Kommunisten. Sie wissen, wie wichtig die Zerstörung von Ehe und Familie ist, um ihre Ziele zu erreichen, und darum bombardieren sie die Menschen ununterbrochen mit ihren verdrehten Begriffen. Dass Robespierre den Terror lügnerisch als „rasche, strenge und unbeugsame Gerechtigkeit“ bezeichnete, weist ihn als deren Vorläufer aus – wer will schon ungerecht sein und zu widersprechen wagen? Lukács‘ kultureller Terrorismus wiederum wurde zum Vorläufer dessen, was die politische Korrektheit – auch so ein Euphemismus! – später in die amerikanischen (und dann die deutschen) Schulen einführte. Gramscis und auch eines Wilhelm Reichs hätte es gar nicht bedurft. Heute sind es eben die Regenbogenfahne an Bundesgebäuden, LGBTQ-Teams an Schulen und das sogenannte „Selbstbestimmungsgesetz für 14-Jährige, die „von oben“ verordnet werden.

Merken Sie sich für die Zukunft: Egal ob das Gas knapp ist und Sie frieren, egal ob die Inflation steigt und Sie im Müll nach Essbarem wühlen müssen, egal ob die Infrastruktur kaputtgeht und der Strom ausfällt –

der kulturelle Terrorismus gegen Ehe und Familie, allgemeiner gegen den natürlichen Körper und die natürliche Sexualität, geht weiter, solange Sozialisten politische Verantwortung tragen, weil er die materielle Zerstörung der bestehenden Gesellschaft durch die physische und geistige der Menschen vollendet.

Der Autor Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Dr. habilAdorján Kovács ist niedergelassener Mund-, Kiefer-, und Gesichtschirurg. Er hat 20 Jahre an einer Universitätsklinik gearbeitet, über 150 wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht. Er ist auch publizistisch tätig. Letzte Veröffentlichungen: „Der Preis des Phoenix: Asche und Auferstehung Europas. Politisches Tagebuch 2016-2019“, Bad Schussenried, 2020. Herausgeber von Iwan Iljin, „Über den gewaltsamen Widerstand gegen das Böse“, Wachtendonk, 2018.

Originalerscheinung: https://www.achgut.com/artikel/kultureller_terrorismus_ein_zu_boeses_wort_nein

2 thoughts on “Kultureller Terrorismus. Ein zu böses Wort?”

  1. Die Ironie der Geschichte (oder war es Dialektik?) wollte es, daß das hier trefflich dargestellte kommunistische Programm zur Entwurzelung der Menschen und zur Atomisierung der Gesellschaft mittlerweile von den Plutokraten der globalistischen Hochfinanz übernommen wurde und bis heute sehr effizient mit den Mitteln der gleichermaßen von Plutokraten organisierten US-Bewußtseinsindustrie vorangetrieben wird.

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