Wundertüte oder die Katze im Sack
8. Mai 2026 von Irén Rab
Wie wird die neue ungarische Regierung aussehen? Vielfältig. Die Tisza-Experten schreiben, dass „die Regierungsbesetzung, betrachtet man das Gesamtbild, weder radikal links, noch nationalistisch rechts, noch ein klassisches liberales Elitenprojekt.“ Was dann?
Péter Magyar im Wahlkampf
„Vor euch liegt eine große Chance, kandidiert für den Parlamentssitz!“, sagte Péter Magyar während seiner Wahlkampftour im vergangenen Sommer. Ich habe es mit eigenen Ohren gehört, an mehreren Orten herumstehend und mehrmals, denn ich habe einige seiner Auftritte besucht, um den Stil des Parteivorsitzenden, den Inhalt, den Aufbau und die Wirkung seiner Reden persönlich zu erleben. Ich war auch neugierig auf seine Anhänger, seine Fans, die Zuschauer und die Außenstehenden.
„Wir behalten alles, was gut war, und bauen alles ab, was nicht gut war.“
Was genau dieses „alles“ sein sollte, wurde nicht klar, denn der der Führer sprach in Allgemeinplätzen, ohne Luft zu holen, und redete seinem Publikum ein Loch in den Bauch. Nach zwanzig Minuten konnte man ihm nicht mehr zuhören. Kritische Fragesteller ließ er nicht zu Wort kommen, er fegte sie einfach vom Parkett.
Was deutlich in Erinnerung blieb, war das Darbringen seiner Huldigung dem Gesundheitsexperten Dr. Hegedűs gegenüber, der neben seiner enormen Arbeitslast an einem halben Nachmittag die Gesundheitsreform zu Papier brachte. Die Reform, welche „die Fidesz in 15 Jahren nicht geschafft hat“. Ein Déjà-vu, mir kam die Rede von Öszöd in den Sinn, als Gyurcsány 2006 erzählte, wie der Staatshaushalt aufgestellt wurde. Mit Papier und Bleistift, am Tischrand sitzend, soweit man dort Platz fand. So war er dann auch.
Bewerbt euch als Abgeordnete!
Der andere Satz, der sich mir eingeprägt hat, war: „Bewerbt euch als Abgeordnete“. Das letzte Mal, dass eine Partei Abgeordnete rekrutierte, war in den 90er Jahren; ich las es in einer Kleinanzeige in der Zeitung. Damals gab es noch Printmedien, und die Zeitungen hatten Anzeigenrubriken für Wohnungen, Immobilien und Heiratsanzeigen. „Ein als gutaussehend beschriebener Mann in den Vierzigern sucht die Bekanntschaft einer passenden, molligen blonden oder schlanken brünetten Dame zum Zweck der Heirat. Unter dem Stichwort ‚’Wir treffen uns‘ Im Verlag.“ Wovon ich spreche, war aber eine Stellenanzeige: Die im Entstehen begriffene Ungarische Grüne Partei suchte – vielleicht 1997 – zukünftige Abgeordnete für das Parlament. In Ungarn waren die Grünen nie von langer Dauer, auch diese nicht, sie hinterließen keine Spuren.
Jedenfalls fand ich es damals absurd – und finde es seitdem auch –, dass eine politische Partei, die sich selbst ernst nimmt, nicht mal über genügend kompetente Unterstützer verfügt, um Kandidaten fürs Parlament aufzustellen.
Anscheinend kam nur mir der Gedanke absurd vor, denn siehe da, sie meldeten sich reihenweise, es gab Vorwahlen, Castings, und die Ausgewählten wurden ermittelt.
Fachkompetenz spielte keine große Rolle, ebenso wenig wie die Frage, ob die betreffende Person einen Bezug zum jeweiligen Wahlkreis hatte oder sich mit Gesetzgebung und Staatsverwaltung auskannte.
Wer hat sich beworben? Natürlich Leute ohne Selbstkritik und Selbsterkenntnis, die eine Chance auf sozialen Aufstieg sahen und in die Nähe der Macht gelangen wollten. Vor dem Namen der meisten Ausgewählten steht der Titel „Doktor“. Auch das ist Teil der Täuschung des Volkes; früher in der Volksdemokratie genoss körperliche Arbeit gesellschaftliche Wertschätzung, damals betäubte man das Volk mit der Bezeichnung „Arbeiter-Bauer“. Gerade gestern habe ich einen „Doktor“ in einem Interview gehört. Ich glaube nicht, dass er vor Ehrfurcht einen einzigen sinnvollen Satz herausgebracht hat. Und er war sich dessen auch nicht bewusst, er blickte nämlich stolz in die Kamera.
Die Auswahl erfolgte im Geheimen, und ich habe keine Insiderinformationen. Jedoch sehe ich das Endergebnis. Auf den Wahlplakaten wurde hinter jeden Kandidaten das Bild des Parteiführers gesetzt, damit der Bürger weiß, wen er wählt. Der Tisza-Führer war das Wichtigste, die Person des Kandidaten, sein Talent und seine Eignung spielten keine Rolle.
Das neue Parlament des Landes „im Namen der Liebe“ und die Tisza-Regierung
Meistens hielten sie die Veranstaltungen in dunklen Räumen ab, bei den Foren sprach der Chef an ihrer Stelle, und ins Parlament werden sie aus ihrem Büro wohl auch durch einen unterirdischen Gang (!) kommen, damit die Presse ihnen unterwegs keine Fragen stellen kann.
Von den 141 Abgeordneten hat kein einziger parlamentarische Erfahrung. Die zukünftigen Parlamentarier*Innen eignen sich nun im Eiltempo das minimale Wissen eines Abgeordneten sowie die Technik der Bedienung der Abstimmungsmaschine an.
Wird der Ton der Parlamentsdebatten dem in den sozialen Netzwerken ähneln? Werden sie auch dort grinsende Emojis zeigen? Wird der interpellierende oppositionelle Abgeordnete ausgepfiffen werden? Werden sie ihn niederbrüllen und beleidigen? Wie wird die Nationalversammlung des Landes „im Namen der Liebe“ im Jahr 2026 aussehen?
Und wie wird die neue ungarische Regierung aussehen? Vielfältig. Die Tisza-Experten schreiben, dass es sich um „eine regierungsfähige, post-Orbanistische-Technokraten-Regierung der Wiederherstellung handelt, die EU-kompatibel ist, auf Experten setzt, institutionelle Reformen anstrebt, Stabilität sucht und einen moderaten Modernisierungskurs verfolgt.“ Ihrer Meinung nach ist „die Regierungsbesetzung, betrachtet man das Gesamtbild, weder radikal links, noch nationalistisch rechts, noch ein klassisches liberales Elitenprojekt.“ Was dann?
Mir scheint, dass die Schlüsselministerien an die globalen Unterstützer abgegeben werden mussten. In der Regierung wird es Globalisten mit gekünsteltem Lächeln geben, die globalistische Interessen vertreten. Es wird entlassene, also gekränkte ehemalige Fidesz-Anhänger geben, die sich rächen wollen. Es wird Vertreter der linksliberalen politischen Machtstrukturen aus der Zeit vor 2010 geben, die sich heimlich eingeschlichen haben, und es wird auch treue Unterstützer geben, die von Anfang an unerschütterlich zum Chef gehalten haben. Auch sie werden jeweils ein (finanziell gut dotiertes) Ressort erhalten.
Es ist schwer, verlässliche Informationen über sie zu finden;
Meta hat dafür gesorgt, dass belastende Informationen und Ereignisse aus der Vergangenheit gelöscht, und die Wikipedia-Einträge umgeschrieben wurden. Neue Legenden entstehen, und die Menschen schlucken sie ohne Kritik (und ohne Erinnerung).
Sie akzeptieren alles. Auch den alten Schulkameraden, den frischgebackenen Schwager, der seine vier Kinder zurückließ, um in die Familie einzuheiraten, und so die Zahl der juristisch ausgebildeten Mitglieder des Magyar-Clans zu vergrößern. Es schien, als beginne die Wiederherstellung der Rechtsstaatlichkeit mit einer Tisza-Variante des Nepotismus, bis angeblich der Hauptunterstützer, Weber von der EVP, von der Ernennung des Schwagers zum Justizminister abgeraten hat. Interessant ist die ungarische Sprache: Im Deutschen vertritt der Anwalt das Recht (Rechtsanwalt), der Staatsanwalt den Staat (Staatsanwalt). Bei Ungarn immer nur den jeweiligen Fall. (ügyvéd, ügyész) Wie lässt sich das so drehen und wenden, dass die wankelmütige Gerechtigkeit auf die gewünschte Seite tritt und der durch familiäre Bindungen geblendete Richter entsprechend urteilen kann.
Aussagen und Versprechen des Tisza-Führers
Ich möchte hier nicht die Aussagen und Versprechen des Tisza-Führers aufzählen, wie er heute das eine sagt und morgen das Gegenteil tut. Andere haben das bereits zusammengetragen. Die Liste ist lang und wird immer länger. Péter Magyar versprach seinen Wählern einen sauberen, korruptionsfreien Wohlfahrtsstaat, und sie glaubten ihm, weil sie es glauben wollten.
Dann kommen der Schwager, die Kumpel, die Vetternwirtschaft und die Plünderung.
Währenddessen sprechen sie in der Kommunikation von Sauberkeit und Ehrlichkeit und zahlen 100 Millionen Forint an György Waberer (an einen Unternehmer, der gerade vor den Wahlen auf Magyars Seite wechselte) zurück. Man könne sie nicht bestechen, und sie wollen sogar den Anschein vermeiden, dass Unternehmer oder Oligarchen, egal welcher Seite sie angehören, mit ihnen in Verbindung gebracht werden, oder dass irgendjemand das Gefühl hat, „durch die Berufung auf uns irgendeinen Vorteil erlangen zu können, sei es auch nur Selbstvermarktung“. Natürlich kam Waberers Geld im Wahlkampf gelegen, ja sogar das Geld seines Schwagers.
Wovon zahlen sie es zurück? Woher hat die Tisza plötzlich 100 Millionen Forint? Raten ist erwünscht.
Autorin, Dr. Irén Rab ist Kulturhistorikerin und Chefredakteurin von Ungarnreal
Deutsche Überstzung von Dr. Andrea Martin
MAGYARUL
ZSÁKBAMACSKA
Választási kampány
Nagy lehetőség áll előttetek, jelentkezzetek országgyűlési képviselőnek! – mondta Magyar Péter múlt nyári haknizása során. A saját fülemmel hallottam, több helyen, többször is, mert elmentem néhány fellépésére, hogy személyesen tapasztaljam meg a pártvezér stílusát, beszédeinek tartalmát, felépítését és hatását. Kíváncsi voltam a táborra is, a rajongókra, a szemlélődőkre és a kívülállókra. Mindent megtartunk, ami jó volt, mindent leépítünk, ami nem. Az nem derült ki, konkétan mit is, mert a főnök általánosságokban szólt, levegővétel nélkül, lyukat beszélve hallgatósága hasába. Húsz perc után, már nem lehetett rá figyelni. A kritikus kérdezőket nem engedte szóhoz jutni, egyszerűen lesöpörte őket a pályáról.
Ami markánsan megmaradt, az Hegedűs doktor egészségügyi szakértő sztárolása volt, aki temérdek munkája mellett egy fél délután papírra vetette az egészségügy reformját. A reformot, amit „a Fidesz 15 év alatt képtelen volt megtenni.” Deja vu, az őszödi beszéd jutott eszembe, mikor Gyurcsány elmesélte, hogyan készült a költségvetés. Papírral, ceruzával, az asztal szélén, ülve, már akik odafértek, Olyan is volt.
A másik belém égett mondat, ez a „jelentkezzetek képviselőnek” volt. Utoljára a 90-es években toborzott egy párt képviselőket, apróhirdetésben olvastam, újságban. Akkoriban még nyomtatott sajtó volt, az újságoknak volt hirdetés rovata, lakás, ingatlan, házassági hirdetés. „Jóképűnek mondott negyvenes férfi keresi hozzá illő molett szőke vagy karcsú barna hölgy ismeretségét házasság céljából. Egymásra találunk jeligére, a kiadóban.” Amiről beszélek, az álláshirdetés volt, az alakulóban lévő Magyarországi Zöld Párt (Zöldek) keresett – talán 1997-ben -, jövőbeli országgyűlési képviselőket. Magyarországon a Zöldek sosem voltak hosszú életűek, ők sem, nyomuk nem maradt. Mindenesetre akkor is abszurdnak találtam, és azóta is, hogy egy magát komolynak gondoló politikai pártnak nincs annyi hozzáértő támogatója, hogy képviselőként jelölhesse.
Csak nekem volt abszurd a gondolat, mert lám, jelentkeztek szépen sorban, volt előválasztás, casting és kikerültek a kiválasztottak. A szakértelem nem sokat számított, az sem, hogy az illető kapcsolódik-e az adott körzethez, hogy ért-e valamit a törvényhozáshoz, államigazgatáshoz. Kik jelentkeztek? Természetesen önkritika és önismeret nélküli alakok, akik lehetőséget láttak az egzisztenciális felemelkedésben, és a hatalom közelébe akartak jutni. A legtöbb kiválasztottnak a neve előtt ott áll a doktor titulus. Ez is a népámítás része, a népi demokráciában a fizikai munkának volt társadalmi megbecsültsége, akkor a „munkás-paraszt” megjelöléssel kábították a népet. Egy „doktort” éppen tegnap hallottam egy interjúban. Nem hinném, hogy a megilletődöttségtől nem tudott egy értelmes mondatot sem kinyögni. És tisztában sem volt ezzel, büszkén nézett bele a kamerába.
A „szeretetország“ parlamentje
A kiválasztás titokban zajlott, és nekem belső információim nincsenek. A végeredményt viszont látom. A választási plakátokon minden jelölt mögé odatették a Főnök képét, hogy tudja a polgár, kire szavaz. A Tisza-vezér volt a fontos, a jelölt személye, tehetsége, rátermettsége mit sem számított. Sötét szobában tartották a legtöbbet, a fórumokon a Főnök beszélt helyettük, a parlamentbe is majd a földalatti folyosón érkeznek, hogy a sajtó ne tehessen fel útközben kérdéseket nekik. A 141 képviselőből egynek sincs parlamenti múltja. A jövőbeli honatyák*anyák most gyorstalpalón szerzik be a minimális képviselői tudást, és a szavazógép használatának technikáját. Vajon a parlamenti viták hangvétele olyan lesz, mint a közösségi fórumoké? Felmutatják a vigyorgó emojikat? Vajon le lesz ugatva a feje az interpelláló ellenzéki képviselőnek? Lehurrogják, inzultálják? Milyen lesz a szeretetország országgyűlése 2026-ban?
Az új magyar Magyar-kormány
És milyen lesz az új magyar Magyar-kormány? Változatos. A Tisza-szakértők azt írják, hogy ez „egy kormányzóképességet mutató poszt-NER technokrata-helyreállító kormány, EU-kompatibilis, szakértői, intézményjavító, stabilitáskereső, mérsékelten modernizációs iránnyal.” Szerintük „a teljes mintázat alapján a kormánynévsor nem radikális baloldali, nem nacionalista jobboldali, és nem is klasszikus liberális elitprojekt.” Akkor mi?
Nekem úgy tűnik, hogy a kulcsminisztériumokat át kellett adni a támogatóknak. A kormányban lesznek becsatornázott műmosolyú globalisták, globalista érdekekkel. Lesznek kirúgott, azaz sértett egykori fideszesek, akik elégtételt akarnak venni. Lesznek a surranópályán érkezett, a 2010 előtti világ politikai-hatalmi struktúráját képviselők, és lesznek hűséges támogatók is, akik a Főnök mellett kezdettől, rendületlenül kitartottak. Ők is kapnak egy-egy (pénzes)tárcát.
Nehéz róluk valós adatokat találni, a Meta gondoskodott a terhelő információk, a múltbéli események eltörléséről, a Wikipédia szócikkeit átírták. Új legendák születnek, a nép pedig kritika (és emlékezet) nélkül benyeli. Mindent elfogad. A régi iskolatársat is, az újsütetű sógort, aki négy gyermekét otthagyva házasodott be a családba, gyarapítva a Magyar-klán jogvégzett tagjainak számát. Úgy látszik, a nepotizmus Tisza-változatával kezdődik a jogállamiság helyreállítása. Érdekes a magyar nyelv, a németben az ügyvéd a jogot (Rechtsanwalt), az ügyész az államot (Staatsanwalt) képviseli. Nálunk mindig az adott ügyet. Hogyan lehet csűrni-csavarni, hogy az ingatag igazság a mi oldalunkra álljon és a családilag bekötött szemű bíró eszerint ítélhessen.
Nem akarom itt a Tisza-főnök kijelentéseit, ígéreteit sorolni, hogy amit ma mondott, holnap hogyan teszi annak az ellenkezőjét. Összeírták ezt mások. Hosszú a lista, és egyre hosszabb lesz. Magyar Péter tiszta, korrupciómentes, jóléti államot ígért a választóinak, akik elhitték, mert el akarták hinni. Aztán jön a sógor, a koma, az osztogatás és a fosztogatás. Közben a kommunikációban a tisztaságról, becsületről beszélnek és visszautalnak 100 millió forintot Waberer Györgynek. Őket nem lehet megvesztegetni és még a látszatát is el akarják kerülni, hogy bármelyik oldalon álló vállalkozót/oligarchát kössenek hozzájuk, vagy bárki úgy érezze, hogy a „ránk való hivatkozással bármilyen előnyt szerezhet, legyen az akár csak önmarketing”. Persze, a kampányban jól jött Waberer pénze, sőt a sógor pénze is.
Miből fizetik vissza? Honnan lett most hirtelen százmillió forintja a Tiszának? Lehet találgatni.