Gedenktag für die Opfer des Kommunismus

24. Februar 2021, von IRÉN RAB

In Ungarn wird seit 2001 jedes Jahr am 25. Februar der Opfer des Kommunismus gedacht. An diesem Tag wurde im Jahr 1947 Béla Kovács, Generalsekretär der Unabhängigen Partei der Kleinen Landwirte, von den sowjetischen Behörden verhaftet. Béla Kovács’s Verhaftung und seine Verschleppung in die Sowjetunion waren eine symbolträchtige Botschaft: So wird es allen ergehen, die die Machtübernahme der kommunistischen Partei zu verhindern versuchen. Die Kommunisten bauten eine Parteidiktatur auf, nach dem politischen Jargon eine „Volksdemokratie”, oder Proletardiktatur und dieses System missachtete wahre Demokratie und Freiheitsrechte 50 Jahre lang vollkommen.

Anhand von Schätzungen und Archivforschungen lässt sich die Zahl der weltweiten Opfer des Kommunismus auf etwa 100 Millionen festlegen. In Ostmitteleuropa erreicht die Zahl der in Hungersnöten, Zwangsarbeitslagern oder durch Hinrichtungen Verstorbenen die Million, doch Opfer des Systems sind auch diejenigen, die inhaftiert, verhört, gefoltert oder gebrandmarkt wurden, die wegen ihrer Religionszugehörigkeit verfolgt wurden – kurz gesagt alle, die ihres Rechts auf freies Handeln und freie Entscheidung beraubt wurden, die körperlich und seelisch zugrunde gerichtet wurden.

Seit 2011 wird auf eine ungarisch-polnisch-litauische Initiative hin auch in der Europäischen Union der Opfer der totalitären Diktaturen – des Nazismus und des Bolschewismus – gedacht. Als gemeinsamer Gedenktag wurde der Tag der Unterzeichnung des Molotow-Ribbentrop-Pakts gewählt, der 23. August. Laut der Erklärung will die Europäische Union damit das Bewusstsein für die gemeinsame europäische Vergangenheit und das kollektive Gedächtnis stärken.

Eine bei der UNO eingereichte ungarische Initiative wurde abgelehnt; die Welt schweigt nach wie vor über die realen Sünden der kommunistischen Ideologie.

Übersetzung von Sophie Matteikat

Die Stiftung zur Bewahrung der Erinnerung an die Todesopfer der Gulags (A Gulágokban Elpusztultak Emlékének Megörökítésére Alapítvány) veranstaltet anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Kommunismus eine Online-Konferenz mit dem Titel „„Tebenned bíztunk eleitől fogva…” (’An dich glaubten wir von Anfang an’) – Geistliche gefangen im GULAG. Die Konferenz findet am 25-26. Februar 2021, 9:00 – 19:00 Uhr statt. Die Konferenz kann über den YouTube-Kanal der Stiftung live mitverfolgt werden, über den Link: https://www.youtube.com/channel/UC6WEwYp5SnOtqO7J1L2sCtQ Programm: https://www.gulag.hu/wp-content/uploads/2021/02/Megh%C3%ADvo_febru%C3%A1r-25-26.-online-konferencia.pdf

Filmempfehlungen (leider nur in ungarischer Sprache, ohne Untertitel)

Recsk 1950-1953, egy titkos kényszermunkatábor története (Geschichte eines geheimen Zwangsarbeitslagers) Ein Dokufilm von Géza Böszörményi und Lívia Gyarmathy, 1989 https://www.youtube.com/watch?v=IvDVjLwV0RU&t=289s

Soha, sehol senkinek (Nie, nirgendwo, niemanden) ein Film von Ferenc Téglásy, 1988, https://www.youtube.com/watch?v=dxohCFVfnFY&t=219s

Örök tél (Ewige Winter) ein Film von Attila Szász, 2018 https://www.youtube.com/watch?v=V6muIXPInr8

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