Deutschsprachige Einrichtungen in Ungarn drücken der heimischen Opposition die Daumen

11. Februar 2026 Ungarn Heute von Ferenc Rieger

In den deutschsprachigen Institutionen der Hauptstadt herrscht Hochbetrieb. Wenige Wochen vor den ungarischen Parlamentswahlen sehen diese deutschsprachigen Kulturinstitute ihre Mission darin, den heimischen Pseudo-NGOs eine Plattform zu bieten, die mangels einst üppiger USAID-Finanzierung sich neu erfinden müssen, indem sie die ideologische Agenda der neuen Brüsseler Geldgeber bedienen.

Wer die sozialen Medien nach deutschsprachigen Kulturangeboten in Budapest durchforstet, muss keine Qual der Wahl erleiden. Wegen der erdrückenden Dominanz des Englischen sind Vorträge, Führungen, Lesungen u.ä. in deutscher Sprache in der ungarischen Hauptstadt Mangelware. Zunächst knöpft man sich die Seiten der deutschsprachigen Kulturinstitute vor und stellt bald fest, dass diese Einrichtungen ihre Mission darin sehen, den heimischen Pseudo-NGOs eine Plattform zu bieten, die mangels einst üppiger USAID-Finanzierung sich neu erfinden müssen, indem sie die ideologische Agenda der neuen Brüsseler Geldgeber bedienen.

Goethe-Institut

So berichtet die Seite des Goethe-Instituts über eine Veranstaltung von Direkt36, wo die angeblich besorgniserregende Lage der heimischen Pressefreiheit thematisiert wurde. Die Steuergelder der deutschen Bürger, einschließlich derjenigen, die wegen kritischer Postings in den sozialen Medien in aller Herrgottsfrühe Polizeibesuch bekommen, müssen auch hierzulande linke Aktivistengruppen finanzieren, die ihren Tunnelblick für die allein selig machende Weltanschauung halten.

Österreichisches Kulturforum

Die progressive Blase muss in Ungarn gedeihen, dafür sorgt auch das Österreichische Kulturforum. Eine stramm „Orbán-kritische“ Veranstaltung jagt die andere, im Wochentakt werden Abende organisiert, die darauf abzielen, das politisch korrekte Narrativ unters Volk, besser gesagt unter das selbstverliebte linksliberale Völkchen der ungarischen Hauptstadt zu bringen. „Wie wird die Manipulation von Information zu einer politischen Waffe“, so lautet das Thema einer Podiumsdiskussion, die nicht – wie aufmerksame Beobachter der deutschen Innenpolitik vermuten könnten – die Gleichschaltung der bundesrepublikanischen Medienlandschaft reflektiert, sondern als Begleitprogramm für die Ausstellung „Elsewhereland – Zeitgenössische künstlerische Perspektiven aus der Ukraine“ erdacht wurde, die nicht von einer einschlägigen Institution aus Kiew, sondern vom Kulturinstitut der Alpenrepublik ausgerichtet wird.

Diplomatische Gepflogenheiten wurden nicht nur vom bereits abberufenen US-Botschafter David Pressman über den Haufen geworfen:

auch manche Diplomaten der ‚verfreundeten‘ EU-Länder erteilen gerne Lektionen in Sachen Demokratie und Menschenrechte, fungieren als Sprachrohre diverser zivilgesellschatlicher Organisationen, anstatt die bilateralen Beziehungen zu pflegen.

Der Aktivismus dieser Botschafter hat die Geduld des ungarischen Außenamtes auf eine harte Probe gestellt, kein Wunder, dass der Geduldsfaden langsam zu reißen beginnt und das offizielle Budapest sie vorsorglich an die Grenzen ihrer Tätigkeit erinnert.

Der neue Direktor des Österreichischen Kulturforums, Fabian Ortner, will sich nach Auskunft von Euronews „auf die in Ungarn verblassenden Werte“ konzentrieren, die Marschrichtung stimmt also mit der vom Goethe-Institut überein: politischer Aktivismus, die mittlerweile keine kulturelle Tarnung mehr benötigt, sondern als ideologische Schützenhilfe für die linke Schickeria des Gastlandes deutlich erkennbar ist.

Fabian Ortner wäre gut beraten, sich eher auf die schleichende Machtübernahme des Islam in der Hauptstadt seines Landes zu konzentrieren (41, 2 % der Wiener Schüler sind Muslime), es sei denn er will künftig als österreichischer Kulturdiplomat lieber die bunte Vielfalt orientalischer Lebensentwürfe den kulturbeflissenen Ungarn vorstellen.

Alle Hochachtung vor der ukrainischen Kultur, aber ihre Präsentation ist nicht die Aufgabe einer österreichischen Kulturvertretung, genauso wenig wie die Förderung der ungarischen LGBTQ-Szene, ein anderes Lieblingsthema der Kulturdiplomatie des westlichen Nachbarlandes.

Nur zwei Tage nach der Veranstaltung „Die Macht von Propaganda und Desinformation als Instrument autoritärer Regime“ folgt eine andere, die nahtlos daran anknüpft: „Autorität im Alltag: Die stillen Strategien illiberaler Macht“. Neben den beiden Referentinnen aus Österreich geben auch zwei heimische Dozentinnen ihren Senf dazu. Dass eine CEU-Professorin für Gender-Studies vorträgt ist nicht wirklich eine Überraschung. Weniger selbstverständlich ist die Tatsache, dass auch eine Politikwissenschaftlerin der deutschsprachigen Andrássy Universität Budapest mit von der Partie ist.

Andrássy Universität Budapest

Die kleine AUB ist die einzige vollständig deutschsprachige Universität außerhalb des deutschen Sprachraums und wurde von konservativen Politikern, namentlich Viktor Orbán, Edmund Stoiber, Erwin Teufel und Wolfgang Schüssel 2001 aus der Taufe gehoben. Inzwischen fungiert die Hochschuleinrichtung als trojanisches Pferd der Brandmauer-Demokratie in der Hauptstadt eines schlichtweg demokratischen Staates, der nur den Grenzzaun benötigt, welcher der Sicherheit der eigenen Bevölkerung dient.

Die oben erwähnte Melani Barlai ist kein Einzelfall im schmucken Palais Festetics.

Auch andere Lehrkräfte der AUB lassen sich bereitwillig vor Péter Magyars Karren spannen.

Prorektorin Ellen Bos wird zwecks Ungarn-Bashing als Expertin herumgereicht. In Interviews, die jegliche wissenschaftliche Äquidistanz vermissen lassen, beweihräuchert sie den aktuellen Liebling des europäischen Mainstream. Die Péter-Magyar-Versteherin aus dem Palais Festetics spricht von einem, der „ein bürgerliches, modernes, europäisches Ungarn schaffen“ will. Deák Ferenc, der ‚Weise der Heimat‘ ist im Vergleich zum Hoffnungsträger der Brüsseler Bürokraten ein Leichtgewicht, zumindest legen dies die einschlägigen Äußerungen der Politikwissenschaftlerin nahe.

Lobgesang auf den Tisza-Chef

Der Lobgesang auf den Tisza-Chef wird nicht nur in den staatsnahen Medien, sondern auch in dem einst konservativen Springer-Blatt Die Welt angestimmt. Gegenüber einem Volontär der Redaktion erklärt die Professorin:

„Er verfügt über besonderes Kommunikationstalent und es gelingt ihm, Themen zu setzen“. Magyar werbe mit einer positiven Zukunftsvision und stehe im Kontrast zu Orbán, der inhaltlich „fantasielos“ sei und lediglich versuche, Angst zu schüren, um seine Macht zu erhalten,

so Ellen Bos in dem von der UAB beworbenen Artikel, der auch einen glühenden anti-ungarischen Lobbyist, Dániel Hegedüs. den Regionaldirektor des German Marschall Fund, zu Wort kommen lässt, der zusammen mit einem Autohändler und einer Flugbegleiterin die „müden und wütenden Ungarn“ verkörpern soll.

Scrollt man auf der Facebook-Seite der AUB weiter, so tauchen weitere Artikel, die in die gleiche Kerbe schlagen. Ein Zögling des Hauses, András Hettyey, zieht als Mitverfasser eines Beitrags mit dem Titel „Populist (Dis)Engagement with International Parliamentary Institutions: Central Europeans in the European Parliament and the Parliamentary Assembly of the Council of Europe“ gegen den „Populismus“ der Fidesz zu Felde, wobei Populisten immer die anderen, sprich die konservativen Parteien, sind, welche die Werte hochhalten, die einst für den Erfolg der bundesrepublikanischen Christdemokraten Pate standen.

CUI prodest?

Cui prodest – wem nützt diese eindeutige Parteinahme im ungarischen Wahlkampf? Ist die Andrássy Universität eine Kaderschmiede, welche die Funktion der vom Soros-Netzwerk finanzierten Central European University übernehmen soll? Wie ist es um die wissenschaftliche Integrität ihrer Lehrkräfte bestellt? Fragen über Fragen, die Zweifel darüber aufkommen lassen, dass diese Hochschuleinrichtung die Wähler ihres Gastlandes für mündig hält.

Diese grobe Einmischung in die politische Entscheidungsfindung ist der Glaubwürdigkeit der AUB sicher nicht zuträglich.

Originale Erscheinung: https://ungarnheute.hu/news/die-deutschsprachige-andrassy-universitaet-drueckt-der-heimischen-opposition-die-daumen-32231/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert