Gesetz aller Auferstehung – Áron Mártons Botschaft zu Ostern
3. April 2026 Ungarn Heute
Was Kardinal József Mindszenty für das Mutterland und Graf János Esterházy für die Ungarn in der Slowakei war, ist der siebenbürgische Bischof Áron Márton für die ungarische Gemeinschaft in Rumänien: Ein Bekenner, dessen Leben zu einer imitatio Christi, einer Nachfolge des Herrn wurde.
Er führte sein politisch verwaistes Volk durch die beiden Diktaturen des vergangenen Jahrhunderts, wohl wissend, dass das Leid lediglich Gottes vorletztes Wort ist, auf den Karfreitag der Menschen und Nationen folgt immer die Auferstehung. Unermüdlich setzte er sich nicht nur für die eigenen Gläubigen ein, sondern für alle Verfolgten seiner Zeit: Juden, griechisch-katholische Rumänen, Opfer des Klassenhasses über die ethnischen Grenzen hinweg.
Die „Mensch-Kathedrale“ Siebenbürgens ließ sich von Ausweisung, Verleumdung, Verrat, Gefängnis und Zwangsdomizil nicht unterkriegen, behielt zeitlebens die „österliche Sicht“ auf Menschen und Geschichte, die auch in der vorliegenden Ansprache, entstanden irgendwann in den 1930er Jahren, zur Geltung kommt. In unserer Gegenwart, geprägt von politischer Rechthaberei, Gehässigkeit gegenüber der christlichen Wahrheit und der Liebe, ethnischer Wagenburgmentalität und ideologischer Borniertheit, ist Bischof Áron Mártons Botschaft aktueller denn je.
Zu Ostern feiern wir den Triumph der Gerechtigkeit.
Der Hass und die Bosheit haben die Wahrheit und die Liebe gekreuzigt, aber am dritten Tag ist Jesus auferstanden, zum großen Erstaunen seiner Feinde. Ihr Hass verfolgte ihn auf unmenschliche Weise bis zum letzten Augenblick.
Niemand konnte die Frage beantworten, welches Unrecht er begangen hatte, aber seine tausend blutenden Wunden, sein unsäglicher Schmerz, sein göttlicher Blick der Vergebung konnten nicht den geringsten Funken des Mitgefühls entfachen, weder in der Menge, die gegen sein Kreuz brüllte, noch in seinen Richtern, die ihn wissentlich und zu Unrecht in den Tod trieben. Er brachte die frohe Botschaft, dass Gott weder der Gott eines Volkes noch der Gott der Rache ist, sondern der himmlische Vater aller Menschen, und daher sind alle Menschen Geschwister und die Menschheit eine große Familie, in der es keine minderwertigen und verachtenswerten Mitglieder gibt. Er kam nicht, um die Ansprüche eines Volkes zu befriedigen, sondern brachte der ganzen Menschheit die Wahrheit; er gründete keine politische Partei, keine religiöse Sekte; er stellte der bestehenden Rechtsordnung und Herrschaft keine neuen Theorien entgegen, sondern stutzte sie lediglich auf ihren wahren Wert zurecht und verkündete in einer für alle verständlichen Sprache und mit Taten, die mehr ausdrückten als Worte, die einfachen Grundwahrheiten, die das menschliche Leben möglich und erträglich machen.
Aber die verschiedenen Parteien verkündeten unterschiedliche „Wahrheiten“, und als sie merkten, dass die Lehre des Nazareners ihren Einfluss auf die Massen gefährdete, erhoben sie Anschuldigungen gegen ihn,
heuerten falsche Zeugen an, bezahlten einen seiner engsten Vertrauten, um ihn zu verraten. Dann richteten sie, seine Feinde, über ihn. Er hatte keinen einzigen Fürsprecher, und in einem Spießrutenlauf von Folterungen und Beschimpfungen wurde er an das Kreuz der Übeltäter geführt. Der Hass begleitete ihn auch dorthin, er verbrannte bereits auf dem grässlichen Scheiterhaufen des Schmerzes, aber seine Feinde verhöhnten ihn mit gnadenlosem Spott und lachten dem Leidenden ihre Siegesfreude ins Gesicht.
Eine unerwartete Wendung trat ein, nicht das, was man erwartet hatte. Kaum hatte der Körper am Kreuz aufgehört, sich zu winden, kaum hatten sich die fiebrigen Lippen geschlossen, schrie der Befehlshaber der diensthabenden Truppe auf: Es war tatsächlich der Sohn Gottes. Und die Menge, die Zuschauer des schrecklichen Dramas, schlug sich an die Brust und ging schweigend nach Hause.
Alles, was sie taten, hatte eine andere Wirkung, als sie dachten. In diesem Augenblick hatten sie auf den Endsieg gehofft, und stattdessen begann die Auferstehung des Gekreuzigten in den Herzen der Menschen.
Sein Grab wurde versiegelt, Soldaten wurden ihm zur Seite gestellt, und Christus, die gekreuzigte Wahrheit, erhob sich am Ostermorgen ohne Rücksicht auf das Siegel und die Soldaten aus seinem Grab, um die Unbesiegbarkeit der Gerechtigkeit und des Lebens in der Geschichte zu verkünden,
als Trost für die Leidenden und als Warnung für diejenigen, die auf die Macht von Zwang und Gewalt vertrauen.
Hier liegt das Geheimnis der Auferstehung: Der blutige Weg des Leidens und des Schmerzes endet mit der düsteren Szene des Golgota, wandelt sich aber in die Herrlichkeit des Ostergrabes.
Mit dem Zertreten des Gerechten beginnt der Triumph der Gerechtigkeit, mit der Verwerfung des Unschuldigen die Erhöhung der Unschuld.
Die Gewalt kann in uns das Irdische und Erdhafte abtöten, sie kann das Zeitliche und Vergängliche unterdrücken, sie kann im Feuer des Schmerzes verbrennen, was Schlacke und Hinfälligkeit ist, aber gleichzeitig läutert sie die Völker und Menschen, die auf den Scheiterhaufen des Leidens geworfen werden, sie bereitet in uns die strahlende Auferstehung der zeitlosen Werte, den Triumph der Wahrheiten vor.
Der Weg, der hierher führt, ist der Weg des Karfreitags. Und dies ist das Gesetz aller Auferstehung: für ein ernsthaftes Ergebnis ist immer ein hoher Preis zu zahlen.
Der raue Stoff muss durch beharrliche Anstrengung bearbeitet werden, damit er brauchbar und schön wird, ebenso die raue Natur, damit sie nützlich und reich, die formlose Seele, damit sie charaktervoll und heilig wird. Dem Metall gibt man mit dem Hammer eine schöne Gestalt, dem Marmor mit dem Meißel. Die Erde wird mit dem Pflug gebrochen und mit der Hacke zerrissen, um sie fruchtbar zu machen. Die Seele, durchdrungen von Leidenschaften und Instinkten, wird durch Selbstverleugnung und Disziplin zu einem Charakter geformt. Und auch für Gesellschaften, die sich aus ihrer wirtschaftlichen und moralischen Unbeholfenheit erheben wollen, sind ein entschlossener Wille und große Anstrengungen erforderlich.
Áron Márton (1896-1980) Bischof von Gyulafehérvár (Alba Iulia/Karlsburg)) in Siebenbürgen