Was bei dieser Wahl in Ungarn auf dem Spiel steht
8. April 2026 Látószög.blog von Mária Schmidt
„Normalerweise müssten die Wähler alle vier Jahre darüber entscheiden, wie sie die Regierungsarbeit der abgelaufenen Legislaturperiode bewerten und wessen Zukunftsvision oder Wahlversprechen sie für begründeter und attraktiver halten. Doch derzeit ist dies nicht der Fall. Die Ereignisse der letzten Wochen haben mich davon überzeugt, dass es bei den ungarischen Wahlen am 12. April um den Fortbestand des ungarischen Volkes geht.„
Jeder hat sehen können, welche Kräfte die Franzosen und mit ihnen auch die anderen europäischen Dienste bei den georgischen Wahlen mobilisiert haben, damit ihr Kandidat, der zum Präsidenten der Republik gemachte ehemalige französische Staatsbürger, Premierminister werden kann. Als dies nicht gelang, wollten sie eine „farbige Revolution“ veranstalten. Wochen- und monatelang bezahlten sie Demonstranten und versuchten, durch einen Putsch an die Macht zu kommen.
Nach der Überraschung im ersten Wahlgang der rumänischen Präsidentschaftswahlen wurde der Sieger disqualifiziert und sogar verhaftet. Das Ergebnis wurde für ungültig erklärt, und nach energischem Eingreifen der französischen Geheimdienste sowie der zuständigen EU- und US-Behörden wurde ein Präsident mit engen Verbindungen nach Frankreich gewählt. Dem Vorsitzenden des rumänischen Verfassungsgerichts wurde eine Clownmütze aufgesetzt, das Ansehen freier Wahlen dabei zunichte gemacht.
Bei den französischen Präsidentschaftswahlen wurde, sehr zur Ehre der Juristokratie, die aussichtsreiche Kandidatin der Opposition, Marine Le Pen, von der Wahl ausgeschlossen. Die gegen sie vorgebrachten Anschuldigungen sind lächerlich, das Urteil politisch.
In Deutschland droht der zweitstärksten Partei, der AfD, ein Verbot; bei den Europawahlen wurden zwei ihrer Kandidaten der Spionage beschuldigt, das wurde inzwischen fallen gelassen. Die Partei steht unter Beobachtung der nationalen Sicherheitsbehörden. Es überrascht niemanden mehr, dass Wahlen manipuliert und Kandidaten mit allen Mitteln eingeschüchtert werden.
Die Lage in Europa ist also ernst, ja sogar noch viel ernster.
Die Einmischung ausländischer Dienste in Wahlkämpfe ist, wie aus dem Vorstehenden hervorgeht, nichts Neues. Doch die schamlose, unverschämte Offenheit, mit der sie bei uns in Ungarn auftreten, jene drohenden westlichen, vor allem deutschen Äußerungen, die sie sich erlauben, zielen darauf ab, die Ungarn einzuschüchtern.
Sie wollen, dass wir, wenn wir uns nicht einreihen, nicht nur keine Leckerlis mehr bekommen, sondern erneut erfahren werden, wie es ist, wenn deutsche und ukrainische Stiefel auf unserer Brust stampfen.
Sie wollen offensichtlich nicht, dass wir existieren.
So wie uns am Ende des Ersten Weltkriegs die Verfasser des Friedensvertrags von Trianon unsere Existenz nehmen wollten, so wollen nun größtenteils dieselben Mächte erneut, dass wir so werden wie sie: farblose, geruchlose Ja-Sager, ewig nickende Hänsel oder Gretel, evtl. mal der eine, mal die andere. Das Wichtigste ist, dass wir von der Bildfläche verschwinden, uns anpassen oder untergehen. Wir sind ihnen ein Dorn im Auge, weil wir unseren eigenen Weg gehen wollen. Das lassen sie allerdings nicht zu. Die Deutschen, denn sie und die Ukrainer sind wieder unsere erbittertsten Feinde, dulden keinen Widerspruch. Bei den Deutschen muss sich jeder brav in die Schlange einreihen, muss mit den anderen marschieren. Bei ihnen gibt es keine Fragen, kein Widerwort. In dichten Reihen muss man in den Abgrund marschieren. Zum dritten Mal in 100 Jahren führen sie sich selbst und ganz Europa mit in die Vernichtung.
Das Deutsche ist ein selbstzerstörerisches Volk. Es hat seine nationale Identität verloren, will aber weiterhin Befehle erteilen und Europa anführen. Sie können es nicht ertragen, dass sie uns zwar den Weg weisen, aber wir ihnen nicht folgen, noch schlimmer, ihnen sogar widersprechen.
Und was am ärgerlichsten ist: Die Zeit gibt uns Recht.
Sie haben ihre Atomkraftwerke stillgelegt, wir nicht, im Gegenteil, wir bauen neue. Sie haben die Migranten hereingelassen, wir nicht, und daran halten wir fest. Wir stehen für die Familien ein, sie haben sie zerstört. Wir sind dem Gender-Wahn nicht aufgesessen, bei ihnen kann jeder jährlich sein Geschlecht ändern. Wir haben an der billigen russischen Energie festgehalten, sie sind auf amerikanisches Flüssiggas und LNG aus der Golfregion umgestiegen. Letzteres kommt wegen der Sperrung der Straße von Hormus gerade nicht, und wer weiß, wann es wieder kommt. Und es ist nicht sicher, ob die USA liefern werden und vor allem zu welchem Preis. So wie bisher? Und es ist überhaupt nicht sicher, ob sie genug zur Verfügung stellen. Es sieht sehr danach aus, als müssten auch die Deutschen wieder auf russische Energie zurückgreifen, was Orbán erneut Recht gibt, was für sie nicht nur ärgerlich, sondern geradezu unerträglich ist.
Und dann der Krieg in der Ukraine. Die Europäer haben alles auf einen Sieg der Ukraine gesetzt. Sie haben sich deswegen mit Präsident Trump angelegt, zu dem sie ohnehin kein besonders gutes Verhältnis hatten. Die Amerikaner wollten Frieden im ukrainisch-russischen Krieg, um ihren Handlungsspielraum anderswo zu vergrößern.
Die Europäer, die Deutschen, Polen, Briten usw. haben ein Friedensabkommen verhindert. Deshalb haben die Amerikaner die Aufgabe ihnen übereignet, die Russen zu besiegen, was sie nicht mal gemeinsam mit den USA erreichen konnten.
Seitdem ist der Ölpreis in die Höhe geschossen, die Amerikaner haben die Sanktionen gegen Russland aufgehoben, die NATO liegt in Trümmern, und der Schutzschild, den Artikel 5 darstellte, ist endgültig zu einer Illusion geworden.
Auch in dieser Hinsicht hatte und hat Orbán Recht.
Die Deutschen haben riesige Summen in die Ukrainer investiert und geglaubt, dass sie diesmal auf ihre Kosten, auf Kosten ukrainischen Blutopfers, die Russen besiegen würden. Endlich.
Bundeskanzler Merz sprach kürzlich davon, dass die russische Wirtschaft dank der deutschen und europäischen Unterstützung der Ukraine sowie der Sanktionspolitik kurz vor dem Zusammenbruch stehe. Doch inzwischen haben die Sperrung der Straße von Hormus und der israelisch-amerikanisch-iranische Krieg alles verändert.
Sie haben nicht nur gegen die Russen, sondern auch gegen uns alles eingesetzt und setzen weiterhin alles ein. Sie haben gemeinsame operative Geheimdienstaktionen mit den Ukrainern gestartet, um die ungarischen Wahlen zu beeinflussen,
und üben Druck auf die Kroaten aus, damit diese es nicht wagen, uns über die Adria-Pipeline Öl zu liefern. Seit zwei Wochen sitzt die EU-Delegation in Kiew und wartet darauf, die angeblich zerbombte „Freundschaft“-Ölpipeline besichtigen zu können, die uns kein Öl liefert. Wer glaubt schon, dass die Ukraine, die ohne EU-Gelder keinen Atemzug tun kann, es wagen würde, dies zu tun, wenn sie nicht von den Deutschen und ihren europäischen Komplizen dazu ermutigt würde?
Was bei dieser Wahl in Ungarn auf dem Spiel steht, ist für jeden offensichtlich: Entweder bleibt Ungarn ein ungarisches Land, oder es wird Teil des neuen deutschen Vierten Reiches.
Denn niemand sollte daran zweifeln, dass diese imperialistische, bis ins Extreme bürokratisierte Union unter deutscher Führung und Kontrolle steht. Dies zeigt sich nicht nur darin, dass die obersten Führungskräfte Deutsche sind, sondern auch in jenem Regulierungs- und Bürokratisierungswahn, der die Deutschen kennzeichnet und der von den Deutschen an den Schaltstellen des EU-Apparats angewendet wird.
Ich bitte alle meine ungarischen Landsleute inständig, unser Land nicht dieser in einem Projekt der Selbstzerstörung schwelgenden ukrainisch-deutsch-polnisch-britischen, ungarnfeindlichen Verschwörung auszuliefern!
Denn die Westmächte haben vor hundert Jahren schon einmal versucht, unsere Existenz zu vernichten. Wir haben Trianon nur mit großer Mühe überlebt.
Jetzt bedrohen sie schon wieder unser Leben!
Autorin, Dr. Mária Schmidt ist Generaldirektorin des Museums vom „Haus des Terrors“
Deutsche Übersetzung von Dr. Andrea Martin
A teljes írás MAGYARUL: https://latoszogblog.hu/aktualis/magyarorszag-brusszelita-negyedik-birodalom-utjaban/